Gefahrstoffarbeitsplätze, Sicherheitsschränke mit Umluftsystem

Sicherheit im Raum

Der Umgang mit und die Lagerung von Gefahrstoffen steht heute in fast allen produzierenden Unternehmen auf der Tages- ordnung. Wenn aber brandgefährliche und gesund- heitsschädliche Substanzen innerhalb der Betriebsräume verwendet werden, ist höchste Vorsicht geboten. Ohne moderne Lüftungstechnik geht hier nichts. Dass dafür nicht immer teure Baumaßnahmen erforderlich sind, zeigt SCOPE-Redakteur Michael Stöcker in diesem Beitrag.

Die Sonne bringt nicht alles an den Tag. Das Tückische bei der Arbeit mit Chemikalien ist beispielsweise, dass die von ihnen ausgehenden Gefahren oft versteckt und unsichtbar lauern – nämlich in der Umgebungsluft in Form von Gasen, Dämpfen oder auch feinsten Partikeln. Haben sich die Gefahrstoffe auf diese Weise in den betrieblichen Räumen ausgebreitet, ist zum einen die Gesundheit der Mitarbeiter bedroht – durch die Einatmung ätzender, erstickender oder krebserregender Substanzen. Zum anderen besteht aber für das ganze Gebäude auch eine potenzielle Brandgefahr, die von den entzündbaren Gefahrstoffen ausgehen kann. Bei der Lagerung und Nutzung solcher Chemikalien in Innenräumen – beispielsweise Werkstätten, Produktionshallen oder Labore – ist deshalb eine ausgereifte Technik zur Entlüftung unabdinglich, die die schädlichen Gase rasch und zuverlässig aus dem Gebäude heraus befördert und von den Mitarbeitern fernhält.

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Sobald brennbare Flüssigkeiten in Innenräumen gelagert werden, muss auf jeden Fall sichergestellt sein, dass sich keine entzündbaren Gas-Luft-Gemische, die beispielsweise durch Verdunstung entstehen, unmittelbar am Lagerort anstauen können. Eine gute Empfehlung sind hier Sicherheitsschränke, die bereits ab Werk vorschriftsmäßig und serienmäßig mit Ent- und Belüftungsanschlüssen ausgestattet sind und so einen regelmäßigen Luftaustausch im Schrank ermöglichen. Ein gefährlicher Luftstau wird vermieden.

In vielen Betrieben erfolgt die erforderliche Durchlüftung mit Hilfe einer bauseitig installierten Abluftanlage, an die der Schrank mit den Gefahrstoffen fest angeschlossen wird. Die belastete Luft wird dann abgesaugt und über mehr oder weniger komplexe Abluftleitungen nach draußen ins Freie abgeführt. Was aber tun, wenn eine solche Festinstallation aus architektonischen Gründen nicht möglich ist oder eine überdimensionierte (und zu teure) Lösung darstellen würde? Eine Antwort kennt Walter Bolik, der als Produktmanager Lüftungstechnik für das Unternehmen Asecos arbeitet. Er sagt: „Wer eine flexiblere Variante benötigt oder keine Möglichkeit zur Einrichtung einer bauseitigen Lösung hat, kann auf so genannte Umluftfilter-Aufsätze zurückgreifen“. Auch im Rahmen von Gebäudesanierungen oder der funktionellen Umnutzung von Räumen kann das ein sinnvoller Weg sein.

Kontinuierlicher Luftwechsel

Solche Umluftfilter-Aufsätze sind recht kompakt und werden direkt auf den Sicherheitsschrank aufgesetzt. Sie übernehmen dann das Entlüften der belasteten Luft aus dem Inneren des Sicherheitsschranks. Während dieses Prozesses werden die brennbaren Kohlenwasserstoffe aus der Abluft herausgefiltert und die gesäuberte Luft wieder zurück in den Raum abgegeben. Aufgrund des entstehenden Unterdrucks im Schrank strömt durch Belüftungszugänge wieder Raumluft in den Schrank hinein. Auf diese Weise ist ein kontinuierlicher Luftwechsel im Schrankinneren gewährleistet. Größere Schadstoff-Konzentrationen können sich so nicht bilden. Solche Umluftfilter-Aufsätze gibt es sowohl für Sicherheits-Hochschränke, in denen sich brennbare Flüssigkeiten aufbewahren lassen als auch für Unterbauschränke. In vielen Fällen dürfte sich die „Aufsatzlösung“ als wesentlich kostengünstiger erweisen als die Installation und Montage einer leitungsintensiven und in die Architektur des Gebäudes integrierte Abluftanlage. Mal ganz abgesehen vom späteren Wartungsaufwand.

Je nach Branche stehen die Unternehmen aber nicht nur vor der Frage der sicheren Gefahrstofflagerung, sondern müssen ihr Personal auch vor dem Einatmen von Gefahrstoffen während der Arbeit schützen. Beispielsweise bei Reinigungsarbeiten oder auch Misch-, Abfüll- und Analyseprozessen, bei denen gesundheitsschädliche Chemikalien zum Einsatz kommen. Produktmanager Bolik betont deshalb: „Tätigkeiten, bei denen Beeinträchtigungen der Mitarbeiter durch Einatmen der beim Arbeiten entstehenden Dämpfe, Gase oder Stäube möglich sind, sollten immer in einem Gefahrstoffarbeitsplatz durchgeführt werden. Denn diese Geräte verhindern durch eine Kombination aus generierten Luftschleiern und Luftabsaugung, dass der Mitarbeiter beim Arbeiten mit der kontaminierten Luft aus dem Arbeitsbereich in Berührung kommt.“ Die Entlüftung der belasteten Luft funktioniert bei diesen Gefahrstoffarbeitsplätzen auf die gleiche Weise wie bei Sicherheitsschränken – also über einen Abluftanschluss. In besonderen Fällen geschieht dies auch über den Anschluss eines Umluftfilters.

Im Vorfeld einer Investitionsentscheidung kann es Sinn machen, die Leistungen des Test- und Applikationscenter für Gefahrstoffarbeitsplätze in Anspruch zu nehmen. Schließlich sind die Anwendungen, die in der Industrie unter Zuhilfenahme von Gefahrstoffen durchgeführt werden, recht vielfältig. Und nicht in jedem Unternehmen finden sich hochqualifizierte Gefahrstoffspezialisten. Vor allem für Betriebe mit speziellen Arbeitsprozessen, in denen sehr giftige Gefahrstoffe verwendet werden, bietet die Asecos an, sich von der Wirkungsweise der Gefahrstoffarbeitsplätze explizit mit Blick auf die eigene Anwendung zu überzeugen. Dafür steht im Gründauer Stammhaus ein Testcenter zur Verfügung.

Michael Stöcker

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