Wirtschaft + Unternehmen

VDMA: Exporterfolge stärken Schlüsselindustrie Maschinenbau

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) rechnet für 2012 mit dem dritten Wachstumsjahr in Folge. Dies erklärte VDMA Präsident Dr. Thomas Lindner auf der Pressekonferenz des Verbandes am Rande des 5. Maschinenbaugipfels in Berlin. "Wir erwarten ein Produktionswachstum von vier Prozent für 2012. Nominal, also nicht preisbereinigt, könnten wir mit rund 197 Milliarden Euro das Top aus dem Jahr 2008 von 196 Milliarden Euro sogar leicht übertreffen." In den ersten acht Monaten 2011 ist die Produktion von Maschinen- und Anlagen - im Vergleich zum Vorjahr - um 16,7 Prozent gestiegen. Die Kapazitäts-Auslastung liegt aktuell bei 89,9 Prozent. Die Auftragsreichweite stieg im Juli auf 5,8 Monate im Durchschnitt der Branche. In den letzten drei Monaten erzielten fünf Fachzweige im Auftragseingang ein Plus von über zwanzig Prozent, die Werkzeugmaschinen, Bergbaumaschinen, Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate, Robotik und Automation sowie Landtechnik.

Maschinenbauer beunruhigt über Schulden- und Finanzkrise
Die deutschen Maschinenbauer befürchten, dass der eigene Erfolgskurs durch die Schulden- und Finanzkrise beeinträchtigt wird. "Die Realwirtschaft war schon das letzte Mal Opfer der Verschuldungs- und Finanzkrise. Wir möchten das nicht noch ein zweites Mal erleben", so der VDMA Präsident. "Die Ansteckung der Realwirtschaft durch den Wackelkurs der Banken ist - ohne Frage - gegeben." Es entstehe der Eindruck, "als ob das zentrale Geschäftsmodell der Banken eher virtuellen Charakter hätte." Bei den mittelständischen Maschinenbauern wachse die Sorge, ob die Banken - bei instabiler Lage - noch bereit seien, die Unternehmen zu finanzieren.

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Exporterfolge besonders in Ostasien
Die deutschen Maschinenausfuhren lagen im Zeitraum Januar bis Juli 2011 bei 81 Milliarden Euro (2010 bei 69,5 Milliarden Euro), und damit nominal um 16,5 Prozent über dem Vorjahreswert. "Die Region mit dem stärksten Wachstum ist mit 30 Prozent Ostasien", berichtete Lindner. Allein die Exporte nach China stiegen um 37 Prozent auf fast elf Milliarden Euro. "Wir erwarten für 2011 ein Gesamtvolumen der deutschen Maschinenausfuhr nach China von etwa zwanzig Milliarden Euro", sagte Lindner. "Das ist ohne Frage eine Riesenchance für den deutschen Maschinenbau, aber natürlich wegen der sich daraus ergebenden Abhängigkeit auch ein beachtliches Risiko." Fast jede fünfte Maschine (18,8 Prozent) geht mittlerweile nach Ostasien, das ist mehr als doppelt so viel wie nach Nordamerika (neun Prozent).

Weltmarkt-Exportanteil Deutschlands liegt 2010 bei 16,8 Prozent
"Auch im weltweiten Entwicklungstrend liegt der deutsche Maschinenbau gut", betonte der VDMA Präsident. Die deutschen Maschinenexporteure hatten 2010 ihre Ausfuhren um 12,5 Prozent auf 124,8 Milliarden Euro gesteigert und damit einen Weltmarktanteil von 16,8 Prozent erreicht. [2009: 18,6 %] Gefolgt von Japan mit 12,1 Prozent (89,8 Milliarden Euro), den USA mit 12,0 Prozent (88,7 Milliarden Euro). China zog mit 9,7 Prozent (72,1 Milliarden Euro) an Italien vorbei auf Platz 4 im internationalen Ranking. "Wir sind zwar insbesondere im Verhältnis zu vielen unserer Konkurrenten immer noch sehr gut aufgestellt, aber durch die enorme Ausweitung der Produktion und des weltweiten Handels verlieren wir prozentual an Gewicht. Dies muss eine Herausforderung für uns sein, insbesondere für die Anstrengungen in den asiatischen Wachstumsregionen", sagte Lindner. lg

 

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