Wirtschaft + Unternehmen

Offener Brief: Der leidige letzte Messetag oder "Save the last day"

In einem eindringlichen Appell und Offenen Brief an den Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V. (AUMA) in Berlin fordert Rainer Langelüddecke, der Geschäftsführer des Fachverband Werkzeugindustrie e. V. (FWI), Remscheid die deutsche und internationale Messewirtschaft, also die Messegesellschaften und Messeveranstalter, auf, mehr und gezielt dafür zu sorgen, dass der letzte Tag einer Messe für Besucher und Aussteller vollständig nutzbar bleibt.

Langelüddecke schreibt: "Deutschland ist das Land der Weltleitmessen. Und der Messen. Denn hier wurden sowohl in Frankfurt am Main als auch in Leipzig weltweit die ersten Messen begründet. Der AUMA ist Garant des Qualitätsanspruchs "made in Germany" bei Messen und den deutschen offiziellen Beteiligungen im Ausland. Die Mitgliedschaften aller maßgeblichen Initiatoren, Organisatoren und operationalen Projektträgern der deutschen Messewirtschaft im AUMA verleihen ihm Gewicht und Gehör. Die Vielzahl der deutschen und im Auslandsmessegeschäft erfolgreichen Messegesellschaften sind Mitglieder des AUMA."

Langelüddecke führt aus, dass weltweit - nicht nur in Deutschland bei wichtigen, vor allem konsumgüternahen Messen, sondern mittlerweile auch im Ausland - Messen in ihrem Qualitätsanspruch gegenüber der Vielzahl ihrer Beschicker und der Besucher beeinträchtigt sind durch den hemmungslos zeitlich vorverlegten Standabbau vieler Aussteller, genauer gesagt: die Auflösung, die Aufgabe, der "Ausverkauf" der Stände beschädigen den letzten Messetag.

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Endet offiziell die Messe am letzten Tag um 15, 16 oder 17 Uhr, dann beginnen nicht nur die oftmals allein zitierten "Asiaten" schon ab mittags den Abverkauf und das aktive "dismanteling" ihres Standes, sondern tragen mittlerweile immer mehr Aussteller auch aus anderen Ländern, vermittels ihres Rückzugs und der aktiven Standaufgabe, dazu bei, dass, so Langelüddecke, die restlichen Aussteller sich als "die Dummen" inmitten eines Umfelds der Auflösung und unschönen Chaos befinden¿ und trotzdem bis zum Ende ausharren.

Dieses unleugnbare Phänomen bei Messen in Deutschland und weltweit führe zu erheblichen Folgen für das Gesamterscheinungsbild der betroffenen Messen.

Denn, so fragt Langelüddecke,

  • ist für den Besucher der letzte Tag kein "vollwertiger" mehr, obwohl sein Ticket und die Messelaufzeit ihm das suggerieren?
  • sind die anderen, zeitlich bis zum Messeende eingestellten Aussteller nicht erheblich beeinträchtigt durch Unruhe, Lärm, negativen Gesamteindruck? Durch nicht mehr ausreichend präsente Besucher?
  • Entstehen hier nicht bei Besuchern und Ausstellern gleichermaßen der Eindruck, der Veranstalter habe seine Veranstaltung "nicht im Griff"? Entstehen nicht gar Haftungs- oder Ersatzansprüche besucher- wie ausstellerseits? Wie ist es in der ( illegitimen ) Auflösungsphase um Sicherheit auf dem Messegelände, Eigentumsschutz, Vertragskonformität mit den Ausstellungsbedingungen bestellt?

Der Verbandsgeschäftsführer fragt alle in der Messewirtschaft Beteiligten, ob ein Verhalten einer immer größer werdenden Ausstellerschaft hinzunehmen sei, die sich über Regeln der Fairness und des Anstands, aber auch um vertraglich vorgegebene, aber nicht eingeforderte Vertragsbestimmungen bedenkenlos hinwegsetzt. "Müssen wir", so Langelüddecke, "akzeptieren, das "Thema" nicht in den Griff zu bekommen?"

Langelüddecke stellt fest, dass der "letzte Messetag" immer mehr ein organisatorisch unwichtiger und wirtschaftlich betrachtet, ein sinnloser Tag wird. Deshalb fordert Langelüddecke den AUMA zu einer Kampagne und zu Lösungsvorschlägen auf und dazu auf,

  • die in Deutschland stattfindende große Mehrheit von Weltleitmessen,
  • deren spin-offs an internationalen Messeplätzen (German Trade Fair Quality Abroad-GTQ,
  • die von deutschen Messegesellschaften organisierten bzw. durchgeführten Messen und Ausstellungen im Ausland, unabhängig von der Art der Förderung durch etwa den Bund oder Bundesländer,
  • die vom AUMA-Messeförderungsprogramm erfassten Messen und der offiziellen Beteiligungen des Bundes

sowie alle in Frage kommenden Co-Partner der veranstalteten Messen in die Verpflichtung zu einer Stärkung "des letzten Messetags" miteinzubeziehen.

Rainer Langelüddecke abschließend: "Lassen Sie uns als das "Land der Messen" , von "made in Germany" und hoher, anerkannter Qualität auch bei der Durchführung von Messen vorbildlich und konsequent werden beim Problem "des gestohlenen letzten Messetags"." kf

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