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Artikel und Hintergründe zum Thema

F-Gase-Verordnung im Thermomanagement

Sandra Kraft | Redaktion: Melanie Steinbeck,

Wird die Regulierung zum Wettbewerbsvorteil für Industrieunternehmen?

Die Verschärfungen der F-Gase-Verordnung sorgen bei vielen Unternehmen für Unsicherheit. Fristen rücken näher und die Frage nach der richtigen Kältemittel-Strategie drängt. Was auf den ersten Blick wie eine regulatorische Belastung wirkt, ist gleichzeitig eine strategische Chance für mehr Effizienz, sinkende Betriebskosten und echte Zukunftssicherheit. Technotrans hat seit Jahren Kühl- und Temperiertechnik mit natürlichem Kältemittel bei seinen Kunden im Einsatz. Im Fachartikel zeigt die Autorin, wie Betriebe die Transformation erfolgreich gestalten und die Notwendigkeit in einen klaren Wettbewerbsvorteil verwandeln.

Die Verschärfungen der F-Gase-Verordnung werfen drängende Fragen nach der richtigen Kältemittel-Strategie auf. Auch international zieht die Regulierung an, etwa durch den AIM Act in den USA. © technotrans SE

Verschärfte Regeln für fluorierte Treibhausgase

Die Zeit synthetischer Kältemittel läuft ab. Die im März 2024 in Kraft getretene EU-Verordnung 2024/573 verschärft die Regeln für fluorierte Treibhausgase (F-Gase) drastisch und zwingt Anlagenbetreiber zum Handeln. Ein zentrales Element ist der sogenannte „Phase-Down“, der die verfügbare Menge an teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW) bis 2050 schrittweise auf null reduziert.

Für Industrieunternehmen hat das schon heute spürbare Konsequenzen: Rechtlich gesehen dürfen bestehende Anlagen, die F-Gase enthalten, zwar weiterbetrieben und gewartet werden. Allerdings führt der Phase-Down zu einer Verknappung von Service-Kältemitteln wie "R134a" oder "R407C".

Das resultiert unweigerlich in steigenden Preisen und potenziellen Lieferengpässen. Es erschwert die vorausschauende Betrachtung der Lebenszykluskosten für Bestandsanlagen. Wartung und Instandhaltung von Bestandsanlagen werden damit zu einem volatilen Kostenfaktor.

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F-Gase-Verordnung: Fristen für das Inverkehrbringen von Neuanlagen

Gleichzeitig setzt die Verordnung klare Fristen für das Inverkehrbringen von Neuanlagen. Bereits ab 2027 gelten für viele Anwendungen strikte GWP-Obergrenzen. Der GWP-Wert („Global Warming Potential“) beschreibt, wie stark ein Kältemittel im Vergleich zu Kohlendioxid (CO₂) zur globalen Erwärmung beiträgt – CO₂ dient dabei als Referenzwert mit einem GWP-Wert von 1. Je höher der GWP-Wert, desto klimaschädlicher ist das Kältemittel, denn es verstärkt die Erderwärmung bei Freisetzung in die Atmosphäre entsprechend stärker.

Ab 2032 folgt ein weitreichendes Verbot für die meisten F-Gase. Auch international zieht die Regulierung an, etwa durch den "AIM Act" in den USA.

„Die aktuelle F-Gase-Verordnung schafft eine unumkehrbare Realität“, erklärt Karsten Revers, Teamleiter Technik bei der technotrans SE. „Viele unserer Kunden suchen nach einer langfristig verlässlichen Lösung, die nicht in wenigen Jahren erneut von der Regulierung eingeholt wird. Genau hier bieten natürliche Kältemittel die geforderte Planungs- und Investitionssicherheit.“

Zukunftssicher mit natürlichen Kältemitteln?

Innerhalb der verfügbaren natürlichen Kältemittel hat sich insbesondere Propan (R290) als hocheffiziente und nachhaltige Lösung für industrielle Thermomanagement-Systeme etabliert. Die vorteilhaften thermodynamischen Eigenschaften von Kohlenwasserstoffen wie Propan liegen in einer hohen spezifischen Kälteleistung und Effizienz.

Natürliche Kältemittel sind eine langfristig verlässliche Lösung und bieten Unternehmen bereits heute Planungs- und Investitionssicherheit. © technotrans SE

Unabhängige wissenschaftliche Studien belegen, dass moderne, für R290 optimierte Systeme einen rund 20 Prozent höheren Coefficient of Performance (COP) erreichen können. In der Praxis führen leistungsgeregelte R290-Anlagen zu deutlichen Energieeinsparungen und senken damit die Betriebskosten spürbar.

