Meinung
Hannover…
… ist in diesen Wochen ein begehrtes Ziel. Gerade erst kommen wir von der HMI, bei der schier unzählige und ebenso unterschiedliche Projekte rund um das Thema Industrie 4.0 dominierten. Sie soll kommen, die vernetzte, sich selbst organisierende Fabrik - freilich nicht gleich, sondern allmählich, Schritt für Schritt. Es ist eine Evolution, in der sich neue Produkte und Lösungen der industriellen Automatisierung zu einer Ganzheit fügen, die durch Autonomie und Selbststeuerung geprägt sein wird. Das zumindest ist die Vision. Auch die diesjährige Cemat vom 19. bis 23. Mai in Hannover, deren Veranstalter ihr das Motto "Smart - Integrated - Efficient" gegeben haben, fokussiert die Vernetzung - sogar weltweit. Deshalb stehen in diesem Jahr intralogistische Produkte im Mittelpunkt, die zu einer effizienteren Verkettung und Vernetzung aller Systeme führen.
Das Gesamtergebnis, die industrielle Produktion und Warendistribution der Zukunft, ist ein gigantisches Mosaik, dessen Fertigstellung noch eine ganze Weile dauern und auf absehbare Zeit nicht enden wird. Ein Prozess, der alle und alles umfasst. Ein Prozess, der kluge Köpfe erfordert. Und vor allem viele: Ingenieure und Konstrukteure sind es, die Produkte und Systeme für die Welt von morgen erarbeiten. Deutschland sucht sie dringend! Es kursieren alarmierende Zahlen: Pro Jahr verlassen rund 50.000 Ingenieure aus Altersgründen ihren Arbeitsplatz, derweil erfordern technische Herausforderungen wie Energiewende und Integrated Industry weitere 40.000 Fachleute. So viele werden aber nicht von den Hochschulen und Universitäten abgehen - da klafft also eine Lücke, die Sorgen macht. Und es geht zugleich die Nachricht um, dass der Physikunterricht an manchen Schulen reduziert werden müsse, weil nicht genügend ausgebildete Lehrer vorhanden seien. Da frage ich mich, wie Technikaffinität, Begeisterung für physikalische Zusammenhänge und Spaß am Rechnen zustande kommen sollen – was doch immerhin Voraussetzung für den Ingenieurberuf ist. Und für unsere industrielle Welt von morgen – sie ist zwar noch Vision, aber nichts für Träumer, sondern harte Arbeit und vor allem reine Physik.
Die Cemat ist für uns die nächste Gelegenheit, Interesse zu wecken und Begeisterung zu entfachen. Auch der handling award 2014 will Sie dazu motivieren, pfiffige und wegweisende Entwicklungen zu zeigen. Machen Sie mit und bewerben Sie sich unter http://www.handling.de/award.
Fahren Sie auch wieder nach Hannover? Ich wünsche Ihnen eine inspirierende Cemat!
Ihre
Petra Born








