MRK-Projekt von Omron und Kraus

Annina Schopen,

Der Cobot reicht den Beipackzettel

Ein Cobot-Projekt von Kraus Maschinenbau und Omron zeigt, wie Mensch und Maschine zukünftig zusammenarbeiten können. Die beiden Unternehmen haben dazu einen TM12-Cobot für die automatische Booklet-Zuführung in der Medizintechnik optimiert.

Der TM12-Cobot beschleunigt die Abläufe in der Medizintechnik und Verpackungsindustrie. © Omron

Workflows in der Fabrik der Zukunft setzen ein hohes Maß an Kollaboration voraus. Das gilt sowohl für das Zusammenspiel verschiedener Entwicklungs- und Technologiepartner als auch für die Harmonie von Mensch und Maschine. Wie das im Verpackungsumfeld aussehen kann, demonstrieren Kraus Maschinenbau und Omron in einem Cobot-Projekt, an dem die Unternehmen in den vergangenen Monaten gearbeitet haben. Im Fokus dieser Entwicklung: ein kollaborativer Roboter, der Omron TM12-Cobot, der die automatische Booklet-Zuführung optimiert. Hierbei handelt es sich um mehrseitige Beipackzettel, die im Pharmabereich beispielsweise Insulinspritzen oder anderen Medikamenten beigefügt werden.

Joachim Kraus, Geschäftsführer der Kraus Maschinenbau, berichtet: „Kartonier-Maschinen sind in den vergangenen Jahren immer schneller geworden, und diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Es gibt Systeme, die bis zu 500 Verpackungen in der Minute realisieren. Zudem werden die Booklets für einige, insbesondere hochpreisige, Medizinprodukte immer dicker. Sollen etwa drei Meter in der Minute zugeführt werden, kann das händisch und mit einem einfachen Produktmagazin nicht mehr bewerkstelligt werden. Deshalb haben wir gemeinsam mit Omron ein System entwickelt, das Abhilfe schafft und Verpackungsabläufe im Pharma-Bereich signifikant beschleunigt.“ Hierbei werden die Booklets auf rund ein Meter langen Stangen, sogenannten Traces, gestapelt, vom Cobot übernommen und dem System zugeführt.

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Analysten prognostizieren, dass der Cobot-Markt im Jahr 2027 rund 5,6 Milliarden Dollar erreichen wird.

Die Analysten von Interact Analysis prognostizieren, dass der Cobot-Markt im Jahr 2027 aufgrund der fortschreitenden Entwicklung neuer Anwendungsszenarien – auch im Zuge der Corona-Krise – rund 5,6 Milliarden Dollar erreichen wird. Der TM12 verdeutlicht das Cobot-Potenzial: Er ist ein moderner Roboter, der speziell für die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine konzipiert wurde. Er lässt sich problemlos transportieren und hat ein integriertes Bildverarbeitungssystem, was schnelle Start-ups und Produktwechsel ermöglicht. Aufgrund der intuitiven Software kann der Cobot nahezu jede Aufgabe erlernen. So nimmt er Mitarbeitern wiederkehrende Aufgaben ab und trägt zu einer Erhöhung der Produktivität bei. Marc Schönenberger, Field Sales Engineer Automation and Drives bei Omron, kommentiert: „Dank unserer in den Roboter voll integrierten Bildverarbeitung kann dieser selbst komplexe und verändernde Aufgaben wie das Ab-Palettieren von sich ändernden Produkten im produktiven Umfeld umsetzen. Dadurch lässt sich eine bestehende Produktionsanlage, die bisher für eine händische Befüllung konzipiert und auf diese angewiesen war, um eine volle Automation ohne nennenswerte Anpassungen nahtlos erweitern.“

Die Kamera des TM-Cobots, gepaart mit moderner Beleuchtungstechnologie, ermöglicht die Objekterfassung in einem breiten Sichtfeld und sorgt für die Objekterkennung unter nahezu allen Bedingungen. Mit dem Bildverarbeitungssystem werden Zuverlässigkeit, Konsistenz und Präzision etwa von Pick-and-Place-Vorgängen wie der Booklet-Zuführung im Medtech-Umfeld erhöht. Hinzu kommen Funktionen wie Mustererkennung, Strichcodeerfassung und Farberkennung, was für viele Inspektions-, Mess- und Sortieranwendungen unerlässlich ist.

Das Cobot-Projekt von Kraus Maschinenbau und ­Omron soll voraussichtlich auf der Achema 2021 vorgestellt werden. as

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