Neuer Teststand

Energieketten auf Eis

Der Leitungshersteller Igus hat im Zuge seines Testlaborausbaus einen weiteren 40-Fuß-Container eingerichtet, um dort bewegte Leitungstests bei realen Bedingungen unter extremen Temperaturen durchzuführen. Dadurch ist der Motion-Plastics-Spezialist nach eigenen Angaben als einziger Leitungshersteller in der Lage, garantierte Temperaturaussagen für festverlegte Leitungen, bewegte Leitungen und für Leitungen in Energieketten zu geben.

In der neuen Kühlkammer von igus können Tests unter realen Bedingungen bis -40 Grad Celsius gefahren werden. (Bild: igus GmbH)

Kontinuierliche Bewegungen allein sind für Leitungen schon eine Herausforderung – aber wie verhalten sich Leitungen bei extremen Temperaturen von -40 Grad Celsius oder auch bei +60 Grad Celsius? Am Markt gibt es zwar international gültige Normen für bewegte Leitungen, diese geben jedoch keine verlässlichen Aussagen über die Lebensdauer bewegter Leitungen bei tiefen oder hohen Temperaturen im Einsatz in Energieketten. Aus diesem Grund testet der Leitungsexperte Igus seit über zehn Jahren seine Leitungen in der Dauerbewegung bei diesen Bedingungen und hat nun einen weiteren Teststand eingerichtet. „Im Rahmen unserer Testlaborerweiterung auf 2.750 Quadratmeter haben wir nun einen zweiten 40-Fuß-Container angeschafft und werden in dem einen ausschließlich Hitze-, in dem anderen nur Kältetests fahren“, erklärt Rainer Rössel, Leiter des Geschäftsbereichs Chainflex bei Igus. „Durch diese Trennung erhalten wir noch mehr sowie präzisere Testergebnisse und können dadurch noch mehr verlässliche Aussagen zu unseren Leitungen garantieren.“ In beiden Containern können Energieketten mit Leitungen in unterschiedlichen Längen (auch gleitend) und Geschwindigkeiten bewegt werden.

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Garantierte Lebensdaueraussagen für extreme Temperaturen

Durch die Vielzahl an Tests unter realen Bedingungen ist Igus in der Lage, in seinem Chainflex-Katalog für jede Leitungen jeweils drei Aussagen zum geeigneten Biegeradius und zur zulässigen Temperatur zu treffen. „Wir machen nicht nur die Angaben, bei welchen Temperaturen sich eine Leitung für die Festverlegung sowie für die Bewegung nach der Norm-Kältewickelprüfung eignet – auch können wir für jede Chainflex-Leitung eine Temperatur angeben, bei der die Leitung garantiert sicher in einer e-Kette verfahren werden kann.“

So unterschiedlich die Temperaturen sind, so verschieden sind auch die Probleme, die bei Anwendungen unter diesen Bedingungen auftreten können: Bei Kälteprüfungen sind Mantelbrüche die größten Herausforderungen. Bei zu hoher Wärme besteht hingegen die Gefahr darin, dass aufgrund der thermischen Veränderung des Außenmantels das Gesamtverseilgebilde keinen Halt mehr bekommt und aufgrund der ständigen Biegung in der Energiekette letztendlich ausfällt. Dadurch brechen beispielsweise einzelne Adern oder es entsteht der sogenannte ‚Korkenzieher‘. Durch die Verdopplung der Versuchskapazitäten im zweiten Container können die Grenzen nun noch besser simuliert und beispielsweise in der Vergangenheit aufgetretene Probleme mit Kondenswasser in den Versuchsanlagen durch rapide Temperaturwechsel verhindert werden. cs

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