Künstliche Intelligenz
Lernende Maschinen im Fokus
An den beiden ersten Messetagen galt das besondere Interesse der Besucher dem Thema künstliche Intelligenz. Viele sind nach Hannover angereist mit dem Wunsch, zu erfahren, wie sich das viel diskutierte Thema für die eigene industrielle Produktion nutzen lässt. Und in jeder einzelnen Halle fanden sie Antworten bei Ausstellern.
Siemens zum Beispiel nutzte die Hannover Messe 2024, um das erste generative Künstliche-Intelligenz-Produkt für Engineering im industriellen Umfeld vorzustellen. Der Siemens Industrial Copilot, ein generativer KI-gestützter Assistent, ist nahtlos mit dem Portal Totally Integrated Automation (TIA) verbunden. Automatisierungsingenieure finden so schneller Antworten auf ihre Fragen, können eine grundlegende Visualisierung generieren und schneller Code für speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) entwickeln. Dadurch reduziert sich ihr Arbeitsaufwand erheblich, Routineaufgaben können an den Siemens Industrial Copilot ausgelagert werden und das Engineering komplexer Aufgaben ist weniger fehleranfällig. Bei langfristig steigender Qualität und Produktivität sind so Entwicklungszeiten deutlich kürzer. Der Siemens Industrial Copilot für TIA Portal Engineering ist ab Sommer 2024 auf dem Siemens Xcelerator Marketplace zum Download verfügbar.
Lernender Copilot
Microsoft präsentiert am Messestand zusammen mit BMW in einem Showcase ein gemeinsam entwickeltes KI-basiertes Projekt: Der Copilot in Microsoft Dynamics 365 Guides hilft bei BMW per Sprachsteuerung dabei, Daten für die Fahrzeugentwicklung aus unterschiedlichen Systemen zu integrieren, Schlüsse abzuleiten und damit die Entwicklungsprozesse spürbar zu vereinfachen und zu beschleunigen. Dabei setzt BMW auch auf HoloLens 2, über die die datenbasierten Ergebnisse als Hologramme auf reale Bauteile projiziert werden.
Automatisierte Modernisierung
Im Future Hub in Halle 2 stellen das KIT und das FZI Forschungszentrum Informatik ihre Projekte an einem gemeinsamen Stand vor. Ziel des Projekts AgiProbot ist zum Beispiel, dass sich Fabriken autonom an ständig neue Bedingungen anpassen können. Dabei stellt das Remanufacturing einen idealen Anwendungsfall dar: Gebrauchte Produkte werden durch Demontage, Aufarbeitung und Remontage auf den Qualitätsstandard von neuen Produkten gebracht, sodass sie sich wiederverwenden lassen. Damit trägt Remanufacturing zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft bei.
Wie die Roboter in AgiProbot lernen, demonstriert das KIT anhand des Beispiels Inspektion gebrauchter Produkte: Bei der Befundung wird bewertet, ob sich ein gebrauchtes Produkt aufarbeiten und wiederverwenden lässt. In AgiProbot wird an einer Befundungsstation das sonst von Menschen vorgenommene anfängliche Überprüfen gebrauchter Produkte automatisiert. Dazu nutzt die Station Verfahren der optischen Messtechnik wie ein robotergeführtes Kamerasystem und Methoden der Künstlichen Intelligenz. So kann die Station lernen, Zustand und Mängel selbstständig festzustellen. | dsc









