Wirtschaft + Unternehmen

Rasieren, spannen, greifen

Werkstücke wie schwere Bleche, Pizzaböden, großformatige Holz- und Kunststoffplatten oder empfindliche Solarzellen schonend, schnell und effizient handhaben - mit Vakuum-Technik geht das. Aber es erfordert ein umfassendes Know-how. Die J. Schmalz GmbH zählt in dieser Disziplin zu den Marktführern und entwickelt, produziert und vertreibt Spann-, Greif- und Handhabungstechnik und feiert jetzt ein Jahrhundert. In den vergangenen 100 Jahren hat sich Schmalz mit 16 Auslandsniederlassungen und Partnern in mehr als 40 Ländern zu einer international agierenden Gruppe entwickelt. Noch zur Jahrtausendwende zählte das Unternehmen 173 Mitarbeiter, heute sind weltweit rund 600 beschäftigt. Um den zukünftigen Herausforderungen gerecht zu werden und genügend Kapazitäten am Standort Deutschland zu schaffen, investierte Schmalz in jüngster Vergangenheit 16,3 Millionen Euro in sein bisher größtes Bauprojekt. Der 13.770 Quadratmeter große Neubau gliedert sich an den bislang letzten Bauabschnitt, der 2002 fertig gestellt wurde. "In allen Bereichen vereinen wir unseren wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung, so auch bei dem Bau dieser neuen Produktionshalle", erläutert Dr. Kurt Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter, . Als im November 1910 Johannes Schmalz das Unternehmen gründete, hatte er noch ganz andere Märkte im Fokus. Die Johannes Schmalz Rasierklingenfabrik sorgte mit der Marke Glattis für rasierte Wangen. Anfang der achtziger Jahre entwickelte das Unternehmen auf Anfrage eines Kunden, einem Möbelschreiner vom Bodensee, eine Haltevorrichtung, die das beidhändige, umseitige Bearbeiten von Holzplatten ermöglichen sollte. "Mit der Vakuum-Technik entdeckten wir damit ein neues, erfolgversprechendes Geschäftsfeld", stellt Kurt Schmalz fest. Das Verfahren klingt ganz einfach: Wenn der Druck innerhalb eines geschlossenen Raumes geringer ist als der Atmosphärendruck, entsteht ein Vakuum. Diesen Zustand wandte das Unternehmen, in der Folge kontinuierlich zum Vakuum-Spezialisten ausgebaut, bei dieser Handhabungslösung gezielt an. "Die Werkstücke werden sozusagen angesaugt und anschließend prozesssicher gehalten - das ist wie bei einem Saugnapf", schildert Schmalz den Effekt. Das Ergebnis war der pneumatische Vakuum-Arbeitstisch PVT, den das Unternehmen erstmals auf der Internationalen Handwerksmesse in München präsentierte. bw

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