Robust durch jedes Klima
Antriebstechnik für raue, feuchte und aggressive Einsatzbedingungen
Korrosion gefährdet Leistung, Lebensdauer und Effizienz. Moderne elektrische Aktuatoren begegnen diesem Risiko mit korrosionsfesten Werkstoffen, intelligenten Dichtungssystemen und hoher Temperaturbeständigkeit. Sie lassen sich in moderne Automatisierungssysteme integrieren und sind so bestens gerüstet für die Herausforderungen zukünftiger industrieller Umgebungen.
Korrosion zählt zu den größten Herausforderungen beim Einsatz von Aktuatoren. Sie beeinträchtigt Leistung, Lebensdauer und Sicherheit, erhöht die Wartungskosten und belastet Umwelt sowie Energieeffizienz. Ursache ist meist eindringende Feuchtigkeit, oft begünstigt durch Druckunterschiede im Gehäuse oder extreme Temperaturen, die Kondensation fördern. Auch salzhaltige Luft, aggressive Chemikalien oder Abgase können den Prozess beschleunigen. Moderne Aktuatorengenerationen begegnen diesen Risiken mit korrosionsfesten Werkstoffen, verbesserten Dichtungskonzepten und Temperaturbeständigkeit. Richtig spezifiziert, ersetzen sie pneumatische oder hydraulische Systeme wartungsarm und zuverlässig – vorausgesetzt, Materialien, Beschichtungen und Wartungsroutinen sind sorgfältig auf die Einsatzbedingungen abgestimmt.
Edelstahl gilt dank seiner hohen Korrosionsfestigkeit als bevorzugter Werkstoff für Aktuatoren in feuchten oder chemisch aggressiven Umgebungen. Eloxiertes Aluminium bietet eine leichtere und günstigere Alternative mit guter Kratz- und Verschleißfestigkeit, ist jedoch weniger korrosionsbeständig. Nickelbeschichtungen und spezielle Kunststoffe können ergänzend eingesetzt werden, erreichen aber nicht die Langlebigkeit von Edelstahl. Oft sorgt eine Materialkombination für das beste Verhältnis von Schutz, Gewicht und Kosten.
Selbst der beste Werkstoff nützt wenig ohne zuverlässige Dichtung. Eine gute Abdichtung schützt Aktuatoren vor Feuchtigkeit, Chemikalien, Staub und Schmutz. Der Schutzgrad wird über IP-Schutzarten angegeben: IP65 steht für Staubdichtheit und Schutz vor Strahlwasser, IP66 bis IP68 bieten steigenden Widerstand gegen Wasser, bis hin zum Eintauchen. IP69K schützt zusätzlich vor Hochdruck- und Heißwasserreinigung. Kombinationen dieser Schutzarten gewährleisten den höchsten Korrosionsschutz.
Aktuatoren trotzen extremen Temperaturen
Korrosionsbeständige elektrische Aktuatoren sind für Temperaturbereiche von –40 °C bis +85 °C ausgelegt. Diese große Spannweite ist kein Zufall: Sie beruht auf einer sorgfältigen Abstimmung der eingesetzten Werkstoffe, die sowohl bei Kälte als auch bei Hitze zuverlässig zusammenarbeiten. Werden solche Temperaturunterschiede in der Entwicklungsphase nicht berücksichtigt, kann das schwerwiegende Folgen haben: von erhöhter Korrosion über übermäßigen Verschleiß bis hin zu undichten Dichtungen.Dank ihrer hochentwickelten Werkstoffe und Dichtungen sowie ihrer Temperaturbeständigkeit sind korrosionsfeste elektrische Aktuatoren fast wartungsfrei. Modelle wie der Thomson Max Jac erreichen eine Einschaltdauer von bis zu 100 % und halten bis zu 500.000 Arbeitsspiele ohne Wartung durch. Maschinenkonstrukteure haben für anspruchsvolle Anwendungen üblicherweise pneumatische oder hydraulische Aktuatoren eingesetzt. Doch mittlerweile bieten elektrische Schwerlast-Aktuatoren in den meisten Kategorien eine vergleichbare oder sogar bessere Leistung als ihre klassischen Pendants. Trotz kompakter Bauweise bewegen sie hohe Lasten und bleiben dabei korrosionsfest und langlebig.
Gleicher Energieeinsatz, mehr Leistung
Elektrische Aktuatoren mit Kugelgewindetrieb statt Gleitgewinde bieten bei gleichem Energieeinsatz mehr Leistung, Effizienz und Geschwindigkeit. So erreichen Modelle für den industriellen Einsatz Geschwindigkeiten von bis zu 100 mm/s. Noch höhere Geschwindigkeiten werden eher bei Anwendungen wie Highspeed-Bestückungsautomaten benötigt und weniger bei der Betätigung von Ventilen oder Stellklappen, wo korrosive Umgebungen fast die Regel sind. Die hierfür geeigneten robusten Aktuatoren bieten gerade in korrosiven Umgebungen erweiterte Funktionen, die man bei pneumatischen und hydraulischen Zylindern vergeblich sucht – sei es die Positionsrückführung, eine hohe Energieeffizienz oder die Anbindung an Automatisierungssysteme.
In anspruchsvollen Umgebungen ist es ungemein wichtig, jederzeit die genaue Position der Last zu kennen. Mit seiner integrierten Elektronik kann ein elektrischer Aktuator zu jedem Zeitpunkt die genaue Position auf dem Hubweg berechnen und ausgeben. Somit müssen sich keine Personen in gefahrenträchtige Bereiche begeben. Im Unterschied dazu erfordern fluidbasierte Aktuatoren für eine solche Positionsrückführung eine hochkomplexe und wartungsintensive Infrastruktur.
Auch in Sachen Energieverbrauch zeigen elektrische Aktuatoren Vorteile. Pneumatische Zylinder müssen die Druckluft möglicherweise mit Trockenmittel beaufschlagen, um bei Kälte ein Gefrieren des Kondenswassers zu verhindern. Bei elektrischen Aktuatoren stellt sich dieses Problem nicht. Hydraulikzylinder müssen ständig laufen, um die korrekte Ölbeschaffenheit und ggf. den Haltedruck aufrechtzuerhalten, was parasitäre Energieverluste mit sich bringt. Demgegenüber sind Elektro-Aktuatoren zehnmal energieeffizienter als pneumatische Systeme und immer noch zwei- bis dreimal effizienter als Hydraulikzylinder.
Einbindung in Automatisierungssysteme
Mit dem Fortschritt von Industrie 4.0 rücken inzwischen auch korrosive Umgebungen in den Fokus der Automatisierung. Um diese Möglichkeiten voll auszuschöpfen, sind korrosionsfeste, intelligente Komponenten unverzichtbar. Ein Beispiel: In der Landwirtschaft könnten fahrerlose Transportsysteme künftig Düngemittel präzise ausbringen, ohne dass Menschen vor Ort eingreifen müssen. Solche Anwendungen setzen eine nahtlose Integration und smarte Kommunikation der Aktuatoren voraus – Anforderungen, die elektrische Systeme ideal erfüllen.
Mit zunehmenden Wetterextremen steigen auch die Anforderungen an Maschinenkomponenten, die in feuchten, salzhaltigen oder stark schwankenden Klimazonen arbeiten. Elektrische Schwerlast-Aktuatoren sind für solche Bedingungen konzipiert: Sie bestehen aus korrosionsbeständigem Edelstahl, verfügen über robuste Dichtungen und behalten selbst bei großen Temperaturschwankungen ihre Leistungsfähigkeit.