Diesen wirtschaftlichen Vorteil verstärkt der Staat durch Förderprogramme. In Deutschland beispielsweise werden über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ausschließlich Investitionen in Kälteanlagen mit nicht-halogenierten, natürlichen Kältemitteln bezuschusst.

„Fördermittel sind für viele Unternehmen ein entscheidender Faktor, der die Investition noch attraktiver macht. Deshalb unterstützen wir unsere Kunden aktiv und senken mit dem Beratungsangebot die Einstiegshürden“, sagt Revers.

Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die Zukunftssicherheit. Mit einem GWP-Wert von 0,02 ist R290 von der F-Gase-Verordnung ausgenommen. Eine Investition in ein System mit diesem Kältemittel bietet somit hohe Planungs- und Rechtssicherheit über den gesamten Lebenszyklus der Anlage hinweg. Mit dem umweltschonenden Kältemittel senken Anwender zudem ihren CO₂-Fußabdruck.

Auch mit Blick auf die Sicherheit ist der Einsatz des Kältemittels unbedenklich. Durch die  Konstruktion moderner R290-Kühlsysteme mit hermetisch geschlossenen Kältekreisläufen, minimalen Füllmengen und integrierter Sicherheitssensorik wird das Gefahrenpotenzial minimiert.

Die Aufstellung folgt klaren, einfachen Regeln: Bei der präferierten Außenaufstellung müssen lediglich definierte Sicherheitsabstände zu Gebäudeöffnungen (Fenster, Türen, Lüftungsansaugungen) und potenziellen Zündquellen eingehalten werden.

Bei der Innenaufstellung ist das entscheidende Kriterium, dass im Falle einer Leckage die Konzentration des Kältemittels in der Raumluft weit unter der unteren Zündgrenze (Lower Flammable Limit, LFL) bleibt. Dies wird durch das passende Verhältnis der Kältemittel-Füllmenge zum Raumvolumen sichergestellt.

„Sicherheit ist für unsere Kunden ein zentrales Thema“, ergänzt Revers. „Deshalb endet unser Sicherheitskonzept nicht bei der Maschine. Wir begleiten die Installation und den Betrieb mit umfassenden Schulungen und individuellem Support. Das schafft Vertrauen und gewährleistet ein sicheres Handling natürlicher Kältemittel im anspruchsvollen Industrieumfeld.“

Erprobte Systeme bereits jahrelang im Einsatz

Als einer der ersten Hersteller weltweit hat technotrans bereits Anfang der 2020er-Jahre serienreife Thermomanagement-Lösungen mit R290 auf den Markt gebracht und stellt seitdem sein Produktportfolio sukzessive darauf um.

technotrans verfolgt einen konsequenten Ausbau natürlicher Kältemittel in seinen energieeffizienten Temperiergeräten der Baureihe teco ci. © technotrans SE

„Aus der täglichen Zusammenarbeit wissen wir, dass die Umstellung weit mehr als eine technische Entscheidung ist. Unsere Vertriebsteams begleiten die Kunden ganzheitlich – von der Bedarfsanalyse über maßgeschneiderte Systemlösungen bis zu Inbetriebnahme und Service“, betont Revers. Die langjährige Praxiserfahrung zeige, dass sich Investitionen in R290-Technologie durch Energieeinsparungen und Förderprogramme oft binnen kurzer Zeit amortisieren. „So wird aus der regulatorischen Notwendigkeit eine echte Wettbewerbschance“, sagt Revers.

Mittlerweile sind technotrans-Lösungen in zahlreichen Branchen wie der Kunststoffverarbeitung, Druck- und Laserindustrie sowie der Medizintechnik im Einsatz. Je nach benötigter Kühlleistung reichen die Systeme von der kompakten, integrierbaren OEM-Baugruppe bis zur leistungsstarken zentralen Container-Anlage im Megawatt-Bereich.

Ausblick: Digitalisierung und Nachhaltigkeit bleiben elementare Aspekte

Das Thermomanagement der Zukunft wird zunehmend digital, modular und energieeffizient. Intelligente Steuerungen ermöglichen eine proaktive Anlagenüberwachung und Optimierung der Betriebsparameter – so sinken Energieverbrauch und Ausfallrisiken. Zudem gewinnen Wärmerückgewinnung und hybride Energiekonzepte an Bedeutung, um nachhaltige Produktionsprozesse ganzheitlich zu unterstützen.

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