Handhabungstechnik
Besser bearbeitet: Palettenwechsler steigert Maschinenlaufzeit um 30 Prozent
Mit der Herstellung von Spritzgieß-, Druckguss- und Schnittwerkzeugen, zugehörigen Komponenten sowie Sonderanfertigungen und Prüflehren hat sich ANB Boumi seit 1991 einen Namen erarbeitet. Es ist hier fast alltäglich, Produkte wie Prüflehren für die Medizintechnik mit einer Konturgenauigkeit von 0,002 Millimeter herzustellen. Auch bei weniger anspruchsvollen Teilen bewegen sich die Losgrößen zwischen einem und fünf Stück bei Teilegewichten von zehn Gramm bis 800 Kilogramm. Die anspruchsvolle Teilevielfalt erfordert einen hochmodernen Maschinenpark, weitgehende Automatisierung und größte Flexibilität.
Mit der Beschaffung neuer Maschinen und Bearbeitungszentren installierte das Unternehmen zum Beschicken einer Schneiderodiermaschine Charmilles 6050 einen Palettenwechsler WorkPartner2 von System 3R. Ein Jahr später folgte eine Schneiderodiermaschine 4040 SL vom gleichen Hersteller, die in die Zelle mit dem WorkPartner2 integriert wurde. Der schon bei der Beschaffung des Palettenwechslers geplante spätere Ausbau zur Zweimaschinen-Beschickung stellte die Lieferanten wegen der Relation Aufstandsfläche zu Magazininhalt vor einige Probleme. Wegen des breiten Produktspektrums sollte im Magazin jeder oder zumindest jeder zweite Platz zu belegen sein und auch bei Losgröße eins einen mannlosen, automatischen Produktionsablauf ermöglichen. Grundlage für diese hohe Magazinbelegung bildeten die vorwiegend selbst entwickelten Spannmittel zur Aufnahme verschiedener standardisierter Grundrahmen, Paletten und Spannstöcke. Dieses Konzept erfordert zwar gegenüber den sonstigen Standardeinrichtungen im Palettenwechsler mehr Platz, ermöglicht aber eine höhere Produktionskapazität. Garant dieser Flexibilität ist das Spannsystem Unimatic von System 3R mit der integrierten Schwalbenschwanzführung. Sie ermöglicht die einfache und präzise Aufnahme aller Spannvorrichtungen.
Das Konzept des Automatisierungsspezialisten aus dem Kanton St. Gallen mit dem Palettenwechsler WorkPartner2 überzeugte vor allem wegen der kleineren Aufstandsfläche, der größeren Magazinbestückung, der flexibleren Handhabung sowie der Ausbaumöglichkeit zum Beschicken von zwei oder mehr Maschinen. Bei einer Aufstellfläche von 1.895 mal 1.835 Millimeter enthält das Magazin in der Standardausführung sechs bis acht Regalebenen, bei kleineren Werkstücken können bis zu zehn Ebenen für Werkstücke genutzt werden.
Durch frontseitiges Laden ist das Gerät bedienfreundlich. Die Magazinkapazität beträgt beim Fräsen und Erodieren maximal 80 Kilogramm pro Position oder 400 Kilogramm pro Regalebene. Die für ANB konzipierte Ausführung enthält fünf Ebenen zur Aufnahme der Spannvorrichtungen in Unimatic-Haltern. Weitere Pluspunkte betreffen die Struktur, Handhabung und Vernetzungsfähigkeit der Software. Sie ist nach oben offen, auch für gängige ERP-Lösungen geeignet und verhindert dadurch Schnittstellenprobleme.
Mit 24 Werkstückpaletten im WorkPartner2 lässt sich die meist unter hohem Termindruck stehende Arbeit effektiv organisieren und dabei auch die Bearbeitungspriorität eines Auftrags einfach verändern. Durch kürzere und exakt planbare Durchlaufzeiten der Erodierzelle – Messungen der Arbeitsergebnisse sind zwischendurch jederzeit möglich – lassen sich jetzt die Lieferzeiten noch besser einhalten; es kann vor allem kurzfristig auf Express-Aufträge reagiert werden. pb








