Cobots mit integrierter KI

Andreas Mühlbauer,

Sind die heutigen Cobots die ersehnten Helfer?

Um eine effiziente und gefahrlose Mensch-Roboter-Kollaboration zu gewährleisten, müssen Cobots sensitiv sein und gewisse kognitive Fähigkeiten haben. Neue Cobots mit speziellen Sensoren und integrierter KI können dies leisten.

Sensitive Cobots lassen sich in unzähligen Bereichen einsetzen. © Neura Robotics

Die Automatisierung durch Roboter hat in der Fertigung zu einem Grad an Effizienz, Präzision und Größe geführt, der mit herkömmlicher menschlicher Arbeit nicht zu erreichen gewesen wäre. Solche Maschinen sind heute in verschiedenen Branchen gang und gäbe. Sie nehmen gefährliche Arbeit ab und befreien menschliche Arbeitskräfte von banalen, repetitiven Aufgaben. Die meisten dieser Roboter werden in Produktionslinien eingesetzt und sind so programmiert, dass sie jeweils eine bestimmte Aufgabe wiederholen, zum Beispiel das Bewegen von Objekten zwischen vordefinierten Orten oder den Zusammenbau von Grundkomponenten. Obwohl solche Roboter inzwischen den Menschen in puncto Geschwindigkeit und Genauigkeit zuverlässig übertreffen, nehmen sie ihre Umgebung nicht wahr und müssen in Sicherheitskäfigen oder hinter Schutzzäunen isoliert werden.

Die heutige schnelllebige Industrielandschaft hat zur Entwicklung von kollaborativen Robotern (Cobots) geführt, die mit Menschen in gemeinsamen Umgebungen arbeiten können und flexibler einsetzbar sind. Den heutigen Cobots fehlt jedoch eine menschenähnliche Wahrnehmung der Umgebung, und sie können nicht so effizient und sicher arbeiten, wie es für eine universelle Lösung erforderlich wäre. Aus diesem Grund benötigen Cobots in der Regel immer noch einen Zaun oder eine Barriere zum Schutz der Arbeiter, was der ursprünglichen Idee der Zusammenarbeit zuwiderläuft. Die Cobots können repetitive Aufgaben übernehmen, aber nicht mit Menschen zusammenarbeiten. Dies beschränkt ihren Handlungs- und Aktionsspielraum.

Anzeige

Gerade unter dem Aspekt des Fachkräftemangels, der in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird, ist es an der Zeit, Lösungsmöglichkeiten für die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter zu finden, um die vielfältigen Einsatzchancen für Roboter in Zukunft zu nutzen. Eine zunehmend alternde Gesellschaft geht Hand in Hand mit dem Fachkräftemangel und wirft neue Probleme auf, wie zum Beispiel die Pflege und angemessene Versorgung der Menschen im Alter. Diese Herausforderungen können in Zukunft nicht mehr von Menschen allein gehandhabt werden und brauchen eine sichere und effiziente Lösung. Diese bieten herkömmliche Cobots nicht, da sie den Menschen in ihrem Umfeld nicht zuverlässig erkennen können.

Kollaboration mit Sinn

Der MAiRA-Cobot lässt sich ohne Roboter-Erfahrung bedienen. © Neura Robotics

Um eine echte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine zu ermöglichen, benötigen Cobots Sinne, um ihre Umgebung wahrzunehmen und kognitive Intelligenz, um mit Menschen in unterschiedlichen Umgebungen sicher zu interagieren. Mit diesen Sinnen können sie in den verschiedensten Bereichen eingesetzt werden und gewährleisten gleichzeitig die Sicherheit des Menschen. Zudem ermöglichen sie kollaboratives Arbeiten mit Menschen. Beispielsweise können die Roboter dem Menschen Bauteile reichen, Objekte abnehmen oder sonstige unterstützende Tätigkeiten übernehmen. Roboter mit diesen Sinnen sind kognitive Roboter wie „MAiRA“.

