Studie zu Folgen verspäteter Zahlungen

KMU müssen zu lange auf ihr Geld warten

Sage beschreibt in einer Studie die Auswirkungen verspäteter Zahlungen auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU). In Deutschland werden jedes Jahr neun Prozent aller Rechnungen von KMU im Business-to-Business-Bereich zu spät bezahlt. Das heißt: Die Zahlung erfolgt nicht innerhalb der üblichen Frist von 30 oder 60 Tagen. Dadurch fehlen den Unternehmen 56 Milliarden Euro im Cash-Flow. Das ist umso dramatischer, da kleine und mittlere Firmen traditionell mit einer dünneren Kapitaldecke arbeiten als größere Unternehmen.

Konkret geben 30 Prozent der Befragten in Deutschland an, dass sie Auswirkungen verspäteter Zahlungen erleben oder erleben werden. Dabei nennen sie vor allem Investitionen (17 Prozent), jährliche Boni der Mitarbeiter (12 Prozent) und Bezahlung von Lieferanten (11 Prozent) als Bereiche, in denen die Auswirkungen spürbar sind oder werden. Hinzu kommt, dass deutsche KMU durchschnittlich mehr als fünf Manntage auf die Beitreibung verspäteter Zahlungen verwenden.

Angesichts der Tatsache, dass kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland etwa die Hälfte der Bruttowertschöpfung erwirtschaften und 55 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigen, ist die deutsche Wirtschaft insgesamt erheblich betroffen. Dennoch unternehmen viele Firmen nichts, um die Bezahlung offener Rechnungen zu fordern, weil sie die Kundenbeziehung nicht gefährden wollen.

Die gute Nachricht der Studie, die von der unabhängigen Unternehmensberatung Plum Consulting im Auftrag von Sage erstellt wurde: Mehr als 40 Prozent der säumigen Zahler haben keinen bestimmten Grund für die Verzögerung. Kleine und mittlere Unternehmen haben also gute Chancen, fällige Zahlungen durch striktere Zahlungsvorgaben und deren systematisches Überwachen früher zu erhalten. sw

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