Fördertechnik
Mode ohne Stau
Orsay hat sein Vertriebsnetz in Osteuropa enorm ausgeweitet. Im Verlauf der Expansion hatte der Modekonzern bereits 2002 neben dem Firmensitz im baden-württembergischen Willstätt eine zweite Zentrale im polnischen Breslau errichtet. Seit Mitte 2008 wurde dieser Standort so stark ausgebaut, dass hier ein zentrales Distributionslager entstehen konnte und die beiden bisherigen Lager hierin aufgingen. Die Lagerfläche in Breslau wurde von 6.000 auf 36.000 Quadratmeter erweitert. Das Lager Willstätt-Eckartsweier wurde im Februar geschlossen, das Lager Willstätt-Sand dann im September 2009. Die notwendige Fördertechnik stammte von AMI – Orsay war damit zufrieden und wollte mit der Lager- und Fördertechnik aus dem Westerwald auch in Polen arbeiten.
Auf hunderten Metern transportieren hier Rollen- und Gurtförderer Textilien von Arbeitsstation zu Arbeitsstation und reduzieren die Wege der Mitarbeiter auf das notwendige Minimum. Das intralogistische Konzept des Breslauer Lagers, das der AMI-Projektleiter gemeinsam mit den Verantwortlichen bei Orsay ausarbeitete, ist so angelegt, dass Kommissionierung, Endkontrolle und Versand bei Bedarf modular erweiterbar sind. So kann der Modehändler die Kapazitäten im Lager flexibel an sich verändernde Anforderungen anpassen. Beispielsweise wurden im Herbst 2008 der Kommissionierbereich erweitert sowie die Bereiche Endkontrolle und Verpackung auf die dreifache Kapazität ausgebaut. Damit war das Lager optimal für die Übernahme der Kapazitäten des Eckartsweierer Lagers gerüstet: Drei Millionen Artikel lagern hier, und täglich werden rund 10.000 Picks kommissioniert. Bevor die Aufgaben des Lagers in Willstätt-Sand auf das Breslauer Zentrallager übergingen, wurde noch eine automatische Sortieranlage, die bisher in Eckartsweier im Einsatz war, in den Materialfluss des neuen Lagers integriert. Die Logistikkosten des Unternehmens sinken durch die Zentralisierung der Lagerstandorte in Breslau um rund 50 Prozent.
Staudrucklose Förderung
Da die Textilien direkt in Versandkartons kommissioniert werden, war der geregelte Warenfluss zwischen Kommissionierung, Versand und Endkontrolle wichtig. Hier sind deshalb staudrucklose Rollenförderer eingesetzt, damit die Kartons während des Transports nicht zerdrückt oder beschädigt werden. Kommissioniert wird die Ware mit Handwagen. Anschließend erfolgt an langen Tischreihen die Feinkommissionierung. Jeweils zwischen zwei Tischreihen läuft ein Gurtförderer, der fertig kommissionierte Kartons der Hauptförderstrecke zuführt. Hier kommen die staudrucklosen Rollenförderer ARFS 50-130 von AMI zum Einsatz. Die Tragrollengerüste sind im Inneren mit Hubsegmentbalken ausgestattet; sie ermöglichen über einen elektropneumatischen Mechanismus das Anheben der Tragrollen, um so die transportierte Ware zu stoppen. Diesen Vorgang steuert ein Sensorventil im Inneren des Tragrollengerüsts. Die Signale aufeinanderfolgender Sensoren sind so gekoppelt, dass die Kartons einzeln zum nächsten freien Platz transportiert werden. So gelangt die Ware zur Endkontrolle.
Hier installierte AMI Gurtförderer mit integrierten Waage-Einheiten. Da das Gewicht der einzelnen Produkte im Lagerverwaltungssystem hinterlegt ist, wird hier überprüft, ob alle Positionen kommissioniert wurden. Gibt es Abweichungen, wird der entsprechende Karton ausgeschleust und manuell überprüft. Alle anderen Kartons werden – nun wieder auf staudrucklosen Rollenförderern – zu dem automatischen Kartonverschließer und Umreifer transportiert. Nach der Kennzeichnung der Kartons mit Versandetiketten werden die Touren derzeit noch manuell auf Europaletten sortiert – das übernimmt künftig die Sortieranlage, die bisher in Eckartsweier im Einsatz war. pb








