Deutsche Zollstatistik 2013
Zoll beschlagnahmt immer mehr gefälschte Waren
Der deutsche Zoll führte im vergangenen Jahr 26.127 Grenzbeschlagnahmen gefälschter Waren durch. Insgesamt konnten 3,9 Millionen gefälschte Produkte im Wert von 134 Millionen Euro beschlagnahmt werden. So viel wie nie zuvor.
Dies ist das Ergebnis der Zollstatistik für das Jahr 2013, die Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble vorgestellt hat. Die Zahlen deuten auf einen weiterhin hohen Anteil an Aufgriffen im Postverkehr hin. Dabei handelt es sich zumeist um Internetbestellungen, die aus Drittstaaten direkt an den Endverbraucher gesendet wurden. Viele Empfänger waren sich bei den professionellen Internetauftritten der Verkäufer nicht bewusst, eine Fälschung zu erwerben.
"Herstellung und Vertrieb dieser Produkte sind ein äußerst lukrativer und risikoarmer Geschäftszweig organisierter Fälscherbanden. Auf Sicherheitsstandards wird dabei kein Wert gelegt. Allein der äußere Schein der Fälschungen wird immer weiter perfektioniert", sagt Volker Bartels, Vorstandsvorsitzender des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM). "Der Zoll konnte diesem Trend mit hervorragender Arbeit entgegensteuern und so viele Sendungen wie nie zuvor aufgreifen. Dabei zahlt sich auch unsere Zusammenarbeit, z. B. bei gemeinsamen Fortbildungsveranstaltungen, aus", so Bartels weiter. "Die Arbeit des Zolls schützt zugleich die innovationsbasierte Wirtschaft und den Verbraucher." Eine aktuelle Studie des Europäischen Markenamts (HABM) und des Europäischen Patentamts (EPA) unterstreicht die hohe gesamtwirtschaftliche Bedeutung, die dem Schutz innovativer Leistungen durch die Rechte des geistigen Eigentums zukommt. So werden u. a. mehr als ein Drittel aller Arbeitsplätze in der EU durch schutzrechtsintensive Industrien und ihre Lieferanten bereitgestellt und gesichert.
Entwarnung kann nicht gegeben werden; denn die Dunkelziffer des Handels mit gefälschten Waren bleibt hoch. Gefälscht wird dabei alles, was erfolgreich ist."¿Die Statistik kann hier nur die Spitze des Eisberges darstellen. Weitere Schlupflöcher, wie z.B. die Durchlieferung gefälschter Waren durch die EU in Drittländer, sollten nach Möglichkeit geschlossen werden", betont Bartels. kf