Mit integrierter künstlicher Intelligenz und neuartiger berührungsloser, sicherer Menschendetektionstechnologie kann MAiRA die Umgebung wahrnehmen und sich problemlos an alle industriellen Umgebungen anpassen. Durch die Sensoren und die integrierte KI in Kombination mit hoher Präzision eröffnet MAiRA eine neue Ära von Robotern und bietet unzählige Möglichkeiten der Interaktion. Die „Touchless Safe Human Detection”-Technologie ermöglicht die berührungslose Erkennung von Menschen in einem Radius von bis zu 3 m um den Roboter und gewährleistet eine sichere Interaktion. Die Technologie verhindert Kollisionen und stellt sicher, dass Menschen zu keinem Zeitpunkt von dem Roboter berührt werden. Dies geschieht, indem der Roboter seine Geschwindigkeit auf der Grundlage der gegebenen Entfernung reduziert und alternative Wege um den Menschen berechnet. Die bereitgestellten Daten werden von einer künstlichen Intelligenz verarbeitet, die die Aktion direkt anpasst. Der Sensor lässt sich in jedes Gerät integrieren oder eigenständig verwenden. Kraft-Momenten-Sensoren in allen Achsen lassen den Roboter tasten und bieten so die Möglichkeit, Kräfte zu begrenzen. Dies ermöglicht eine hochpräzise Ausführung der Arbeiten und minimiert das Verletzungsrisiko. Diese Präzision spiegelt sich in der hohen Absolut- und Wiederholgenauigkeit wider.

Ohne Erfahrung bedienbar

Zudem können kognitive Roboter Menschen entlasten und gefährliche Aufgaben übernehmen. Dadurch bekommen Menschen wieder Zeit für angenehme Tätigkeiten und können ihren Fokus auf interaktive Aufgaben mit ihren Mitmenschen legen. Durch die einfache Interaktion mit den Robotern lassen sie sich auch von Menschen ohne Robotik-Erfahrung bedienen. Dies erschließt eine Vielzahl an Anwendungsbereichen wie intelligentes Roboterschweißen, Maschinenbeschickung, autonomes Vorkommissionieren und viele weitere.

Um in Zukunft sowohl in der produzierenden Industrie als auch in anderen Bereichen wie der Pflege und in Krankenhäusern den fortschreitenden Fachkräftemangel zu überwinden, braucht es Cobots und vor allem Roboter mit kognitiven Fähigkeiten. Wenn das Problem des Fachkräftemangels und der alternden Gesellschaft nicht heute angegangen wird, wird es zu spät sein, um zeitnah erfolgsversprechende Lösungen zu entwickeln. Kognitive Roboter bieten hierbei eine allumfassende Lösung, da sie eine Vielzahl an Tätigkeiten übernehmen können und sicher im geteilten Umfeld mit dem Menschen agieren. Eine Zukunft mit Robotern wird hierbei unumgänglich sein, zumal die Vorteile für die Menschheit immens sind.

Nun müssen die Weichen für die Ausbreitung der Roboter gestellt werden, damit deren Einsatz in der Industrie und anderen Bereichen reibungslos erfolgt. Die Roboter von Neura Robotics sind schon heute bereit für ihren Einsatz, um den Menschen zu unterstützen und mit ihm zu interagieren sowie eigenständige Tätigkeiten zu übernehmen.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Marktübersicht

Robotik

Roboter finden sich in der Industrie in den verschiedenstenAusführungen, unter anderem klassische Industrieroboter,Cobots und autonome mobile Roboter. Hinzu kommen nochKomponenten und Zubehör wie Greifer, Antriebe oder Sicherheitstechnik. In unserer...

mehr...

Trends für 2022

Blick zurück – Blick nach vorn

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Wenn Sie dieses Heft in den Händen halten, dann ist 2022 schon fast vorbei. INDUSTRIAL-Production- Chefredakteur Daniel Schilling mit drei Trends, die sich in diesem Jahr abgezeichnet haben und die im Jahr 2023 die...

mehr...
Anzeige
Anzeige

Roboter-App

Cobot gegen Monotonie

Im baden-württembergischen Brackenheim demonstriert der metallverarbeitende Betrieb Honecker, wie kollaborative Roboter die menschlichen Kollegen unterstützen und sie von monotonen, körperlich anstrengenden Tätigkeiten entbinden.

mehr...
Anzeige

Interview

Einsatzfähige Lösungen

Andrea Alboni verantwortet bei Universal Robots als General Manager die Region Westeuropa. Auf der Motek sprach er mit Chefredakteur Daniel Schilling über die aktuellen Entwicklungen auf dem deutschen Cobot-Markt, Herausforderungen für die...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Vakuumgreifer

Der Cobot greift zu

Cobots sind Helfer, die ordentlich anpacken. Je nach Situation sind unterschiedliche Greifer gefordert. Worauf es bei den verschiedenen Greifereinheiten an Cobots ankommt, zeigt dieser Beitrag.

mehr...

Interview: Kim Povlsen

Wachsendes Ökosystem

Auf der Robotik-Messe Automatica nahm sich Universal-Robots-Präsident Kim Povlsen Zeit für ein Interview. Im Gespräch mit INDUSTRIAL-Production-Chefredakteur Daniel Schilling ging es um neue Cobot-Trends, Schweißtechnik und das UR-Partnernetzwerk.

mehr...

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem INDUSTRIAL Production Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite