Profilwinkelverbinder

Position bitte halten!

Winkelprofilverbinder. Profile werden zum Bau von Gestellen und Vorrichtungen verwendet. Das Ingenieurbüro Maul stellt ein Element vor, das zwei Profile senkrecht aufeinanderliegend verbindet – ohne Bearbeitung und ohne Nachjustage.

Winkelprofilverbinder im Schnitt. (Abb.: Maul)

Es gibt es verschiedene Verbinder, die Profile unter einem von Winkel 90 Grad verbinden. Bei den heute meist verwendeten Prinzipien ist hierfür eine Bearbeitung der Profile erforderlich; meist wird eine Bohrung in ein Gewinde in eines der Profile eingebracht. Der hier vorgestellte Profilwinkelverbinder verbindet zwei Profile derart, dass ihre Position genau senkrecht ausgerichtet ist und durch Mikroformschluss gehalten wird. Der Verbinder lässt sich von der Seite in das Profil einlegen oder von der Stirnseite einschieben. Dabei werden die Profile durch ein fünffach wirkendes Keilsystem stark aufeinandergepresst. Während des Verbindungsvorgangs – dem Klemmen – entstehen keine Relativbewegungen und damit keine Verschiebung der Profile gegeneinander; die Position wird gehalten, und es ist keine Nachjustage nötig.

Wird das mechanische System so gewählt, dass die Bewegungsrichtung beim Klemmvorgang senkrecht auf die zu klemmende Profilebene steht, kann keine Verschiebung der Profile entstehen. Die Montage ist einfach: Im Querprofil wird ein Nutenstein mit Gewindebohrung eingelegt. Nachdem die Profile zueinander positioniert sind, werden die Seitenkeile in das senkrechte Profil eingelegt. Nun wird der Doppelkeil mit der Zylinderschraube in die Profilnut eingelegt und zwischen die Seitenkeile verschoben. Das System klemmt wegen der Wirkung der flachen Fünffachkeile sofort ohne Positionsverlagerung. Wird nun die Schraube in den Nutenstein des Querprofils eingeschraubt, so werden die Keile im Profil verkrallt und stellen eine stabile Befestigung her. Dabei wird das senkrechte Profil auf das Querprofil aufgepresst. Als Schraubenschlüssel wird zweckmäßigerweise ein normaler Kugelkopf-Kardanschlüssel zum Vordrehen verwendet; hiermit wird dann auch nachgedreht. Wegen der sicher selbsthemmenden Fünffachkeile und der damit erzielten hohen Untersetzung ist ein starkes Anziehen nicht erforderlich.

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Die Statik des Systems stellt sich wie folgt dar: Es wirkt zuerst der aufgewickelte Keil des Schraubengewindes, dann zweifach die linearen Keile des Doppelkeils. Weiterhin wirken die beiden linearen Seitenkeile mit Ihrer Kräftezerlegung durch die Profilausbildung in der T-Nut. Da die Seitenkeile an ihren Seitenflächen viele in Kraftrichtung ausgebildete Zacken haben, verkrallt sich das System mit Mikroformschluss. Ist eine Verdrehung des Profils nicht möglich, etwa weil andere senkrechte Profile aufeinanderstehen, so ist keine weitere Befestigung erforderlich. Kann das senkrechte Profil noch verdreht werden, ist es möglich, einen zweiten Profilverbinder in der gegenüberliegenden Nut anzubringen oder einen die Drehbewegung behindernden Nutenstein.

Diese Profilverbinder sind für Massenherstellung gestaltet und seien preiswert herstellbar. Die Verwendung einer Normschraube als Spannmittel ermöglicht eine schnelle Montage und senkt die Stückkosten. pb

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