Siliziumzellen
Solar im Weltall
Zehn Jahre ist die ESA-Raumsonde Rosetta bereits unterwegs; nun erreicht sie ihr Ziel, den Kometen 67 P/ Churyumov-Gerasimenko. Nach 31 Monaten in einer Art Winterschlaf versorgen ihre Solarzellen jetzt wieder alle Systeme mit Energie. Den Strom produzieren Siliziumzellen von Azur Space Solar Power – einem Solar-Pionier der ersten Stunde.
Die beiden 14 Meter langen Solarpanele der Sonde haben im ausgeklappten Zustand eine Spannweite von 32 Metern; 64 Quadratmeter Solarzellen liefern 440 Watt. Die Entwicklung der Solarzellen begann Anfang der 1990er Jahre. Ausgangspunkt war das ESA-Programm LILT (Low Intensity, Low Temperature) zur Entwicklung von Solarzellen für niedrige Temperaturen (-130° C) und niedrige Solareinstrahlungen (1/20 der maximalen Intensität auf der Erde). Solarzellen waren zu dieser Zeit unter solchen extremen Bedingungen nicht einsetzbar. Es wurde schließlich eine Silizium-Solarzelle entworfen, die auf die Rosetta-Mission zugeschnitten war. Ende der 1990er Jahre war die Entwicklung abgeschlossen. Der neue Solarzellentyp wurde in einem Qualifikationsprogramm für den Einsatz in dieser Mission getestet und qualifiziert. Die Technologie bildete von der Mitte der 1990er Jahre für etwa 15 Jahre die Basis aller Siliziumsolarzellen für Raumfahrt. Inzwischen setzt das Heilbronner Unternehmen auf Triplezellen aus Gallium-Arsenid und ist damit weiter auf Erfolgskurs. ee








