Metall-Laserschmelzen

Airbus startet Serienproduktion für 3D-gedruckte Bauteile

Am Mittwoch hat die Airbus-Tochter Premium Aerotec an ihrem Standort Varel eine Produktionshalle für den 3D-Druck von Flugzeugbauteilen aus Titan eröffnet. Künftig werden hier doppelwandige Rohrkrümmer für den Militärtransporter A400M serienmäßig in einem Arbeitsgang gedruckt.

Für den A400M druckt Airbus einzelne Bauteile künftig selbst. Bild: Airbus/© S. Ramadier

„Wir wollen die Anwendung von 3D-Drucktechnologie im Flugzeugbau maßgeblich vorantreiben“, sagte Dr. Thomas Ehm, der Vorsitzende der Geschäftsführung von Premium Aerotec. Diese Technologie sprenge die heutigen Grenzen der Produzierbarkeit, so Ehm weiter.

Seit Ende 2014 befasste sich Premium Aerotec damit, die bislang aufwändige Herstellung dieser doppelwandigen Rohrkrümmer durch den Einsatz der additiven Fertigung (additive manufacturing, AM) zu vereinfachen. Bislang entstanden diese komplexen Bauteile aus einzelnen Gussbauteilen, die erst über ein Schweißverfahren zu einer Baugruppe zusammengefügt wurden. Der Einsatz der AM-Technologie ermöglicht sowohl Zeit- als auch Kostenvorteile: Die verkürzte Produktionszeit resultiert daraus, dass der bislang notwendige Guss und das Verschweißen der Gussteile zukünftig in einem einzigen Schritt erfolgt, die Kosteneinsparung ergibt sich unter anderem aus geringeren Aufwänden für die Feinbearbeitung. Auch ist ein Großteil der heute notwendigen Vorrichtungen nicht mehr erforderlich.

Mit einer neuen Technologie macht sich Airbus zudem unbahängiger von Zulieferern, die die Bauteile bislang komplett lieferten. Premium Aerotec, so heißt es, stehe inzwischen im Mittelpunkt eines umfassenden Netzwerks von Maschinenherstellern, Materiallieferanten und Forschungsinstituten und baue die Zusammenarbeit mit diesen Partnern weiter aus. So unterzeichnete das Unternehmen jüngst Kooperationsverträge mit dem Teilelieferanten MBFZ toolcraft im bayerischen Georgensgmünd, der Hofmann Innovation Group, Concept Laser in Lichtenfels sowie der C.F.K. innoshape in Kriftel. Kern der erweiterten Zusammenarbeit sei insbesondere die zügige Industrialisierung des Laserschmelzens für Luftfahrtanwendungen und die Qualifizierung für das Liefern von lasergeschmolzenen Teilen an Premium Aerotec. Mit dem norwegischen Teilelieferanten Norsk Titanium AS teste das Unternehmen derzeit in Zusammenarbeit mit Airbus die industrielle Weiterverarbeitung von additiv hergestellten Titan-Rohlingen, die bereits nahezu der endgültigen Bauteilkontur entsprechen. Die Ergebnisse seien ein Zwischenschritt auf dem Weg zur industriellen Reife dieses Verfahrens.

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