Deutsche Metallindustrie

John Hughes / Andreas Mühlbauer,

Wie können deutsche Maschinenbauer auf US-Zölle reagieren?

Die deutsche Metallindustrie steht erneut vor Turbulenzen, nachdem die USA neue Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt haben. Mit 25 % Zollabgaben stehen deutsche Lieferanten von Stahl und Aluminium finanziell vor höheren Hürden in einem ihrer wichtigsten Exportmärkte.

© John Hughes, Senior Pricing & Product Manager bei Laserhub

Donald Trump hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, protektionistische Maßnahmen wiedereinzuführen. Kurzfristig verlieren dadurch deutsche Exporte in die USA an Attraktivität, da US-Käufer Stahl und Aluminium nun zu höheren Preisen einkaufen müssten. Dies setzt deutsche Produzenten unter Druck, die entweder neue Absatzmärkte erschließen oder mit sinkenden Erträgen rechnen müssen.

Transatlantische Lieferketten, insbesondere in der Automobilindustrie, an denen deutsche Hersteller beteiligt sind, werden darunter leiden. So könnte sich die Zulieferung von Stahl- und Aluminiumteilen aus Deutschland angesichts knapp kalkulierter Margen für US-Importeure nicht mehr rechnen. Bleibt die Zollstrategie der USA längere Zeit erhalten, könnten neue Lieferketten entstehen und andere Exportländer zum Zug kommen, die aufgrund günstigerer Energiepreise eher in der Lage sind, den Zollaufschlag teilweise auszugleichen.

Digitalisierte Beschaffung hilft in stürmischen Zeiten

Die neuen US-Zölle stellen den deutschen Maschinenbau vor Herausforderungen, bieten aber auch Chancen für strategische Anpassungen. Unternehmen, die in der Lage sind, besonders flexibel zu reagieren, können auch in stürmischen Zeiten Wettbewerbsvorteile erzielen. Hierbei hilft vor allem die Digitalisierung, indem sie bei der Beschaffung von Metallteilen die Anfrage, Bestellung und Lieferung vereinfacht sowie effizienter, transparenter und flexibler macht.

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Eine digitale B2B-Beschaffungsplattform kann Maschinenbau-Unternehmen dabei unterstützen, sich an neue Marktbedingungen anzupassen. Einkäufer erhalten über eine B2B-Beschaffungsplattform Zugriff auf wesentlich mehr Lieferanten und haben somit eine bessere Chance, einen guten Preis zu bekommen. Außerdem sorgt eine automatisierte Plattform dafür, dass ein Angebot binnen Minuten eingeht und nicht mehrere Tage oder gar Wochen vergehen. Unternehmen sind somit flexibler und agiler und haben mehr Kontrolle über das Preisgeschehen am Markt.

Günstigere Konditionen durch mehr Handlungsspielraum

Durch das breitere Anbieterportfolio auf einer B2B-Plattform haben Unternehmen mehr Handlungsspielraum als wenn sie auf herkömmliche Weise mühsam per Fax oder E-Mail bei den Anbietern Angebote einholen müssen. Mittels Rahmenverträgen des Plattformbetreibers können sich Besteller ihre Bauteile zu den aktuell günstigsten Konditionen sichern.

In einem breit aufgestellten Produzentennetzwerk sind Marktveränderungen frühzeitig erkennbar, was Materialeinkäufern auch in turbulenten Zeiten die Projektplanung erleichtert. Die Maschinenbaubranche sollte den aktuellen Handelskonflikt auch als Chance sehen, um sich neu aufzustellen, digitaler zu werden und aus der Krise gestärkt hervorzugehen.

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