Drahterodiermaschine

Blitzschnell eingefädelt

Hochpräzise Implantate, Instrumente, Geräte und Baugruppen für den Einsatz bei orthopädischen Operationen sind die Spezialität des Unternehmens Hymec Fertigungstechnik. Zur Unterstützung seiner Produktion erwarb Geschäftsführer Timor Veres Anfang September 2012 eine Fanuc Robocut Alpha-0iE. Wo Fräsen, Drehen, Bohren keine Optionen sind, findet sie ihren Einsatz.


„Mi varázsolunk precizitást“ ist keine Harry Potter-Formel, sondern Ungarisch für „Wir zaubern Feinstpräzision“, verrät Timor Veres, Geschäftsführer von Hymec Fertigungstechnik (Bild). Der 49-jährige Ingenieur erwartet für 2013 keine Wunder, aber ein deutliches Wachstum im Auftragseingang. Sechs Mitarbeiter beschäftigt der Hamburger Betrieb an zwölf CNC-Maschinen. Zwei neue Mechatroniker wurden kürzlich eingestellt. Veres: „Mit unserem jungen und bestens qualifizierten Team produzieren wir im Ein-Schicht-Betrieb fast ausschließlich für den Medical-Device-Markt in der D-A-CH Region. Rund zehn Prozent unserer Produktion sind für die allgemeine Feinmechanik, Elektronik, optische Instrumente und die Druckmaschinenbranche reserviert“, erklärt Veres. Bei kurzen Lieferzeiten zwischen zwei bis vier Wochen ist der Geschäftspartner bei allen Aufträgen von Anfang bis Ende involviert: „Der Kunde kommt mit schwierig umzusetzenden Ideen oder komplexen Prototypen. Wir sollen entwickeln, weiterentwickeln und in Serie – von einigen wenigen bis 500 Stück – fertigen. In die 3D CAD-seitige Entwicklung des Produktes fließt unsere Erfahrung – eine eigene FMEA – ein, bis das Implantat, das medizintechnische Instrument oder die Gerätekomponente mit dem Kunden ausdiskutiert ist“, so Veres. „… und dann kam der Eilauftrag. Sehr brenzlig wurde es bei einem orthopädischen Messinstrument, das bei der OP den Verlauf des Eingriffs am Knochen auf einen hundertstel Millimeter genau definiert. Spangebende Bearbeitung war wegen vieler Hinterschneidungen, komplizierter Radien und Geometrien sowie der Gefahr der Bildung von Mikrorissen an dünnen Stellen zu riskant. Machbarkeitsstudien ergaben, dass diese Baugruppe besser per Drahterosion hergestellt werden sollte“, beschreibt Veres den ausschlaggebenden Fall.

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Hier und bei vielen weiteren neuen Projekten ist der Bedarf an Schneidearbeiten bei Hymec in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen, ebenso die Vielfalt der zu bearbeitenden Materialien – Stähle aller „Couleur“, Edelstahl- und Hartmetallegierungen, Implantatstähle, Titan und verschiedene Aluminiumtypen. Auch hat sich die Komplexität der Produkte erhöht. Deshalb entschied sich das Unternehmen Mitte 2012, eine Fanuc Robocut Alpha-0iE zu erwerben – eine High-Reliability and High-Performance Wire-Cut Electric Discharge Machine.

„Die neue Maschine ist übersichtlich, zuverlässig, handlich, schnell, präzise und leistungsstark – arbeitet genaue Oberflächen heraus, wenigstens 0,3 Ra bzw. Rz 1,6 sowie unter 1 µm wiederholbare Präzision. Da können wir andere Strategien fahren als vorher, und sie ist 40 Prozent schneller als die sieben Jahre ältere Bestandsmaschine eines europäischen Herstellers“, erläutert Veres. „Sie ist gut zugänglich, wenig wartungsintensiv und leicht zu reinigen. Da nur wenige Teile zu zerlegen sind, ist ein einfacher Führungswechsel auf eine andere Drahtstärke als die üblichen 0,25mm möglich. Begünstigt wird das durch die automatische Drahteinfädelung in zehn Sekunden.

Bequem in die Nische

Wichtig ist dem Anwender auch eine vielseitige Steuerung. „Mit der Nano-Interpolation machen wir jetzt erste Versuche: Sie ermöglicht eine extrem hohe Auflösung der Achsbewegung und sorgt für höchste Genauigkeit. Die Rundheit von Bohrungen liegt mit 0,004 mm absolut im grünen Bereich. Auch an das Hochgeschwindigkeitsschneiden mit 300mm² pro Minute wollen wir uns sukzessive herantasten“, sagt Veres. Bei geschnittenen Geometrien ist Präzision gefragt: „Es geht um höchste Positioniergenauigkeit, und drahterodierte Einzelteile müssen exakt zusammenpassen.“ Ein weiterer Vorteil der Alpha-0iE sei das selbstreinigende Dichtsystem, das Schmutzwasser von der Dichtplatte fernhält. Tibor Veres hebt erneut den kleinen „Footprint“ und die optimale Arbeitsraumausnutzung der Drahterodiermaschine hervor: „Räumliche Expansion ist an diesem Standort nicht drin. Wir hatten kaum Stellfläche in den Werkstätten für die neue Maschine übrig; wir haben gemessen und sie passte mit 2,32 mal 2,27 Metern bequem in die Nische.“ Die U- und V-Achsen seien bis etwa 90 Millimeter über die Tischinnen- kante hinaus verfahrbar. Der Abstand zwischen Drahtmittelpunkt und Tischinnenkante betrage zehn Millimeter, so könnten auch Teile mit geringer Auflagefläche noch ohne Spannvorrichtung bearbeitet werden. Kommt ein technologisch unvermeidbarer Drahtbruch einmal vor, sei die integrierte automatische Drahtbruchreparatur AWR sehr nützlich: Automatisch wird neu eingefädelt, entlang des Schneidpfades gehe es schnell zurück zum Haltepunkt und es könne ohne gravierende Verzögerungen weitergearbeitet werden. ee

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