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Artikel und Hintergründe zum Thema

Motek 2019

Mara Hofacker,

Elektrische Hub-Quer-Einheit für Transfersysteme

Schnaithmann Maschinenbau hat eine rein elektrisch betriebene Hub-Quer-Einheit (eHQE) entwickelt. Für den Remshaldener Automatisierungsspezialisten ist die eHQE der erste Schritt auf dem Weg zum vollelektrischen Transfersystem. Die neue Einheit wird auf der diesjährigen Motek unter dem Messe-Motto des Unternehmens „Best of Automation“ vorgestellt. 

Der direkte Vergleich zeigt, dass die neue elektrische Hub-Quer-Einheit eHQE von Schnaithmann (links) deutlich weniger Bauraum beansprucht als herkömmliche Hub-Quer-Einheiten. © Schnaithmann

„Bei vielen unserer Kunden wird Energieeffizienz und Gesamtwirtschaftlichkeit ein immer wichtigeres Thema und sie wollen Druckluft als Energieträger möglichst vermeiden“, sagt Thilo Hottmann, Geschäftsführer bei Schnaithmann. „Da ist die Entwicklung elektrischer Komponenten die logische Konsequenz.“ Darüber hinaus werden damit Anwendungen in Sauberraum-Umgebungen vereinfacht.

Eine Hub-Quer-Einheit ist quasi die Weiche in einem Transfersystem. Mit ihr lassen sich Werkstückträger auf ein Parallelband übersetzen oder der Materialfluss um 90 Grad umlenken. Hierzu muss das Transportgut zunächst etwas angehoben und dann quertransportiert werden, wobei die Hubbewegung bisher mit ein oder zwei Pneumatikzylindern realisiert wurde.

In der neuen elektrischen Version kommen für Kettenantrieb und Hub zwei EC-Getriebemotoren zum Einsatz. Die elektronisch kommutierten, bürstenlosen und damit verschleißfreien 24-V-Gleichstrommotoren haben einen sehr guten Wirkungsgrad und erlauben eine stufenlose Drehzahlsteuerung. Dadurch können zum einen rampenförmige Bewegungsprofile erzeugt werden, was dem Fördergut sehr zugutekommt. Andererseits lässt sich die Fördergeschwindigkeit einfach zwischen 5 bis 15 m/min variieren. Ein integrierter Hall-Sensor erlaubt exakte Positionieraufgaben, wodurch sich die Hub-Quer-Einheit sowohl als Zweistellungs- als auch Dreistellungseinheit einsetzen lässt. Zusätzliche Positionssensoren sind nicht notwendig, eine elektronische Haltebremse sorgt für die entsprechende Positionssicherheit. Angesteuert werden die Motoren über ein in die Hub-Quer-Einheit integriertes Steuermodul, die Kommunikation erfolgt über Profinet. Bei Bedarf lässt sich so eine umfangreiche Antriebsdiagnostik betreiben.  

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Durch den Wegfall des bisher für den Kettenantrieb verantwortlichen Standard-Getriebemotors beansprucht die neue Einheit nach unten wesentlich weniger Bauraum. Das ist besonders dann von Vorteil, wenn im industriellen Einsatz das Transfersystem eine unterhalb des Transportbandes verbaute Rücklaufspur, zum Beispiel für leere Werkstückträger, benötigt. Ansonsten wurde konsequent darauf geachtet, dass sich die neue Baugruppe nahtlos in den vorhandenen Systembaukasten einfügt. Ein Eins-zu-eins-Austausch ist damit jederzeit möglich.

Schnaithmann bietet die Hub-Quer-Einheit sowohl für seine Staurollensysteme BS11 und BS100 als auch für die Gurtbandsysteme BS20 und BS21 an. Vorgesehen ist die neue Einheit für alle gängigen Werkstückträgergrößen von 240 x 240 mm bis 560 x 560 mm und bis zu einer maximalen Gesamtmasse des Werkstückträgers von 50 kg. Die neue Hub-Quer-Einheit ist außerdem ESD-fähig. Die Baugruppe wird derzeit intensiven Dauerlauftests unterzogen und soll ab dem vierten Quartal 2019 auf dem Markt erhältlich sein.

Motek: Halle 3, Stand 3420

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