Geschäftszahlen des 2. Quartals

Mara Hofacker,

Siemens mit "robuster Leistung"

Siemens hat die Ergebnisse des 2. Quartals seines Geschäftsjahres veröffentlicht und zeigt sich zufrieden mit einer insgesamt "robusten Leistung" unter schwierigen Umfeldbedingungen. 

Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG. © Siemens

"Wir haben trotz komplizierter Umfeldbedingungen ein robustes Quartal abgeliefert. Besonders beeindruckt hat mich mein globales Team, das den ursprünglichen Zeitplan für die Abspaltung des Energiegeschäfts einhält. Wir erwarten im dritten Quartal unseres Geschäftsjahrs die Talsohle zu erreichen. Die Gesundheit und Sicherheit unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter steht für uns weiterhin an oberster Stelle, während wir unsere Geschäftsaktivitäten fortsetzen, wo immer wir das verantwortungsvoll tun können", sagte Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG.

Laut Bericht liegen die Umsatzerlöse mit 14,2 Milliarden Euro fast auf Vorjahresniveau, da Zuwächse bei Siemens Healthineers und Mobility einen Rückgang bei Digital Industries ausglichen. Der Auftragseingang sank um 8 Prozent auf 15,1 Milliarden Euro, aufgrund des sehr stark rückläufigen Volumens aus Großaufträgen bei der Sparte Mobility. Auf vergleichbarer Basis (ohne Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte) gingen die Umsatzerlöse um 1 Prozent und der Auftragseingang um 9 Prozent zurück. Das Book-to-Bill-Verhältnis blieb mit 1,06 klar über 1.

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Das angepasste EBITA Industrielle Geschäfte mit 1,6 Milliarden Euro zeigte sich erheblich rückläufig, wobei alle industriellen Geschäfte Auswirkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie verzeichneten. Die angepasste EBITA-Marge Industrielle Geschäfte betrug 12,1 Prozent, zurückgehalten durch Personalrestrukturierungsaufwendungen von 0,2 Milliarden Euro, die die Marge um 1,2 Prozentpunkte verminderten. 

Der Gewinn nach Steuern lag bei 0,7 Milliarden Euro und beinhaltete einen Verlust aus nicht fortgeführten Aktivitäten von 0,3 Milliarden Euro, verglichen mit einem Gewinn nach Steuern im Q2 GJ 2019 von 1,9 Milliarden Euro, der durch einen Gewinn aus nicht fortgeführten Aktivitäten von 0,2 Milliarden Euro sowie durch eine niedrigere Steuerquote begünstigt war. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ging auf 0,80 Euro zurück. 

Digital Industries

Im Geschäftsbereich Digital Industries stieg der Auftragseingang in erster Linie im Geschäft mit Fabrikautomatisierungslösungen sowie im Software-Geschäft an, da beide Geschäfte eine Reihe von größeren Aufträgen verzeichneten. Geografisch betrachtet war das Auftragswachstum auf die Regionen Europa, GUS, Afrika, Naher und Mittlerer Osten (Europa/GANO) sowie Asien, Australien zurückzuführen, unter anderem mit prozentual zweistelligem Wachstum in China.

Über die Geschäfte hinweg jedoch zeigten sich rückläufige Umsatzerlöse, zum Teil aufgrund von Beeinträchtigungen durch Covid-19 (besonders aufgrund gesunkener Kundennachfrage), wobei der Rückgang am stärksten in den kurzzyklischen Geschäften ausfiel. Betrachtet man diesen Teil geografisch, so gab es niedrigere Umsatzerlöse in Asien, Australien (insbesondere in China) sowie Europa/GANO (vor allem in Deutschland).

Die Belastung der Profitabilität durch die niedrigeren Umsatzerlöse traf laut Bericht die hochmargigen kurzzyklischen Geschäfte am stärksten, dies führte insgesamt zu einem erheblichen Rückgang des Angepassten EBITA. Siemens erwartet stärkere finanzielle Belastungen durch Covid-19 im 3. Quartal.

Ausblick

Siemens zeigte im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2020 eine solide Leistung, selbst als die wirtschaftlichen Folgen der CovidCovid-19-Pandemie begannen, unsere Geschäftsprozesse und unsere Finanzergebnisse zu beeinträchtigen. Für das dritte Quartal unseres Geschäftsjahrs erwartet der Konzern einen noch höheren Einfluss der Pandemie auf die Geschäftsentwicklung. 

Wie Siemens vermeldet, kann die ursprüngliche Prognose für das Geschäftsjahr 2020 nicht mehr bestätigt werden, da die gesamtwirtschaftliche Entwicklungen über das 3. Quartal hinaus derzeit noch nicht zuverlässig eingeschätzt werden können.

Im Geschäftsjahr 2020 erwartet das Unternehmen nunmehr einen moderaten Rückgang der vergleichbaren Umsatzerlöse (ohne Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte) sowie ein weiterhin über 1 liegendes Book-to-Bill-Verhältnis. Der Nachfragerückgang schlage sich am stärksten in den Operativen Unternehmen Digital Industries und Smart Infrastructure nieder.

An der Abspaltung und dem Börsengang von Siemens Energy vor dem Ende des Geschäftsjahrs 2020 wird festgehalten, aus dem ein Abspaltungsgewinn erwartet wird. Weiterhin geht man davon aus, dass die Kosten aus der Abspaltung sowie Steueraufwendungen in Zusammenhang mit der Ausgliederung und der Aufstellung des Teilkonzerns Siemens Energy den Gewinn nach Steuern wesentlich belasten werden. Deshalb wird für das Geschäftsjahr 2020 noch keine Prognose für das unverwässerte Ergebnis je Aktie (für den Gewinn nach Steuern) gegeben.

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