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Artikel und Hintergründe zum Thema

Zwei-Platten-Spritzgießmaschine

Melanie Steinbeck,

Spritzgießen in bisher unerreichter Größe

Mit der "duo 12000 US" hat Engel eine Spritzgießmaschine gebaut, die Bauteile fertigt, die so groß sind, dass sie in der Industrie bisher selten in einem Stück produziert wurden. Die Anlage ist für Komponenten mit projizierten Flächen von über 2,5 Quadratmetern ausgelegt. Die Maschine arbeitet mit zwei Spritzaggregaten parallel, die Schussvolumina von bis zu 65.000 Kubikzentimetern liefern, und erreicht eine Schließkraft von 110.000 kN.

© Engel

Die Maschine selbst ist ein Koloss: rund 24 Meter lang, 8,4 Meter hoch, 551 Tonnen schwer. Werkzeuge können bis zu 170 Tonnen wiegen, die Kabelstrecke innerhalb der Anlage beträgt etwa 30 Kilometer. Trotzdem bleibt das System laut Engel modular aufgebaut und beansprucht weniger Stellfläche, als man bei diesen Dimensionen erwarten würde.

Die Konstruktion mit acht Holmen wurde in Zusammenarbeit mit dem Kunden gewählt; kleinere Varianten mit vier Holmen sind möglich. In einem firmeneigenen Technikum können Bauteile getestet und optimiert werden, um Schwindung und Formgenauigkeit bei großen Volumen zu kontrollieren. Mit Optionen wie dem Spritzprägen lassen sich Bauteile auf wenige hundertstel Millimeter genau fertigen.

© Engel

Im Automobilbereich wächst die Nachfrage nach großformatigen Spritzgießteilen. Bauteile wie Batteriegehäuse, Unterbodenverkleidungen oder hybride Türinnenstrukturen könnten künftig in einem Stück gefertigt werden. Die Herstellung in einem Schritt reduziert die Anzahl einzelner Komponenten, verringert den Montageaufwand und ermöglicht integrierte Funktionen. Gleichzeitig lassen sich Bauteile leichter gestalten und die Materialeffizienz steigern.

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Auch außerhalb der Fahrzeugindustrie finden solche Maschinen Anwendung. Engel hat bereits Großmaschinen für Transportbehälter von E-Mobility-Batterien, Sickerboxen für Regenwasser und große Wassertanks installiert. Kunststoff ersetzt hier oft Beton, weil er leichter zu transportieren und flexibler in der Verarbeitung ist. Große Tanks lassen sich einfacher anpassen und aufstellen, ohne dass es zu Rissen kommt, wie sie bei Betonkonstruktionen unter Bodenbewegungen auftreten.

Die duo 12000 US markiert für Engel keinen Endpunkt der Technik. Auf Basis der bestehenden Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten könnten noch größere Maschinen entstehen. Für Kunststoffverarbeiter eröffnet das neue Möglichkeiten, Bauteile in bisher unerreichten Dimensionen wirtschaftlich zu produzieren.

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