Antriebstechnik
Produktive One-Piece-Lösung
Einige Getriebebauer setzen bei den Produkten mit der höchsten Leistungsdichte bei der Anbindung zur Abtriebsseite auf eine Formschlussverbindung, die durch einen definierten Lochkreis mit Zentrierung realisiert wird. An dieser Stelle klinkt sich nun der Kupplungshersteller R+W Antriebselemente mit einer Neuentwicklung ein.
Dem Markttrend folgend, konzipierte er speziell für diese Art der Anbindung eine Metallbalgkupplung mit Doppelflanschanbindung: Die Robotergetriebekupplung BK8. Der modulare Aufbau dieser Kupplung ermöglicht den Austausch der Klemmnabe durch eine Anbauflanschkombination. Hierbei dient der Flansch 2 als Verbindungselement zum jeweiligem Getriebe. Der im Flansch 1 größer dimensionierte Lochkreis für die Befestigungsschrauben gewährleistet dann eine schnelle und einfache Montage der gesamten Kupplungseinheit. Entsprechend der differenzierten Anbaumaße möglicher Getriebevarianten werden diese auf den jeweiligen Einsatzfall abgestimmt. Zur Anbindung an die Abtriebseinheit nach dem Getriebe sieht R+W Antriebselemente standardmäßig eine zweifach geschlitzte Klemmnabe vor.
Kompakte Lösungen
Damit Ingenieure und Entwickler die Auslegung und Gestaltung der Maschine aber dennoch frei konstruieren können, sind optional Anbindungen über Flansch, Passfeder oder Konusklemmnabe möglich. Die kompakteste Lösung biete eine Robotergetriebekupplung mit der Kombination Doppelflansch - Spreizdorn - Anbindung. Dieser Spreizdorn wird in die Hohlwelle der zum Abtrieb des Getriebes sitzender Komponenten – etwa der Spindeleinheit nach dem Getriebe – montiert und überträgt das Drehmoment über eine Reibschlussverbindung. Für die Gesamtlänge der Kupplung ist nun einzig der Edelstahlmetallbalg oder der Elastomerkranz ausschlaggebend. Unter der Berücksichtigung der technischen Anforderungen können beide an die Gesamtlänge angepasst werden. Je nach Baugröße der Robotergetriebekupplung und Einsatzgebiet ist das verwendete Material der Nabe Aluminium, Stahl oder Edelstahl. Eine perfekte Verbindung umfasst neben den technischen Fortschritten und Verbesserungen gegenüber herkömmlichen Lösungen möglichst immer auch logistische und montagetechnische Vorteile.
Wird die Anbindung zwischen Getriebe und Abtriebsseite ohne die Robotergetriebekupplung realisiert, so wird eine zusätzliche Komponente – zum Beispiel ein Adapterflansch – benötigt. Der Lageraufwand der Adapter für alle Getriebe mit Flanschverbindung ist durch die große Variantenvielfalt der Herstellerprogramme allerdings eine erhebliche logistische Zusatzbelastung. Ebenso erfordert die Serienmontage eine korrekte Zuordnung der einzelnen Bauteile (Kupplung plus Adapter). Die Lösung bietet die neue Robotergetriebekupplung. Denn als „One-Piece-Bauteil“ kann Sie komplett als solches gelagert und später montiert werden.
Die Robotergetriebekupplung BK8 ist für einen Teil des Drehmomentbereichs der Produktpalette von R+W verfügbar. Beginnend bei 16 Nm können Spitzenmomente von mehr als 2.600 Nm gehandelt und sicher übertragen werden. Anwendungsgebiete sind beispielsweise Werkzeugwechselsysteme bei Werkzeugmaschinen, Bestückungs- und Handlingsautomaten oder Anwendungen bei denen eine hohe Steifigkeit mit einer hohen Dynamik an erster Priorität steht.
Tobias Wolf, R+W Antriebselemente / ms







