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Composites Europe: Rotorblätter im Visier der Großkonzerne

Für kohlefaserverstärkte Kunststoffe ist die Windkraftindustrie ein absoluter Wachstumsmarkt. Das zeigt auch die internationale Fachmesse Composites Europe vom 17. bis 19. September 2013 in Stuttgart. Neben Materialexperten und Verarbeitern stellen auf der Messe zahlreiche Maschinen- und Anlagenhersteller ihr Können unter Beweis und geben einen Einblick in die Composites-Innovationen für die Windkraftbranche - darunter Verbundwerkstoff-Spezialisten wie u.a. SGL, Dow, 3A Composites, BASF, Gurit, Zoltek und das Fraunhofer Institut für Chemische Technologie (ICT). Die Innovationen reichen von neuen Kernmaterialien wie Hochleistungsschäumen oder CFK-Laminaten bis zu Produktionstechniken mit Einsparpotentialen bei Material, Gewicht und Kosten.

Der neue BASF-Schaumstoff auf Basis von PET heißt Kerdyn. Er wird für die Herstellung von Windrotorblättern eingesetzt und stellt den Kern des Flügels dar, der mit Glasfasern verstärkt, dann mit Epoxidharz umgossen und abschließend mit wetterfesten Beschichtungen ausgerüstet wird. (Foto: BASF)

Und sie dreht sich doch: Allen Problemen wie etwa den unklaren politischen Weichenstellungen zum Trotz ist die Windkraftbranche auch 2012 rapide gewachsen und hat dabei einen historischen Meilenstein gesetzt. Erstmals wurden On- und Offshore-Anlagen mit einer Kapazität von mehr als 100 Gigawatt auf dem europäischen Kontinent betrieben. Dies schreibt die European Wind Energy Association (EWEA) in ihrem jährlichen Report. Demnach kamen 2012 in Europa Windräder mit einer Kapazität von insgesamt 12,7 Gigawatt hinzu, so dass die installiert Gesamtleistung von 97 Gigawatt im Jahr 2011 auf knapp 110 Gigawatt stieg - so viel Energie, wie 39 Atomkraftwerke zusammen produzieren und genug Strom, um damit 57 Millionen Haushalte zu versorgen.

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Rosige Aussichten für die Verarbeiter von Faserverbundkunststoffen könnte man meinen, zählt doch die Windkraftbranche traditionell zu ihren größten Abnehmern. Doch das stimmt nur bedingt. So konstatieren die Experten der AVK - Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe in ihrem aktuellen Composites-Marktbericht nach einer Stagnation Jahr 2011 für 2012 den im GFK-Markt relativ stärksten Einbruch um insgesamt neun Prozent bei den so genannten offenen Verfahren (Handlaminieren, Faserspritzen). Dies sind jedoch genau die Techniken, die bei der Herstellung von Rotorblättern - gerade bei kleineren Unternehmen, die Einzelfertigung betreiben und nur geringe Stückzahlen herstellen - eine wichtige Rolle spielen.

Neben dem Problem der geringen Automatisierung kommt nach Ansicht der AVK-Fachleute hinzu, dass der Ausbau der Offshore-Windparks vor allem aus Wirtschaftlichkeitsgründen sowie Finanzierungs- und Technikschwierigkeiten derzeit nicht voran kommt. "Weiterhin wird die Produktion der immer noch überwiegend aus GFK gefertigten Windkraftflügel teilweise ins Ausland verlagert und es gibt wegen der erforderlichen Materialeigenschaften der immer größer werdenden Rotorblätter teilweise eine Substitution durch CFK, für die diese das Haupteinsatzgebiet sind", heißt es in dem Bericht weiter. Demnach wird der größte Anteil (23 Prozent) an CFK für Rotorblätter in Windkraftanlagen eingesetzt. Die Fasern werden hier zu 77 Prozent als UD-Prepreg, zu 20 Prozent als Pultrusionsmaterial und zu rund drei Prozent als Gewebe verwendet.

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