Preisverleihung auf der Logimat
Effektiver, produktiver, sparsamer
Ein Hochregallager auf Holzbasis, eine Datenschnittstelle und ein Reader zur Warenverfolgung in Echtzeit sind die Sieger des Wettbewerbs „Bestes Produkt“ anlässlich der Logimat 2015. Siegreich waren die Kaufmann Bausysteme, Jungheinrich und Kathrein Sachsen.
Eine unabhängige Jury aus Wissenschaftlern und Journalisten wählte aus insgesamt 91 eingegangenen Bewerbungen drei Gewinner aus, die dem Namen „Bestes Produkt“ gerecht werden. Sie erfüllen die Wettbewerbsbedingungen: Produktivitätssteigerung, Rationalisierung und Kostenersparnis. Die ausgezeichneten Unternehmen leisten aus Sicht der Jury mit ihren Produkten einen Beitrag zu sichereren Prozessen, zur leichteren Anpassung an Veränderungen, natürlich zu Effizienzverbesserung und somit letztlich Steigerung der Produktivität in der Logistik. Vergeben wurde der Preis „Bestes Produkt“ an die Gewinner im Rahmen der feierlichen Eröffnung am Vormittag des ersten Messetages der heute zu Ende gehenden Logimat 2015.
In der Kategorie „Software, Kommunikation, IT“ ging der Preis an Jungheinrich für die universelle Datenschnittstelle „Jungheinrich Logistik-Interface“.
Intralogistische Prozesse stehen immer häufiger unter Kosten- und Leistungsdruck. Vor diesem Hintergrund lässt sich eine Entwicklung zu größeren und verstärkt technologischen Lagern mit zunehmender Prozessoptimierung beobachten. Um diese intralogistischen Prozesse zu steuern und zu überwachen, werden Lagerverwaltungssysteme (LVS) und weitere IT-Systeme eingesetzt. Die Prozesse können teilweise automatisiert werden, vorausgesetzt es gibt eine entsprechende Schnittstelle zwischen Stapler und IT.

Kompakt und komplett
Die Logimat in Stuttgart wächst weiter überaus kräftig. Der Branchentreff Logimat belegt erstmals sieben von acht Messehallen in Stuttgart. Ausstellerangebot und das informative Rahmenprogramm thematisieren vom 10. bis 12. Februar Lösungsangebote für die aktuellen Herausforderungen von Industrie 4.0, Ressourceneffizienz sowie Integration und Flexibilität.
Das „Jungheinrich Logistik-Interface“ ist diese universelle Schnittstellensoftware (Middleware). Diese Verbindung hat verschiedene praktische Anwendungen mit Prozessoptimierungspotenzial. So entfallen Suchfahrten, der Fahrweg des Fahrzeugs wird optimiert und Scan-Vorgänge werden hinfällig. Damit steigt die Produktivität des Fahrzeugs um bis zu 25 Prozent.
In der Kategorie „Kommissionier-, Förder-, Hebe-, Lagertechnik“ ging der Preis an die Kaufmann Bausysteme für ein Hochregallager aus Holz: Lagerlogistik ist bereits seit einigen Jahren eine stetig wachsende Branche. Die stark gestiegenen Preise am Stahlmarkt haben kurzfristig nicht nur zu einer enormen Verteuerung im Regalbau geführt, sondern es war zeitweise für Bauherrn gar nicht möglich, verbindliche Preise beziehungsweise Termine zu bekommen.
Eine Lösung ist das weltweit erste Hochregallager aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz mit entscheidenden Vorteilen gegenüber der Alternative in Stahl. Wirtschaftliche Faktoren sind die Fixpreisgarantie für mehrere Monate und ein hoher Vorfertigungsgrad im Werk. Damit wird die kostenintensive Montagedauer des Regals deutlich verkürzt und die Wirtschaftlichkeit erhöht. Bautechnisch gesehen liegen die Vorteile außerdem in der beinahe witterungsunabhängigen Montagezeit. Qualitativ bietet Holz, vor allem bei der Lagerung von speziellen Produkten wie zum Beispiel Lebensmittel, Salz o.ä., die teilweise mit chemischen Reaktionen die Beständigkeit von Stahl dramatisch verschlechtern, Vorteile. Das wahrscheinlich wesentlichste Kriterium für die Zukunft ist aber die Ökologie des Werkstoffes. Holz ist im Gegensatz zu Stahl CO2 neutral und belastet dadurch die Umwelt nicht.
In der Kategorie „Identifikation, Verpackungs- und Verladetechnik, Ladungssicherung“ ging der Preis an die Kathrein Sachsen für das neuartige „ARU-CSB-ELC“ Antenna-Reader Unit mit Zirkular Switch Beam: Es handelt sich hierbei um ein System für Waren-Richtungserkennung, das auf den herkömmlichen UHF RFID Reader und Transpondern basiert. Das System detektiert dynamisch die Bewegung von den UHF RFID Transpondern, die sich in System-Reichweite befinden und kann ihre Richtung erkennen. Auf diese Weise können Waren automatisch verfolgt werden.
Die typischen Logistik-Applikationen wie Ein-/Ausbuchen von Waren in Lager, Be/-Entladen von Behältern an „Dock-Doors" in einen LKW oder Richtungserkennung von Paletten auf Gabelstapler sind durch dieses System zu realisieren. Viele Unternehmen nutzten schon die Vorteile von UHF RFID für Kennzeichnung und Inventur von ihren Produkten. Das intelligente „ARU-CSB-ELC“ bringt durch die Möglichkeit, nahezu in Echtzeit auf die Ereignisse im Warenfluss zu reagieren, Mehrwert auch in bereits existierende Identifikationssysteme.
Der Preis „Bestes Produkt“ wurde vor zwölf Jahren vom Veranstalter der Logimat initiiert, um auf die Spitzenleistungen der Aussteller, von denen viele aus dem Mittelstand kommen, aufmerksam zu machen. Die Sieger des Wettbewerbs werden mit einer Plakette und einer Urkunde prämiert. bw









