Antriebstechnik

Feingussgehäuse gemeinsam entwickelt

Zollern Gießereitechnik Sigmaringen und Alki-Technik Ingolstadt, haben gemeinsam Feingussgehäuse aus Aluminium für Drehmomentschrauber entwickelt. Der Werkstoff erfüllt die Forderung nach geringem Gewicht und guter Wärmeleitung. Das Feingießverfahren ermöglicht es, die starke Verrippung der Oberfläche zur Wärmeabführung, den ergonomisch gestalteten Griff und den Einbauraum für Elektronik und Antriebsmotor in einem Gehäuse zu kombinieren. Alki-Technik ist Hersteller von pneumatisch, elektrisch und hydraulisch angetriebenen Drehmomentschraubern, die unter anderem bei der Montage von Windkraftanlagen zum Einsatz kommen. Die elektrisch angetriebenen Geräte sind ausgelegt für den Einhandbetrieb mit mobilen Stromaggregaten, wie es im Baustellenbereich üblich ist. Um die Monteure zu entlasten, sind vor allem das Gewicht und die Dauereinsatzfähigkeit entscheidend. Da die Schrauber in der Mehrzahl der Fälle wetterunabhängig im Freien betrieben werden, müssen sie die Anforderungen der Schutzklasse IP54 erfüllen. Das setzt geschlossene Gehäuse voraus – das heißt, die Wärmeabfuhr ist nur über die Verrippung der Gehäuseoberfläche möglich. Die Konstruktion basiert auf zwei Halbschalen, die den Antriebsmotor, die Regelelektronik und die Bedienelemente umschließen. Ebenfalls in das Gehäuse integriert sind die Lagersitze für den Antriebsmotor und die Kabelkanäle. Im Dauerbetrieb muss der Motor seine Wärme über das Gehäuse abführen können. Dazu ist eine enge Passung zwischen Gehäuse und Motor erforderlich. Dieser Bereich wäre nur unter hohem Kostenaufwand mechanisch zu bearbeiten. Auch aus diesem Grund ist Feingießen das Verfahren der Wahl, da die nötige Profilform durch Präzisionsrichten im lösungsgeglühten Zustand hergestellt wird. Die besonderen gießtechnischen Herausforderungen bei diesem Projekt lagen in den hohen Ansprüchen an die Optik im Sichtbereich und in den konstruktiven Anforderungen an die Lagerung, interne Verkabelung und Kühlung des Antriebsmotors. Die Kühlung des Motors wird durch eine Vielzahl dünner Kühlrippen erreicht, die bis auf den Griffbereich fast die gesamte äußere Sichtfläche des Gehäuses bedecken. Dies stellt für den Feingießer insofern eine Herausforderung dar, dass der Aufbau der Formstoffkeramik in den engen Schlitzen zwischen den Kühlrippen schwierig und eine Speisung nur über die Teilungsfläche der Gehäusehälften möglich ist. Der Motor stützt sich wiederum in den beiden relativ massiven Lagersitzen ab, die sich dadurch als Anschnittflächen geradezu anbieten. pb

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