Editorial: Robotik in der Produktion

Andrea Gillhuber,

Charakter-Bot

R2-D2, C-3PO und Marvin – wer kennt sie nicht, die intelligenten Roboter aus der „Star Wars“-Reihe und aus Douglas Adams‘ „Per Anhalter durch die Galaxis“. Und wer hätte sie nicht gerne als intelligente Helfer täglich an seiner Seite?

Andrea Gillhuber, SCOPE-Chefredakteurin © Andrea Gillhuber

Natürlich sind Androide à la „Star Wars“ noch Zukunftsmusik, doch inzwischen finden immer mehr Roboter Einzug in unseren Alltag – sei es als Abnehmer von schwerlastigen Positionieraufgaben in der Produktion, als Cobot in der Montage, als Serviceroboter, der im Elektronikfachmarkt den Weg zu Noise-Cancelling-Kopfhörern weist und die Beratung übernimmt, oder als Digital Worker in Personalabteilungen eine Auswahl von Bewerbern trifft.

Mit der Reihenfolge der Aufzählung steigt auch der Diskussionsbedarf. Als Helfer in der Produktionslinien sind Roboter längst etabliert, allerdings wächst die Skepsis ihnen gegenüber, je näher sie einer bisher rein menschlich wahrgenommen Rolle kommen – dem Berater im Fachhandel oder dem Personaler im Bewerbungsverfahren.

Kommen wir zurück auf die eingangs erwähnten Androiden: Die breite Fangemeinde haben die intelligenten Roboter aus Film und Literatur nicht etwa ihren technischen Fähigkeiten zu verdanken, sondern eher ihren „Charaktereigenschaften“: Mit ihren „Dialogen“ haben sich R2-D2 und der „wirrköpfige Philosoph“ C-3PO unsere Symphatie erspielt, Marvin lernten wir als stets unterforderten und depressiven Roboter kennen und schätzen. Mit ihrer Vermenschlichung erlangten Marvin und Co. Kultstatus und damit Akzeptanz.

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Davon sind unsere heutigen und auch zukünftige Roboteranwendungen zum Teil noch weit entfernt. Solange Menschen Bedenken haben, durch Maschinen ersetzt zu werden, wird deren Akzeptanz noch warten müssen. Für Wissenschaft, Industrie und Politik bedeutet dies im Umkehrschluss, mehr Aufklärungsarbeit leisten zu müssen.

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