Schraubendreher
Ergonomische Standards gesetzt
Ein Blick auf die Schraubendreher-Geschichte der letzten 20 Jahre führt vor Augen, welche Entwicklungssprünge diese Handwerkzeuge gemacht haben. Noch bis vor 15 Jahren waren überwiegend Holz- oder einfache Plastikgriffe verbreitet. Der Anwender konnte nach intensiver Nutzung buchstäblich sein Tageswerk an seinen Händen ablesen. Im Markt wurde daher immer häufiger die Forderung nach besseren Schraubendrehern laut, mit denen präziser und komfortabler gearbeitet werden konnte.
Das Schwarzwälder Unternehmen Wiha sah darin das Potenzial für ein komplett neues Gestaltungskonzept für Schraubendrehergriffe. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) startete der Werkzeughersteller eine Forschungskooperation. In intensiven Tests und Experimenten wurden neun Basisprofile (von Vierkantprofilen bis zu Rundgriffen) hinsichtlich Ergonomie, Größe sowie Kraft- und Schnelldrehanwendung untersucht. Die Fraunhofer-Tests zeigten, dass die Skalierung eines Master-Designs auf mehrere Griffgrößen in Bezug auf die Drehmomentübertragung nicht zielführend ist. Daher wurde ein neuer Ansatz gewählt.
Es wurden verschiedene Griffgrößen entwickelt mit aufeinander abgestimmten Grifflängen und Griffdurchmessern. So ergab sich eine bessere ergonomische Handhabung der Werkzeuge. Zudem wurde jede der vier Griffgrößen an entsprechende Drehmoment-Bereiche angepasst. Auf diese Weise wurde eine 30% höhere Nutzungsverbesserung erzielt. Durch die gelungene Kombination von Material und Griff-Form liegt der Soft Finish-Schraubendreher „gefühlt“ optimal in der Hand. Muskeln, Sehnen und Gelenke werden geschont.
Unmittelbar nach der Markteinführung des neues Konzepts – das war auf der Kölner Werkzeugmesse im Jahr 1997 – wurde Wiha von der großen internationalen Nachfrage nach den Soft Finish Schraubendrehern überrascht. Geschäftsführer Wilfried Hahn erinnert sich: „Wir waren uns sicher, dass wir mit dem Soft Finish die Bedürfnisse des Marktes richtig erkannt hatten und eine sehr gute Lösung anbieten konnten. Aber mit einer derart großen Nachfrage aus dem In- und Ausland hatten wir nicht gerechnet. Für uns war dieser Erfolg eine erfüllende Bestätigung unserer jahrelangen Entwicklungsarbeit, die bis heute anhält“. Das Design wurde im Einführungsjahr mit dem IF Product Design Award ausgezeichnet.
In der Zeit danach konzentrierte sich Wiha auf die Erweiterung des Produktsortiments. Nachdem beim Soft Finish die grundlegende Designerregel "Form folgt Funktion" umgesetzt worden war, galt es nun, die Anwendungsbereiche für das neue Ergonomie-Konzept auszubauen. Dieser Weg wurde konsequent weiterverfolgt. Heute bietet das Unternehmen für jede Funktion und Anforderung eine spezialisierte Soft Finish Lösung - beispielsweise für trockene Anwendungen, für VDE-Anwendungen, für feuchte oder ölige Anwendung sowie Drehmomentschraubendreher für Präzisionsanwendungen oder das System 6 mit seinen Wechselklingen. Insgesamt gibt es derzeit neun Soft Finish Produktgruppen.
Dem Hersteller zufolge „behauptet Soft Finish selbst nach 15 Jahren auf dem Markt seine Marktführerschaft“. Selbst gegen neue Wettbewerbsprodukte setzt sich das Design in unabhängigen Tests in den Kategorien Ergonomie, Schnelldrehen und Kraftübertragung durch. Auch in der neusten von der Uni Siegen durchgeführten Untersuchung für den Bereich beste Kraftübertragung ging Wiha als Testsieger hervor. Im Rahmen der Studie wurde das Soft Finish-Design gegen neun Produkte bekannter Hersteller getestet. Neben der wissenschaftlichen Messung der Drehmomentübertragung wurden qualitative Wertungen bei Material, Geometrie, Verarbeitung und Arbeitsgeschwindigkeit erhoben. Auch hier bekam das Ergonomie-Konzept aus dem Schwarzwald Bestnoten. Darüber hinaus führte Wiha in einer Eigenstudie in 12 europäischen Ländern zeitgleich Praxistests mit Handwerkern aus verschiedenen Gewerken gegen andere Markenprodukte durch. Bewertet wurden die Ergonomie, Kraftübertragung und das Schnelldrehen. „Die Testpersonen bestätigten die wissenschaftlichen Labormessungen“, heißt es aus dem Unternehmen. ms
Bits im Griff
Nach Herstellerangaben - weltweit einzigartig - ist der neue Schrauberdreher von Wiha für den VDE-Einsatz, denn er hat im Handgriff einen Magazin-Bithalter vom Typ Slim Bits. Das ist ein Wechselbit-System für sechs VDE-geprüfte Bits. Alle für die Anwendung erforderlichen Bits befinden sich in diesem Griffmagazin. Das Mitführen mehrerer Schraubendreher ist also überflüssig.








