Editorial 11/2024
Ärmel hochkrempeln!
Als letztes Messe-Highlight des Jahres steht vom 12. bis 14. November die SPS in Nürnberg bevor. Hier treffen sich die internationale Automatisierungsbranche, Anwender und Interessierte, um die neuesten Produkte der Automatisierung, Digitalisierung und Smart Factory vorzustellen, zu testen und zu besprechen. Selbstverständlich sind auch wir in diesem Jahr wieder dabei. Ein ausführlicher Sonderteil zur Messe erwartet Sie schon in dieser Ausgabe der INDUSTRIAL Production. Ab Seite 12 finden Sie Fachbeiträge, Produkt-News und weitere Infos zur SPS.
Auf der Motek haben wir kürzlich ein sehr gut besuchtes Forum mit Vorträgen über künstliche Intelligenz in der Industrie veranstaltet. Abschließend durfte ich eine Podiumsdiskussion mit dem Thema "Fachkräfte, Energiepreise und Klimaschutz – ist der Produktionsstandort Deutschland noch zu retten?" moderieren. Fachleute aus der Industrie diskutierten darüber, ob es um die deutsche Wirtschaft wirklich so schlecht steht, wie es oft den Anschein hat. Ich war überrscht, dass das Urteil der Insider deutlich positiver ausfiel, als ich angenommen hatte.
Zusammengefasst: Ja, wir sind noch zu retten! Der Standort Deutschland ist nicht wirklich in Gefahr, so der eindeutige Tenor. Allerdings mahnten die Diskutanten an, dass es dringend notwendig sei, angesichts der zahlreichen Veränderungen mehr Mut zu zeigen, voranzugehen, auch bereit sein, zu scheitern und gegebenenfalls Ansätze zu optimieren. Es müssten neue Ideen entwickelt werden und dabei auch ein Austausch zwischen Unternehmen stattfinden, um Wissen zu bündeln und gemeinsam die Herausforderungen anzugehen. Es sei nicht hilfreich, dass viele Unternehmen protektionistisch agierten, statt Informationen mit Mitbewerbern – global betrachtet letztlich Mitstreitern – zu teilen und gemeinsam an Fortschritten zu arbeiten.
In jedem Fall, so die Diskussionsteilnehmer, sei der Standort nicht in einer Schieflage. Jedoch sei es eine Gefahr, dass die Gesellschaft zu sehr nach einfachen Antworten suche. Man müsse bereit sein, auch Mühen auf sich zu nehmen. Innovationskraft und Freiraum – finanziell und auch seitens der Politik – sei der Schlüssel, um wieder zu alter Stärke zu kommen. Auch Bildung wurde angesprochen: Demnach mangelt es nicht an der Qualität der Ausbildung, jedoch sei es mitunter schwierig, junge Leute zu anspruchsvollen Jobs in der Industrie zu motivieren.
Vieles sei in Deutschland zu kritisieren, doch wir stehen lange nicht am Abgrund, darin waren sich alle Teilnehmer einig. Entscheidend sei es, dass wir unsere großen Potenziale konsequenter nutzen und damit auch im internationalen Vergleich wieder weiter nach vorn kommen. Das Wichtigste: Ärmel hochkrempeln und loslegen. Einen Bericht über das Forum und die Podiumsdiskussion lesen Sie ab Seite 10.









