Drehmomentkugelbuchsen
Der Abstand stimmt
Für Zuführbänder an Pressenlinien setzt Schuler Automation auf die Drehmomentkugelbuchsen von Dr. Tretter. Diese Elemente sorgen für einen verschleißarmen Betrieb.
Pressenlinien von Schuler sind bei Automobilherstellern im Einsatz. Am Standort in Gemmingen werden die Anlagen montiert und in Betrieb genommen; mit der Presse selbst werden sie erst vor Ort beim Kunden verheiratet. Zu den Zulieferteilen gehören Drehmomentkugelbuchsen von Dr. Tretter; diese Antriebselemente sind in Transportbändern verbaut, die die Bleche den Pressen zuführen. Jedes Transportband besteht aus bis zu sechs Bandsträngen. Die Drehmomentkugelbuchsen treiben diese Bandstränge an und sorgen für den optimalen Abstand zueinander.
Bei den Drehmomentkugelbuchsen kommt es auf die Geschwindigkeit an, denn hierüber entscheidet sich die Anzahl der Bauteile, die in einer bestimmten Zeiteinheit produziert werden. Die Drehmomentkugelbuchsen sind nahezu spielfrei. Somit schlagen sie bei der dynamischen Bandbewegung beim Stoppen und erneuten Beschleunigen nicht aus – das vermeidet Verschleiß. Die früher eingesetzten Keilwellen nutzten sich aufgrund ihres Spiels beim ständigen Wechsel von Beschleunigen und Bremsen rasch ab. Außerdem kann es an den Pressungsstellen zur Mangelschmierung kommen, da ein Platinenwechsel und somit eine Verstellung der Umlenkrollen nicht jeden Tag erfolgt, was Tribokorrosion führt.
Die Bleche müssen so auf dem Transportband liegen, dass sie mit ihren scharfen Kanten die Bandstränge so wenig wie möglich berühren. Deshalb müssen die seitlichen Kanten der Platinen über die Bandstränge hinausragen. Bei einem Platinenwechsel – wenn also Bleche mit anderen Maßen transportiert werden – müssen die Abstände der Bandstränge entsprechend verändert werden. Der Mindestabstand von Bandstrangmitte zu Bandstrangmitte beträgt beispielsweise 200 Millimeter. Bei sechs Bandsträngen werden blockweise jeweils drei von der Mitte nach links und nach rechts verstellt. Nun stellt eine Gewindespindel die gleichmäßigen Abstände in den Blöcken sicher. Dazu hat sie verschiedene Gewindesteigungen: Mit einem Antrieb werden alle Bandstränge eines Blocks stufenlos auf immer gleiche Abstände zueinander aufgefächert.
Drehmomentkugelbuchsen sind hochpräzise Längsführungssysteme zur Drehmomentübertragung. Sie ermöglichen in jeder Position eine reibungslose, parallele Verstellung der Bänder – ohne dass sie sich verkanten. Dafür sorgt das Wälzelement Kugel. Die Drehmomentkugelbuchse erfährt nur eine Querkraft. Bei der Übertragung erfüllen sie die Funktion einer Vielkeilwelle. Durch das Wälzelement tritt kein Stick-Slip-Effekt auf – die Translationsbewegung erfolgt nahezu ruckfrei. Die Kugel läuft in eingeschliffenen Nuten. Damit sind diese Maschinenelemente deutlich verschleißfreier als Keilwellen. Das liegt an der Geometrie der berührenden Körper: Die konvex geformte Kreisbogenlaufrille schmiegt sich an die ebenfalls konvexe Kugel eng an.
Schuler kann mit Drehmomentkugelbuchsen kompakte Konstruktionen realisieren. Zum Einsatz kommen die Elemente aktuell gepaart mit gezogenen Drehmomentwellen; sie sind naturgemäß zwar nicht so genau, und das Spiel lässt sich nicht so eng tolerieren wie bei einer geschliffenen Welle. Aber beim Zusammenbau realer Komponenten verringert sich das resultierende Spiel.
pb









