Meinung

Resilienz …

… ist die vielleicht wichtigste Eigenschaft 2020. Der Begriff stammt aus der Psychologie. Er bezeichnet die Fähigkeit, belastende Ereignisse ohne dauerhaften Schaden zu überstehen und gestärkt aus ihnen hervorzugehen.

Für die deutsche Industrie ist im März 2020 der Worst Case eingetreten: Das öffentliche Leben und weite Teile der Wirtschaft sind zum Stillstand gekommen oder funktionieren nur noch auf Sparflamme. Die Sorge um die Gesundheit von Familie, Freunden und Mitarbeitern – und auch die eigene – kommt hinzu. Resilienz heißt da, das Weiterlaufen des Betriebes zu organisieren; für Liquidität zu sorgen und den Nachschub an Rohstoffen; Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und Gesellschaft zu zeigen und dabei immer an die Perspektiven nach der Krise zu denken.

Es wird dauern, bis diese Krise ausgestanden ist und es wieder Wachstum in Deutschland gibt. Dann, im Nachhinein, lässt sich sagen, welches Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorgegangen ist und welches nicht und vor allem: Was die Erfolgsfaktoren waren.

Menschliche Faktoren, wie die Motivation der Mitarbeiter werden sicher entscheidend sein und auch Flexibilität, also die Fähigkeit, sich schnell auf eine völlig unerwartete neue Lage einstellen zu können. Vielleicht aber auch Innovationen zur rechten Zeit?

In der Redaktion hatten wir uns in den Wochen vor der Corona-Krise intensiv mit den Neuheiten zur Logimat und zur Hannover Messe befasst. Viele Detailverbesserungen waren darunter, aber auch echte Innovationen, die wir gerne live gesehen hätten. Eine ganze Reihe stellen wir Ihnen in der Special-Strecke in diesem Heft ab Seite 30 vor. Der wichtigste Trend geht zur digitalisierten und vernetzten Industrie.

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Und an dieser Stelle kommen dann auch wieder Flexibilität und Resilienz ins Spiel. Ein Beispiel: Wenn in der realen Welt der Service-Techniker nicht mehr zu einer defekten Anlagenkomponente anreisen kann, dann ist es gut, wenn er mit den Anlagendaten am digitalen Zwilling einen Lösungsweg findet, einem Techniker vor Ort über eine Augmented-Reality-Brille konkrete Anweisungen übermittelt und falls ein Ersatzteil fehlt, eine Datei mit den 3D-Druckdaten liefert, so dass in wenigen Stunden per additiver Fertigung Ersatz da ist. Technische Innovation hilft.

Auf Seite 8 und 9 haben wir Stimmen aus der Industrie gesammelt, die über ihre Erfahrungen und Strategien im Umgang mit der Krise berichten. Ich drücke ihnen die Daumen, dass es klappt.

Bleiben Sie gesund, bleiben Sie resilient und nutzen Sie die Krise als Chance,

Ihr

Daniel Schilling
Chefredakteur handling

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