Lüftungstechnik

Wie die Post auf den EC-Motor kam

Vor 25 Jahren hat Ziehl-Abegg die Grundlagen für die Markteinführung von energiesparenden EC-Motoren in der Lüftungstechnik gesetzt. Anlass war die Umrüstung der deutschen Telefon-Vermittlungsstellen auf Digitaltechnik. Denn die neue Technik erforderte eine sichere und dauerhafte Kühlung der Betriebsräume. Daraufhin haben alle namhaften DIV-Ausrüster letztlich wegen des guten Wirkungsgrades EC-Ventilatoren dieses Herstellers in ihren Geräten eingesetzt.

Eine Ausschreibung der Deutschen Bundespost (Vorgängerin der Telekom) bereitete den Weg für den Einsatz von EC-Motoren. Bis dato waren Ventilatoren in Lüftungsanlagen stets mit ungeregelten Asynchronmotoren angetrieben worden; der erste Versuch, den Stromverbrauch spürbar zu drosseln, war der Einsatz von Frequenzumrichtern als Regelgerät. "Die Post hat damals den Energiebedarf mit ins Angebot genommen", erinnert sich Gerhard Leutwein. Er war bei Ziehl-Abegg Entwicklungschef im Bereich Regeltechnik. Die neuartige Ausschreibung bezog also den Stromverbrauch von zehn Jahren in den Lüftungsanlagenkaufpreis mit ein. Oder vereinfacht: Ventilatoren konnten durchaus einen höherpreisigen Motor enthalten, wenn dieser zusammen mit dem Ventilator ein energiesparendes Produkt ergab.

Mit netzgespeisten EC-Antrieben (EC: Elektronisch kommutierter Gleichstrommotor) hatten sich die Entwickler des Herstellers bereits seit Mitte der 1980-er Jahre beschäftigt. Doch ein Serieneinsatz scheiterte immer an den deutlich höheren Kosten. 1989 gab es dann die ersten konkreten Gespräche mit dem Klimagerätebauer Hansa über den Einsatz der neuartigen Motoren im Rahmen der Post-Ausschreibung. Bis zur Serienfertigung vergingen allerdings noch zwei Jahre. Um den Anforderungen des Auftraggebers gerecht zu werden, wurden sowohl die Ventilatoren (radiale Laufräder) als auch die Motoren immer wieder neu durchgerechnet und optimiert. Schließlich stand ein Volumen von mehreren Tausend Geräten im Raum. RD40K-4KW.4R.1L lautete schließlich die Typenbezeichnung des ersten Ventilators mit energiesparendem EC-Motor. Der bewegliche Rotor war damals noch aus Stahl. Die ersten Serienprodukte wurden 1991 ausgeliefert. Eingesetzt wurden diese in den digitalen Vermittlungsstellen (DIV) der Deutschen Bundespost. "Bei den ersten EC-Anwendungen waren allerdings Motor und Elektronik noch getrennte Einheiten", sagt Leutwein. Ab 1998 lieferte der Ventilatoren-Spezialist dann die ersten Axialventilatoren mit integriertem EC-Controller aus - überwiegend eingesetzte in der Wärmetechnik und der Landwirtschaft. Erweitert wurde dieses Produktprogramm ab 2000 durch dreiflügelige Landwirtschaftsventilatoren. Um Bedienung und elektrischen Anschluss aller Gerätereihen möglichst identisch zu gestalten, haben die Künzelsauer die Regelgeräte in den Folgejahren vereinheitlicht. Entscheidet ein Kunde sich nun für ein EC-Gerät, macht sich das positiv an den Stromkosten bemerkbar. jg

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