Studie: Fachkräfte in der Produktion
Arbeit mehr als reiner Broterwerb
Eine Studie des Online-Stellenmarkts meinestadt.de zeigt: Arbeit stellt für knapp die Hälfte der Fachkräfte aus der Produktion mehr als reinen Broterweb dar. Der Sinn einer Tätigkeit und die empfundene Wertschätzung spielen eine wichtige Rolle. Aus der Studie lässt sich auch ableiten, wie Unternehmen argumentieren können, wenn sie neue Fachkräfte rekrutieren.
Sicherheit, gute Kommunikation und Wertschätzung – das sind für Fachkräfte aus der Produktion die wichtigsten Aspekte, wenn es um einen attraktiven Beruf geht. Sinn und Selbstverwirklichung in der Arbeit spielen damit nicht nur in akademischen, sondern auch in nicht-akademischen Berufen eine wichtige Rolle. 45 Prozent der Produktionsfachkräfte würden trotz Lottogewinn weiterarbeiten – sie verbinden mit der Arbeit also mehr als den reinen Broterwerb. Das zeigt die Studie „Attraktive Jobs“ vom Stellenmarkt meinestadt.de, für die insgesamt 2.078 Fachkräfte mit Berufsausbildung befragt wurden – darunter 133 aus der Produktion.
Geld allein macht nicht glücklich
Für viele eine Traumvorstellung: ein Millionen-Gewinn im Lotto. Die Frage, die sich anschließt: Würden Sie dann weiterarbeiten? 45 Prozent aus dem Logistiksektor beantworten sie mit „Ja“. Für diesen Teil der Fachkräfte stellt der Job einen sinnstiftenden Faktor dar – man wird gebraucht, bringt seine Fähigkeiten ein oder erlebt sich als Teil einer Gemeinschaft.
Dass der Sinn der Arbeit ein Angebot für Bewerber darstellt, wurde bisher eher bei Akademikern angenommen. Auch in der Produktionsbranche sind aber viele „Sinnsucher“ zu finden. Die übrigen 55 Prozent scheinen die Arbeit eher als Mittel zum Zweck wahrzunehmen und würden ihren Job bei finanzieller Unabhängigkeit aufgeben. Wichtig für Arbeitgeber: Beide Zielgruppen müssen im Recruiting berücksichtigt werden.
Faktoren, die Sicherheit vermitteln
Für die befragten Produktionsfachkräfte sind ein sicherer Arbeitsplatz (80 Prozent) und ein gutes Arbeitsklima (42 Prozent) am wichtigsten im Job. Aufstiegschancen im Unternehmen rangieren mit 11 Prozent hingegen auf dem letzten Platz. Doch woran machen Fachkräfte Sicherheit fest? Ein unbefristeter Job liegt mit 70 Prozent auf dem ersten Platz, gefolgt von der pünktlichen Gehaltszahlung (64 Prozent) sowie der wirtschaftlichen Stabilität des Unternehmens (38 Prozent).
Die Studienteilnehmer wünschen sich in der Ansprache solche konkreten Leistungsversprechen statt Floskeln zu einem vermeintlich kometenhaften Aufstieg wie „Jetzt ist die Karriere dran!“. Nur 7 Prozent der Fachkräfte aus der Produktion finden aktuelle Stellenausschreibungen sehr überzeugend.
Arbeit hat Zukunft und macht stolz
Der Branchenvergleich macht jedoch deutlich, dass Unternehmen im Job-Marketing differenziert vorgehen sollten. So ist das Sicherheitsempfinden in den jeweiligen Branchen und Berufen unterschiedlich aufgeladen. Für Fachkräfte aus der Produktionsbranche liefern entfristete Verträge am meisten Sicherheit. Außerdem spielen der Unternehmenserfolg und Tarifabkommen in der Vermittlung von Sicherheit eine vergleichsweise wichtige Rolle. 87 Prozent der Fachkräfte in der Produktionsbranche sind davon überzeugt, dass ihre Arbeit auch in zehn Jahren noch gefragt ist.
Mehr als jede zweite Fachkraft in der Produktion gibt an, stolz auf ihr aktuelles Unternehmen zu sein. Die offenen Nennungen bestätigen das positive Bild: Dort ist die Rede von einer „sinnvollen Tätigkeit“, dem „Spaß im Job“ und einem „guten Klima“. Auch hier zeigt sich der sinnstiftende Aspekt.
Wunsch nach mehr Wertschätzung und Ehrlichkeit
Beim Faktor Arbeitsklima rangieren das Gefühl, „Teil des Teams zu sein“ mit 63 Prozent und die Verlässlichkeit unter den Kollegen mit 43 Prozent auf den Spitzenplätzen. Produktionsfachkräfte geben außerdem vergleichsweise häufig den Aspekt „Vertrauen zum Chef“ im Zusammenhang mit einem guten Arbeitsklima an. Wird das Klima im Team als schlecht bewertet, liegt es bei 71 Prozent an der fehlenden Wertschätzung für die Leistung. Dahinter folgt unter anderem das nicht vorhandene Lob durch den Chef und ein Mangel an einem freundlichen Miteinander.
Das Erstaunliche: Die Relevanz einer hohen Vergütung steigt für Fachkräfte in der Produktion unter einem schlecht wahrgenommenen Arbeitsklima insgesamt um das Fünffache an. Damit wird der Stellenwert des Arbeitsklimas einmal mehr deutlich.
Relevante Inhalte sind gefragt
Im Recruiting-Prozess können mit dem Wissen um diese Bedürfnisse wichtige Weichen gestellt werden. „Wer im Wettbewerb um Fachkräfte, die in der Produktion tätig sind, vorne liegen möchte, sollte in Stellenanzeigen handfeste Argumente liefern, die zur Zielgruppe passen. Auch der sinnstiftende Aspekt kann im Employer Branding für nicht-akademische Fachkräfte eine wichtigere Rolle spielen als bislang angenommen”, sagt Wolfgang Weber, Geschäftsführer von meinestadt.de. am












