Meinung

Globale Lösungen finden

Die Coronakrise ist ein globales Jahrhundertereignis und wahrscheinlich werden wir unseren Enkeln noch erzählen, wie wochenlang Nudeln, Mehl und Toilettenpapier ausverkauft waren. Die gute Nachricht ist: Inzwischen sind diese Produkte vielerorts in den Supermärkten wieder zu finden. Aber gute Nachrichten sind rar geworden dieser Tage.

Annina Schopen, Redakteurin handling © P. Born/WBM

Die Regierung rechnet inzwischen mit dem größten Einbruch des Wirtschaftswachstums seit Gründung der Bundesrepublik. Laut Frühjahrsprognose soll das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr schrumpfen. Corona hat weltweit die Produktion lahm gelegt, internationale Lieferketten sind unterbrochen. Die Exporterwartungen der Unternehmen sind stark zurückgegangen, die Welthandelsorganisation erwartet einen drastischen Rückgang des weltweiten Austauschs, Grenzen wurden geschlossen. Und die Krise schürt nationale Egoismen, die teilweise groteske Züge annehmen; gerne genannt in dem Zusammenhang ist das Gerücht, dass US-Präsident Trump die Tübinger Firma Curevac erwerben wollte, die an einem Corona-Impfstoff arbeitet, der dann exklusiv für den amerikanischen Markt hätte hergestellt werden sollen.

Dabei zeigt gerade das Coronavirus, dass die großen Probleme globale Auswirkungen haben und globale Lösungen brauchen. Wenn beispielsweise Atemschutzmasken, Beatmungsgeräte und Desinfektionsmittel in nur wenigen Tagen um die Welt geschickt werden können, dann nur dank einer globalen Infrastruktur. Und auch in der Forschung zu dem Virus und einem etwaigen Impfstoff ist eine internationale Zusammenarbeit unverzichtbar.

Anzeige

Es bleibt unumstritten, dass die Pandemie eine weltwirtschaftliche Rezession auslösen wird und dass Lieferketten international vernetzter Unternehmen zu den Schwachstellen einer globalisierten Wirtschaft gehören. Natürlich werden Korrekturen nötig sein und auch vorgenommen werden. Unternehmen werden in Post-Corona-Zeiten mehr auf Versorgungssicherheit schauen müssen als auf das Kostenargument. Abhängigkeiten von einem einzigen Absatzmarkt werden minimiert bis vermieden werden, auch Risiken in der Beschaffung müssen gestreut werden. Eine Abkehr von einer globalisierten Wirtschaft kann es aber nicht geben, schon gar nicht für ein Exportland wie Deutschland.

Ihre
Annina Schopen
Redakteurin handling

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren