Instandhaltung
Heizkosten halbiert durch Sanierung
Bei der Sanierung alter Heizungsanlagen ist die Frage, ob die vorhandene Anlage noch wirtschaftlich zu betreiben ist ebenso relevant wie das Niveau der Schadstoffemissionen. Auch die Effektivitätskennziffern und die technische Zuverlässigkeit des Systems sind von Bedeutung. All diese Aspekte kamen zum Tragen, als bei AEG Hausgeräte/ Electrolux Investitionen in neue Gebäudetechnik anstanden.
Am Rothenburger Standort arbeiten 1.200 Menschen in Bürogebäuden und Werkshallen mit insgesamt 100.000 m² Produktionsfläche. Die alte Heizungsanlage – zwei Dampf- beziehungsweise Heißwasserkesselanlagen – versorgte den gesamten Standort. Ihre Leistungsdaten erfüllten aber die Anforderungen nur unzureichend. Das bedeutete beispielsweise: Schlechter Wirkungsgrad der Kesselanlage, hohe Übertragungsverluste vom Kesselhaus zu den Verbrauchern und ein großer elektrischer Energieeinsatz zur Verteilung über Register und Lüftungskanäle.
Von einem neuen Heizsystem erwartete man ein verbessertes Hallenklima im Produktionsbereich, die gleichmäßige und zugfreie Wärmeverteilung im Winter sowie eine Verbesserung der Luftqualität und Reduzierung der Hallentemperatur im Sommer. Weitere Kriterien waren: Effiziente Regelbarkeit der Heizung und Lüftung für den 3-Schichtbetrieb, Energieeinsparung ≥ 50% und eine Amortisationszeit von weniger als vier Jahren.
Durch das neue Heizungskonzept – realisiert in zwei Bauphasen – konnten die Defizite der Altanlage ausgeglichen und die gestellten Anforderungen erfüllt werden. Im ersten Bauabschnitt stand die Sanierung der Heizung für Büro- und Lagerbereich an. Dabei wurde der Heizkreislauf aus der Zentralversorgung herausgelöst. Er wird nun über zwei neue Warmwasserkessel versorgt. Damit lässt sich der notwendige Wärmebedarf besser regeln und eine erste Reduzierung im Energieverbrauch konnte erzielt werden.
Im zweiten Bauabschnitt wurden die Produktionshallen mit dezentralen Deckenheiz- und Lüftungssystemen ausgerüstet. Zum Einsatz kamen die direktbeheizten Warmlufterzeugungssysteme (Typ Rheinland) von LK Heiztechnik. Der hohe Wirkungsgrad, der unter der Hallendecke montierten Einheiten wird begünstigt durch die Nutzung von Prozesswärme sowie Sonneneinstrahlung und Beleuchtung. Alle Anlagen sind mit einer geregelten Außenlufteinrichtung versehen, so dass sie sowohl im Heiz- als auch Lüftungsmodus betrieben werden können. Eine Belüftungseinrichtung im Heizungssystem sorgt für Frischluft, die direkt oder beheizt zugeführt werden kann. So sorgt die Anlage auch in den Wintermonaten für einen zugfreien Luftaustausch. Um verbrauchte Luft abzuleiten, wurden zusätzliche Abluftventilatoren installiert, die im Intervallbetrieb oder abhängig von der Hallentemperatur betrieben werden.
Die Anlagenkonzeption erlaubt es, die durch Maschinen und Anlagen anfallende Prozessabwärme bedarfsorientiert einzusetzen. Während im Sommer die Abwärme über die Abluftventilatoren abgeführt wird, kann die Heizleistung im Winter für angrenzende Hallenbereiche genutzt werden. Die eingesetzte Steuer- und Regeltechnik koordiniert die erforderliche Heiz- und Lüftungsleistung und ist in die Gebäudeleittechnik einbindbar. Der Schwabacher Hersteller installierte 16 Anlagen. Zur Vermeidung von Einschränkungen für die laufende Produktion arbeiteten die Montageteams meist in den Nachtstunden.
Durch die Realisierung des neuen Heizungs- und Lüftungskonzeptes liegt die Einsparung im ersten Jahr bereits bei 277.000 cbm Erdgas. Aus der Stillegung der Heizzentrale resultiert eine Einsparung bei Personal- und Wartungskosten (etwa 90.000 Euro) und der Stromverbrauch reduzierte sich um 30 % gegenüber den Vorjahren. Insgesamt ist in der ersten Heizperiode eine Einsparung von 63 % gegenüber den Vergleichswerten aus früheren Jahren realisiert worden. ms









