Handling von Spänen und Schneidöl

Andreas Mühlbauer,

Späne und Schneidöl automatisiert handhaben

Der Abtransport von Spänen und das Handling des Schneidöls von Drehautomaten sollte modernisiert werden. In kurzer Zeit wurde die Anlage automatisiert und mit einer zentralen Steuerung versehen. Durch den Umbau wurde die gesamte Anlage effizienter und der Alltag der Mitarbeiter wurde erleichtert. 

In zwei Werkshallen produziert Voswinkel aus dem nordrhein-westfälischen Meinerzhagen an 33 Drehautomaten Komponenten für Hydraulik-Armaturen, Kupplungen und Rohrsysteme. Dabei fallen große Mengen von Spänen und Schneidöl an. Wichtig ist, dass die Späne zentral abtransportiert werden und das Schneidöl gereinigt den Drehautomaten wieder zugeführt werden kann. Die damit verbundenen Prozesse wurden bis dato teilweise noch manuell umgesetzt und gesteuert, was bei einer Anlage dieser Größe mit großem Aufwand verbunden war. In einem komplexen Modernisierungsprojekt, für das Kabelschlepp Hünsborn verantwortlich zeichnete, hat das Unternehmen alle Prozesse automatisiert und mit einer zentralen Steuerung versehen.

Innerhalb von nur drei Wochen wurde die bestehende Anlage für das Handling von Spänen und Schneidöl komplett modernisiert, automatisiert und alle Gewerke  – egal ob alt oder neu  – über die neue Steuerung vernetzt. „Die Bestandsanlage wurde innerhalb von nur zwei Tagen demontiert, anschließend starteten wir mit dem Aufbau der Neuanlage“, erinnert sich Projektleiter Markus Otto von Kabelschlepp. „Nach knapp drei Wochen war Voswinkel wieder produktionsfähig.“Um eine möglichst reibungslose Umsetzung der Arbeiten zu gewährleisten, wurde das Projekt von langer Hand geplant  – in enger Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer.

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Aus alt wird neu – wo es nötig ist

Dabei galt es im ersten Schritt zu definieren, inwieweit die Bestandsanlage ausgetauscht werden musste. „Wir wollten nicht einfach alles komplett erneuern, sondern das alte System behutsam an die neuen Bedürfnisse anpassen. Der Aufwand sollte möglichst gering bleiben“, erläutert Thomas Stein, Industrial Engineer bei Voswinkel. „Kabelschlepp hatte dieses Briefing verstanden und bereits in der Ausschreibungsphase gute und pragmatische Vorschläge gemacht.“ Diese Tatsache gab dann auch den Ausschlag, das Projekt an das Unternehmen zu vergeben. „Mit ihren Förderern hatten wir gute Erfahrungen gemacht und waren zuversichtlich, dass Kabelschlepp uns auch im Anlagenbau gut unterstützen kann“, sagt Stein. „Wichtig war uns dabei, dass wir alles aus einer Hand erhielten  – auch die Koordination mit weiteren Zulieferern sollte komplett über Kabelschlepp erfolgen.“ Neben mehreren neuen Förderern entschied Voswinkel sich, auch in eine neue Bandfilteranlage zu investieren.

Abtransport von Spänen und Reinigung von Schneidöl

Während verkettete Förderer einen Großteil der Späne in einen zentralen Container bringen, sammelt sich in einem Kratzerförderer zunächst das verschmutzte Schneidöl. „Dieser Kratzerförderer ist ein zentrales Bindeglied im Gesamtkonzept, er läuft getaktet, um eine Sedimentation zu gewährleisten und beim Fördern möglichst wenig Schneidöl zu verschleppen. Zudem wird das Schneidöl hier vorfiltriert und über eine integrierte Hebestation zur zentralen Bandfilteranlage gepumpt, wo wir einen Reinheitsgrad von 25  µm und eine Durchsatzleistung von rund 250 Liter pro Minute erreichen“, erläutert Markus Otto. Sämtliche Späne werden im Entsorgungskonzept zusätzlich über eine Zentrifuge geführt, die sie weitestgehend von anhaftendem Öl befreit. Die zentrifugierten Späne werden dann in die entsprechenden Späne-Container gefördert. Die geringe Restfeuchte erlaubt eine wirtschaftlichere Weiterverwertung.

Erleichterung im Arbeitsalltag

Die Versorgung der 33 Maschinen erfolgt von einem Vorratstank aus über eine Ringleitung, die druckabhängig die angeforderte Schneidölmenge an jeder einzelnen Maschine zur Verfügung stellt. Bei Absinken des voreingestellten Druckniveaus – beispielsweise durch die erhöhte Schneidöl-Anforderung einer Maschine – wird die Fördermenge angepasst. Der gesamte Prozess wird zentral über die neue Steuerung geregelt und läuft vollautomatisch ab.

Die geschilderten Punkte sind nur beispielhaft für die vollautomatisierten, zentral gesteuerten Prozesse, die für Voswinkel in der Summe den wesentlichen Vorteil der neuen Anlage darstellen. „Der zeitliche Aufwand für den Betrieb und die Wartung der Anlage hat sich wesentlich verringert, seitdem wir alle Bestandteile über das zentrale Terminal überwachen und steuern können“, schildert Stein. „Ein konkretes Beispiel: Wir müssen keine Deckel mehr aufmachen, um Füllstände zu kontrollieren. Allein dies hat unseren Alltag wesentlich erleichtert.“ Die Erwartungen des Industrial Engineer an die neue Anlage haben sich durchgehend erfüllt. Zugleich ist Thomas Stein noch heute beeindruckt, wie reibungslos das komplexe Modernisierungs-Projekt abgelaufen ist: „Der Zeitplan wurde sehr gut eingehalten, obwohl sich während des Umbaus Planänderungen ergaben und Ad-hoc-Lösungen für kleinere, nicht vorhersehbare Probleme gefunden werden mussten. Kabelschlepp hat hier stets flexibel reagiert und uns pünktlich eine schlüsselfertige Anlage übergeben, mit der wir nach wie vor sehr zufrieden sind.“

Uwe Becher, Senior Manager Sales, Geschäftsbereich Caps, Tsubaki Kabelschlepp / am

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