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Artikel und Hintergründe zum Thema

Kuka und Uni Freiburg mit Roboter-Navi beim euRobotics Award erfolgreich

Mit Schwerlast präzise unterwegs

Bereits zum zwölften Mal wurde der euRobotics Technology Transfer Award verliehen. Der Preis wird an Gruppen oder Organisationen vergeben, die erfolgreich ihre Forschungsergebnisse in reelle kommerzielle Systeme umwandeln konnten.

Der erste Preis ging in diesem Jahr an ein Team aus Forschern der Universität Freiburg und dem Industriepartner Kuka Roboter. Auf dem European Robotics Forum in Wien (11. bis 13. März 2015) wurde ihr flexibles autonomes Navigationssystem für die industrielle Fertigung ausgezeichnet, ein Schwerlasttransportmittel, das durch hohe Flexibilität, Genauigkeit und Skalierbarkeit im Vergleich zu bisher bekannten Systeme überzeugte.

Riesige Bauteile sind für den ausgezeichneten Kuka Moiros keine Aufgabe, wie auf der letzten Automatica demonstriert werden konnte. (Fotos: Kuka)

Am ersten Tag der Konferenz präsentierten die drei Finalisten ihre Projekte und stellten sich den Fragen der Jury und des Publikums. Martin Hägele, Koordinator des Awards und Abteilungsleiter für Robotersysteme des Fraunhofer IPA, überreichte den Teilnehmern während der Preisverleihung am letzten Tag des Forums ihre Urkunden und Trophäen.

Im Kontext wachsender Herausforderungen durch die Globalisierung und steigender Kundenerwartungen an personalisierte, qualitativ hochwertige Produkte wird eine flexible industrielle Automatisierung als Schlüsseltechnologie angesehen. Gegenwärtige Systeme für die Automatisierung, Logistik und Handhabung sind üblicherweise sehr unflexibel. Fahrerlose Transportsysteme beispielsweise erfordern meist eine zusätzliche Infrastruktur wie Antennen, Führungsdrähte, Reflektionsmarker, optische Orientierungspunkte oder sogar Führungsschienen, um sich in ihrer Umgebung zu bewegen und zurechtzufinden.

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Aus der preisgekrönten Zusammenarbeit von Kuka Roboter und der Arbeitsgruppe für Autonome Intelligente Systeme (AIS) der Universität Freiburg resultierten mehrere Innovationen im Bereich effektiver fahrerloser Transportfahrzeuge. Das „flexible autonome Navigationssystem für die industrielle Fertigung” ist eine Software-Anwendung, die hochgenaues Navigieren in großflächigen Industrieumgebungen ermöglicht. Sie ist auf unterschiedliche Kinematiken mobiler Plattformen anwendbar und kann flexibel auf verschiedene Navigations-Sensoren angepasst werden. Es unterstützt sämtliche Bewegungsarten omnidirektionaler Roboter (Roboter, die sich in der Ebene in jede Richtung bewegen können) sowie unterschiedliche Autonomiegrade. Eine Anwendung der Software ist die Kuka omniMove-Reihe fahrerloser Transportfahrzeuge, die für den Schwerlasttransport zum Beispiel von Flugzeugteilen oder Aluminiumblechen konzipiert sind. Darüber hinaus können sich die Fahrzeuge über Laserscanner gegenseitig erkennen und selbständig zu einem größeren Fahrzeug verbinden, das mit einer Traglast von bis zu 60 Tonnen den präzisen Transport ganzer Flugzeugrümpfe erlaubt.

Das navigationsfähige Fahrzeug nimmt schwere Lasten, wie Roboter, auf und findet sich auch auf großen Flächen zurecht.

Das autonome Navigationssystem wurde im November 2014 auf den Markt gebracht und ist bereits bei zwei Kunden im Einsatz – einem aus der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie einem in der allgemeinen Industrie.

Der Preis wird an Gruppen oder Organisationen vergeben, die erfolgreich ihre Forschungsergebnisse in reelle kommerzielle Systeme umwandeln konnten. „Dieser Technologietransfer ist der Kern unserer Wirtschaft und spiegelt die grundlegende Einstellung unserer Mitgliedsunternehmen wider. Aus diesem Grund finanzieren unsere Mitglieder diesen Preis,“ stellte Patrick Schwarzkopf, Direktor von EUnited Robotics fest.

Der zweite Preis ging an das Team aus Hochschule Osnabrück, Deepfield Robotics (ein Start-up von Robert Bosch) und Amazonen Werke H. Dreyer für „BoniRob – eine autonome mobile Plattform für landwirtschaftliche Anwendungen“. BoniRob ist eine universelle Roboterplattform, die eine Neudefinition landwirtschaftlicher Tätigkeiten ermöglicht. Der Roboter kann sich selbständig zwischen Feldern bewegen, in unterschiedlichen Konfigurationen über Äcker fahren und verschiedenste Anwendungsmodule verwenden, zum Beispiel zum gezielten Aufbringen von Pflanzenschutzmitteln, Unkrautjäten, Messen der Bodenverdichtung sowie zur Phänotypisierung.

Den dritten Platz des euRobotics Technology Transfer Award 2015 belegten DLR (Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt) und Sensodrive mit "„Vibro Tac – der taktile Zugang zur Welt”, ein Armband, das ein taktiles Feedback gibt und damit u.a. Blinden die Orientierung erleichtern soll. bw

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