Montagetechnik

Prototyp gehoben

Standardmodule lösen Prozess- und Ratio-Probleme
Das neue Hubmodul HM 16. (Foto: Afag)
Wenn Montage-Spezialisten aus Thüringen Experten für Handling-Module aus der Schweiz treffen und knifflige Probleme lösen, entstehen neue Bausteine für die Automatisierung. Zum Beispiel Hubmodule.

Das Unternehmen ISS Industrie-Service-Sondershausen ist in den Geschäftsbereichen Werkzeugbau, Sondermaschinenbau, Schaltschrankbau/Steuerungstechnik und Industrielle Instandhaltung im Markt unterwegs. In der Branche für Elektroinstallations-Komponenten weht ein scharfer Wettbewerbswind, deshalb besinnt sich die Firma auf Wirtschaftlichkeit. Beim Aufbau und der Ausrüstung von Montagesystemen setzt der Hersteller in der thüringischen Musik- und Bergstadt daher auf Maschinenelemente und Handling-Komponenten hoher Qualität. Bestehende mechanische oder mechanisch-pneumatische Eigenbau-Handlinggeräte sollten durch moderne und standardisierte sowie kompatible Module ersetzt werden. Die Wahl fiel auf Komponenten von Afag.

ISS rüstete die ersten Montageanlagen mit Handling-Modulen aus Huttwil aus, und im Verlaufe der Zeit wurden es immer mehr. Auch aktuell setzt ISS auf Komponenten von Afag, etwa pneumatische Linear- und Hubmodule, Greifer-, Dreh- oder Rotations-Module, kompakte CS- und PS-Schlitten, pneumatisch und elektrisch betriebene Portalachsen sowie komplette Zuführ-Subsysteme zum direkten Andocken an die Montageanlagen. Mittlerweile forcieren die beiden Unternehmen gemeinsam neue Entwicklungen, die ISS dann in seinen Anlagen verbaut. Jüngstes Beispiel dafür ist eine neue Baureihe an kompakten Hochleistungs-Hubmodulen, die in Zusammenarbeit mit ISS entstanden und, nachdem sie in Hochleistungs-Montageanlagen für elektromechanische Komponenten die Bewährungsprobe bestanden haben, als Standard-Baureihe im Afag-Lieferprogramm sind.

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Hubmodul – mehr als nur ein Automations-Baustein

Das Problem war knifflig: Gesucht war eine Hubeinrichtung als zentrales Element in einer Montageanlage für Schalter-Kontaktelemente. Herkömmliche Geräte erwiesen sich für die konkrete Aufgabe als untauglich und den Anforderungen und Belastungen nicht gewachsen. Also haben beide Unternehmen gemeinsam an einer Lösung gearbeitet: Zum einen war höchste mechanische Präzision gefordert. Zum anderen ist das Hubmodul in dieser Anlage zentrales Element, ohne das gar nichts geht und im Störfall Vorfertigung und Endmontage beeinträchtigt werden. Zudem waren hohe Taktfrequenzen zu bewältigen. Obendrein stand nur ein begrenzter Bauraum zur Verfügung. Die ISS-Techniker stellten weitere Anforderungen: ein minimales Kippmoment, weil die beiden auf einer gemeinsamen Grundplatte montierten und insgesamt anzuhebenden Kontaktteil-Schwenkeinheiten mit Aufbauten und Bauteilaufnahmen ein großes Gewicht haben. Auch eine exakte Führung musste gegeben sein, weil ein Verdrehen in allen Positionen auszuschließen war. Nicht zuletzt war eine mechanisch stabile Bauweise Pflicht, weil das Hubmodul die Schwenkeinheiten samt Aufbauten und damit alle Momente um alle Achsen dauerhaft aufnehmen muss. Im Idealfall soll das Hubmodul einfach über Schrauben und Stifte mit der Maschinen-Grundplatte zu verbinden sein. Daraus ist eine neue Baureihe an Hubmodulen entstanden, die nun dem Markt zur Verfügung steht.

Diese neue Baureihe HM 10, HM 16 und HM 25 basiert auf einer massiven Grundplatte mit stabilem Gehäuseaufbau. Die Module haben zwei groß dimensionierte, über Eck angeordnete Präzisionsführungen, winkel- und passgenaue Anschraubflächen, integrierte Stoßdämpfer sowie einstellbare Anschläge und Sensoren. Hohe Steifigkeit und hohe Genauigkeit sind weitere Merkmale. Es versteht sich von selbst, dass auch diese Hubmodule absolut kompatibel zum Afag-Baukasten sind. Die kompakt gebauten Teile lassen sich problemlos in  Maschinen-Konstruktionen einfügen. Auch bei ISS: Das Modul ließ sich einfach integrieren und arbeitet zuverlässig. Durch die hochwertige Ausführung und Ausrüstung mit geführter Kolbenstange sowie hochbelastbaren zweifach vorhandenen Kreuzrollenführungen laufen die Hub- und Senkbewegungen mit einer absolut reproduzierbaren Präzision ab. Das wirkt sich positiv auf die Prozesssicherheit des diffizilen Biege- und Montagevorgangs bei den Kontakt-Elementen aus. Zudem reduzierte die Möglichkeit, das Hubmodul ohne Zwischenplatte direkt auf die Maschinen-Grundplatte zu schrauben, den Aufwand für die Anlagenmontage, weil die komplette Hub- und Schwenkeinheit als Ganzes zuvor aufgebaut und getestet und dann in das System integriert werden konnte. pb

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