Greiferkonzepte

Welcher Greifer passt zu welcher Entnahme?

Spritzgussteile können einfache, flache oder sehr komplexe Formen haben. Entsprechend muss der Greifer bei einer automatischen Entnahme aufgebaut sein. Piabs neue Fachabteilung Robotic Gripping entwickelt Greiferkonzepte für unterschiedliche Komplexitätsstufen.

EOAT-Greifer-Lösung für das Handling von Stoßstangen aus Kunststoff. © Piab

Spritzgussteile aus Kunststoff werden in den vielfältigsten Bereichen angewendet und können einfache flache Geometrien bis hin zu hochkomplexen gebogenen Geometrien haben. Bei der Fertigung dieser Bauteile ist die höchstmögliche Automatisierung des Herstellungsprozesses angestrebt, um Taktzeiten zu minimieren, Kosten zu senken und einheitliche Qualitätsstandards zu gewährleisten. Die automatische Entnahme der fertigen Bauteile spielt hierbei eine wesentliche Rolle und stellt hohe Anforderungen an das Design der End-of-Arm-Tools (EOATs).

Mit der Übernahme von SAS und Feba Automation kann Piab sowohl Greifer auf Basis standardmäßiger eckiger Profile als auch auf Basis von runden Profilen anbieten, abhängig vom Bauteil und dem Kundenwunsch.

Rechteckige Profile werden bevorzugt bei einfachen oder flachen Bauteilgeometrien, die kernseitig entnommen werden, eingesetzt. Bei dieser Form der Entnahme erfolgt die Entformung der Bauteils aus dem Werkzeug über Auswerfersysteme. Zur Entnahme kann das Bauteil von den Auswerferstiften oder Auswerfereinheiten mit einfachen Komponenten wie Saugern oder Klappfingern und Angusszangen aufgenommen werden. Dabei ist eine vollautomatische Entnahme mit Angussabtrennung möglich.

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Gerade für komplexe, geometriestarke Bauteile, wie sie in der Automobilindustrie bei Stoßstangen üblich sind, die matrizenseitig – also auf der Düsenseite – entnommen werden, kommt Piabs Greiferkonzept auf Basis von runden Profilen zum Tragen. Es erlaubt eine größere Flexibilität hinsichtlich der Positionierung der Komponenten am Greifer. Durch das geringere Gewicht des Greifers wird die Mechanik des Roboters geschont und seine Störanfälligkeit reduziert. Entsprechend sind höhere Traglasten oder der Einsatz eines kleineren Roboters möglich.

„Bei der matrizenseitigen Entnahme übernimmt, im Gegenteil zur kernseitigen Entnahme, der Greifer die Entformung aus dem Werkzeug. Hierbei muss der Greifer das Bauteil zwischenzeitlich über Greifzangenhubeinheiten und bewegliche Vakuumeinheiten aktiv verformen um es aus den werkzeugseitigen Hinterschnitten enformen zu können. Dabei müssen Weißbruch oder Kratzer auf A-Fläche des Bauteils, der sichtbaren Seite des Teils, unbedingt vermieden werden, da sie nach weiteren Prozessschritten wie Lackieren oder Galvanisieren weiterhin und oft noch deutlicher sichtbar sind und damit durch Qualitätskontrollprozesse durchfallen“, erläutert Felix Geuecke, Geschäftführer von Piab’s Robotic Gripping Produktionsstandort in Schmallenberg.

Verchromung im Nachgang
Eine weiter besondere Anforderung stellen Entnahmen von Bauteilen dar, die im Nachgang noch galvanisiert, also verchromt werden müssen – hier wäre jeder Abdruck und kleinster Kratzer auf der verchromten Oberfläche sofort sichtbar. Für die automatisierte Entnahme solcher Spritzgussteile hat Piab einen besonderen Greifer entwickelt. Dieser Greifer dockt über spezielle Zentriereinheiten an das Spritzgusswerkzeug an. Beflockte Konturstücke, die der Negativform des Bauteils entsprechen, nehmen das Bauteil sanft und schonend entgegen. Gehalten wird das Bauteil in der Negativform über Greiffinger die das Bauteil lediglich auf der Nichtsichtseite berühren. Auf diese Weise können auch empfindlichste Bauteile einfach und in gleichbleibend hoher Qualität automatisch gehandhabt werden. as

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