Wirtschaft + Unternehmen

Chr. Mayr: Antrieb für die perfekte Illusion

Milliarden Menschen erlebten die Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele in London mit. In einer Szene wuchsen sechs Industrieschornsteine aus bedrucktem Stoff quasi wie festes Mauerwerk "aus dem Boden". Mitverantwortlich für diese perfekte Illusion waren unter anderem sechs reibschlüssige Sicherheitskupplungen von Mayr Antriebstechnik, dem weltweiten Marktführer beim mechanischen Überlastschutz. Lesen Sie hier mehr über die Entstehung der perfekten Illusion.

Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2012 in London: Permanent rutschende Sicherheitskupplungen von Mayr Antriebstechnik sorgten beim Hochziehen der Schornsteine für die perfekte Illusion. Die bedruckte Stoffhülle wirkte wie massives Mauerwerk.

Die Olympischen Spiele in London begannen mit einer imposanten Eröffnungsfeier. 62.000 Zuschauer im Stadion und Milliarden Menschen live im Fernsehen konnten unter anderem die Entwicklung Englands vom Agrarland zur Industrienation verfolgen. In dieser Szene sind sechs Industrie-Schornsteine wie Pilze "aus dem Boden gewachsen". Die Niederländische Firma Inventeq wurde mit der Inszenierung dieser Illusion beauftragt. Ziel war es, den Anschein zu erwecken, dass sich die zunächst versenkten Schornsteine wie massive Mauern aus dem Boden erheben. Tatsächlich aber waren die 36 Meter hohen Schornsteine aus bedrucktem Stoff. Um den Stoffschlauch beim Hochziehen zu stabilisieren, wurde die Außenhaut zum einen mit mehreren Gebläsen gestrafft und zum anderen das Drahtseil zum Hochziehen der Schornsteine mit zwei gegenläufigen Winden stabilisiert.

Während eine Winde den oberen Rahmen des Schornsteins nach oben zog, lief der Antrieb der zweiten Winde im Sockel des Schornsteins mit Relativdrehzahl gegen die Zugrichtung und hielt so das Drahtseil straff gespannt. Die Differenzdrehzahl zwischen beiden Winden von maximal 60 Umdrehungen pro Minute wurde von permanent rutschenden, reibschlüssigen Sicherheitskupplungen von Mayr Antriebstechnik ausgeglichen. Die dabei entstehende thermische Belastung war eine echte Herausforderung für die Konstruktion und Auslegung der Sicherheitskupplungen und erforderte eine olympiareife Leistung.

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Die Kupplungen mussten circa 30 Sekunden lang mit einem Drehmoment von 1.100 Nm durchrutschen. Standardausführungen wären nicht in der Lage gewesen, die enorme Reibleistung von rund 7000 Watt zu bewältigen. Um die Rutschkupplungen unter diesen Bedingungen einsetzen zu können, wurde ein spezieller Kühlkörper entwickelt und am Abtriebselement angeflanscht. Zusätzlich wurde über eine Klebeverbindung der Wärmefluss von den Reibbelägen auf das Abtriebselement optimiert. Diese Maßnahmen senkten die Temperatur so weit, dass die reibschlüssigen Sicherheitskupplungen die hohen Anforderungen der olympischen Eröffnungsfeier zuverlässig erfüllen konnten. kf

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