Intelligente Automatisierung
Wie SmartFactory-KL die Produktion neu denkt
Die SmartFactory-KL zeigt auf der Hannover Messe 2026, wie sich die Industrie ihre eigene Zukunft vorstellt: vernetzt, modular, datengetrieben. In Halle 13, Stand C35 präsentieren die Kaiserslauterer mit "_PHUKET 2.0" den neuesten Ausbau ihrer Modellfabrik – eine Produktionsinsel, die auf der Open SmartFactory Architecture basiert und demonstrieren soll, wie sich flexible und skalierbare Produktionssysteme in der Praxis umsetzen lassen.
Der Anspruch ist hoch. Denn die industrielle Produktion steht vor einem grundlegenden Wandel: Anlagen werden komplexer, Prozesse individueller, Systeme dynamischer. Gleichzeitig verschiebt sich das Machtzentrum zunehmend in Richtung Software. Sie orchestriert Maschinen, steuert Abläufe, verbindet bislang getrennte Welten. Klassische Automatisierungsstrukturen geraten dabei an ihre Grenzen – nicht zuletzt, weil viele gewachsene Systeme isoliert nebeneinander existieren und sich nur schwer integrieren lassen.
Produktions-IT: flexibler, skalierbarer und anschlussfähiger
Besonders deutlich wird das Spannungsfeld in der Konvergenz von IT und OT. Während die eine Seite auf Skalierbarkeit und Flexibilität setzt, steht die andere für Echtzeitfähigkeit und Stabilität. In der Praxis führt das zu wachsender Komplexität – und zu der Frage, wie sich passende Lösungen überhaupt noch auswählen und integrieren lassen.
Hier setzt die Open SmartFactory Architecture an. Sie soll, so die Idee, einen Orientierungsrahmen bieten, um diese Komplexität beherrschbar zu machen. Statt monolithischer Systeme verfolgt der Ansatz ein modulares Baukastenprinzip. Produktions-IT wird damit flexibler, skalierbarer – und vor allem anschlussfähiger. Im Zentrum stehen Daten, die standardisiert und kontextualisiert zwischen den Systemen fließen.
Komponenten kommunizieren über gemeinsame Schnittstellen und Plattformen
Ein wesentliches Prinzip ist die lose Kopplung: Komponenten kommunizieren nicht direkt miteinander, sondern über gemeinsame Schnittstellen und Plattformen. Das erleichtert die Integration neuer Anwendungen und die Erweiterung bestehender Systeme. Ergänzt wird das durch einen Corporate Data Space, der Unternehmensdaten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführt. Technisch stützt sich das Konzept unter anderem auf die Asset Administration Shell als digitalen Zwilling sowie auf OPC UA als Bindeglied zwischen Maschinen und Integrationsschicht.
„Mit der Open SmartFactory Architecture schaffen wir eine Grundlage, um die wachsende Komplexität moderner Produktionssysteme beherrschbar zu machen. Unser Ziel ist es, Unternehmen einen klaren Weg zu zeigen, wie sie ihre Produktion schrittweise digitalisieren und gleichzeitig flexibel sowie zukunftssicher aufstellen können“, sagt Martin Ruskowski, Vorstandsvorsitzender der SmartFactory-KL.
Mit _PHUKET 2.0 wird dieser Anspruch erstmals in dieser Form sichtbar. Besucher der Hannover Messe 2026 können sich vor Ort ein Bild davon machen, wie moderne Automatisierungskonzepte konkret aussehen und welches Potenzial eine offene, datengetriebene Produktionsarchitektur entfalten kann.
Umsetzung mit starken Partnern
Dass es dabei nicht bei der Theorie bleiben soll, zeigen die Partner am Stand: darunter die Harting Technologiegruppe, Pfalzkom GmbH, Pilz, Proalpha, Xitaso, Yaskawa Europe, das Fraunhofer IESE, 8com Cyber Security, SSH Communications Security, das Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz sowie die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau. Sie liefern die Use-Cases, die das Konzept mit Leben füllen sollen.
Auch darüber hinaus reicht der Auftritt in Hannover: Das Transferprojekt „Mittelstand-Digital Zentrum Kaiserslautern“ ist ebenfalls vertreten. In Halle 27, Stand B35 zeigt es seinen KI-Demonstrator DIRKI und beteiligt sich am Bühnenprogramm des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie der Messe.
Hannover Messe 2026, Halle 13, Stand C35










