Wirtschaft + Unternehmen

Krauss Maffei hat wieder einen neuen Besitzer

Die kanadische Beteiligungsgesellschaft Onex hat Krauss Maffei für 568 Millionen Euro vom Vorbesitzer Madison Capital übernommen. Der Kaufvertrag wurde am Mittwoch unterschrieben. Für den Münchner Kunststofftechnik-Anlagenbauer ist dies bereits der fünfte Besitzerwechsel binnen 13 Jahren.

Das Closing der Transaktion wird voraussichtlich in Abhängigkeit von den üblichen Bedingungen und regulatorischen Genehmigungen am 31. März 2013 stattfinden.

KraussMaffei zählt zu den weltweit führenden Unternehmen für die Entwicklung und Herstellung von Maschinen und Systemen für die Kunststoff- und Gummiverarbeitung. Das Unternehmen fertigt Anlagen für die Spritzgieß-, Reaktions- und Extrusionstechnik und beschäftigt ca. 4.000 Mitarbeiter. Seine wichtigsten Fertigungswerke betreibt das Unternehmen in Deutschland, der Schweiz, der Slowakei und in China. In den zwölf Monaten bis zum 30. Juni 2012 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von ca. 1,0 Mrd. Euro.

"KraussMaffei ist für Onex Partners III die erste in Europa ansässige Investition, und wie viele unserer anderen Investments, ein global tätiges Unternehmen", erklärt Tony Morgan, einer der Geschäftsführer der Londoner Onex Niederlassung. "Ich freue mich darauf, mit meinen Kollegen daran zu arbeiten, vergleichbare Investitionsmöglichkeiten beim Ausbau unseres Geschäfts in ganz Europa zu finden."

Onex wolle das Wachstum mit dem bestehenden Management von Krauss Maffei vorantreiben, sagte Morgan gegenüber Reuters. Krauss Maffei-Chef Jan Siebert kündigte an, sein Haus werde Umsatz und Gewinn in den kommenden Jahren stärker ausbauen als seine Konkurrenten. Die Firma will vor allem von der steigenden Nachfrage nach Kunststoffmaschinen in Südostasien und Lateinamerika profitieren. "Es gibt zwei große Trends. Zum einen das Bevölkerungswachstum. Zum anderen ersetzt Plastik immer häufiger andere Werkstoffe wie Metall oder Glas", sagte Siebert, der zum Jahresbeginn vom Anlagenbauer GEA an die Isar gewechselt ist.

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Mit Plastikmaschinenbauern hat Onex bereits gute Erfahrungen gemacht. Im vergangenen Jahr verkaufte das Unternehmen seine Beteiligung an dem kanadischen Krauss Maffei-Rivalen Husky mit einem Gewinn von gut 580 Millionen Dollar - nur vier Jahre nach dem Einstieg bei Husky. Zu einem späteren Weiterverkauf von Krauss Maffei hielt sich Morgan indes bedeckt. "Wir werden sicher irgendwann unsere Möglichkeiten abwägen. Aber dafür ist es im Moment zu früh", sagte er.

Nach Informationen aus Bankenkreisen hat der Finanzinvestor aus Toronto das Übernahmeziel im letzten Moment einem chinesischen Interessenten vor der Nase weggeschnappt. Knapp die Hälfte des Kaufpreises bringt die Beteiligungsfirma aus Eigenkapital auf, den Rest leiht sie sich. "Das ist eine ziemlich konservative Struktur", sagte Onex-Europa-Repräsentant Tony Morgan im Reuters-Interview. In der Regel müssen Investoren derzeit mindestens die Hälfte der Übernahmen mit Eigenkapital stemmen, was auf ihre Renditen drückt. Vor der Finanzkrise gaben Banken Kredite für bis zu zwei Drittel des Kaufpreises. kf

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