Von Grenzebach: Der Tänzer unter den FTS
Vorwärts, rückwärts, seitwärts, drehen
Grenzebach entwickelte ein kundenspezifisches Fahrerloses Transportsystem ganz nach den Wünschen von Scania – komplett integriert in den Produktionsprozess.
Die Aufgabenstellung hört sich einfach an, ist jedoch in der Umsetzung anspruchsvoll: Die von Scania hergestellten Fahrgestell-Profile mit einer Länge von sechs bis elf Meter müssen automatisch über eine Distanz von zehn Metern von einem Förderer zu einem Montagetisch transportiert werden. Diese Aufgabe wiederholt sich mit einer Taktzeit von weniger als fünf Minuten. Das System muss zuverlässig und betriebssicher arbeiten und für den industriellen Serienbetrieb eine hohe Robustheit aufweisen.
Dazu hat Grenzebach ein individuelles System entwickelt, dass exakt auf die Aufgabestellung von Scania ausgerichtet ist. Die Idee dahinter, ein Fahrerloses Transportsystem (FTS), das automatisch und personensicher die Ware von unten vom Förderer aufnimmt und anhebt, transportiert, auf dem Montagetisch absetzt und zur Ausgangssituation zurück fährt.
Das System kann mit einer Geschwindigkeit von 0,3 Metern pro Sekunde sich in drei Freiheitsgrade bewegen – vorwärts und rückwärts, seitlich sowie drehen. Die Größe des kompletten FTS darf dabei nicht unterschätzt werden: mit einer Länge von 10,70 Metern und einer Breite von 1,60 Metern und einer Ladekapazität von 1,1 Tonnen ist das System ein Riese unter den Fahrerlosen Transportsystemen. Dabei schafft es trotzdem eine Positioniergenauigkeit von plus/minus 3 Millimetern.
Seine vier Gabeln können sowohl rechts als links auf 1,80 Meter ausgefahren und auf 230 Millimeter Höhe angehoben werden. Damit die Gabeln von unten die Ware abnehmen können, ist die Höhe des Systems von 0,75 Meter optimal. Für das Gleichgewicht wurden Stabilisator-Füße eingebaut, die beim Aufnehmen der Ware ausfahren.
Für die Personensicherheit des Fahrzeugs wurden vier Sicherheitsscanner eingebaut, die auch die ausfahrenden Gabeln auf beiden Seiten berücksichtigen.
Sowohl das Konzept als auch die Umsetzung erfolgte durch Grenzebach und das in äußerst kurzer Zeit: von der Auftragsvergabe bis zum Liefertermin waren es nur 22 Wochen. Die große Herausforderung dabei war, dass die Inbetriebnahme beim Kunden vor Ort in nur 2,5 Wochen erfolgen musste. Deswegen wurde das System bei Snox in Aartselaar gebaut und getestet, so dass bei Scania in Angers, Frankreich, nur noch die Implementierung in den Produktionsprozess erfolgte. bw












