Wirtschaft + Unternehmen
Besser als Roboter
Im EU-Projekt PISA forschten unter der Leitung von Volkswagen und dem Fraunhofer Institut über 20 Firmen nach modernen technischen Möglichkeiten. Der Geschäftsbereich Handling und Automation (Schmidt-Handling) der Niederberger Solutions ist dabei mit einer Lösung beteiligt: In der Automobil-Endmontage werden bei der VW-Tochter Auto 5000 Heck- und Frontscheiben montiert. Zwei Mitarbeiter verbauen manuell Scheiben in Fahrzeuge. Schmidt-Handling analysierte den Arbeitslatz, an dem sowohl schwere körperliche als auch höchste Präzisionsarbeit zu verrichten ist - verbunden mit hohen Qualitätsansprüchen.
Heraus kam nun ein Handhabungsgerät, das die Mitarbeiter in ihrer Tätigkeit unterstützt, das aber auch weiterhin die Koordinationsfähigkeit, Motorik und die visuellen Fähigkeiten des Mitarbeiters nutzt. Das heißt, das Gerät wird vom Menschen geführt, kann aber auch bestimmte Arbeitsprozesse automatisiert erledigen.
Hier kommt nun die neueste Entwicklung ins Spiel: der Kobot. Es handelt sich um die Weiterentwicklung eines Manipulators, der eine erhöhte Automatisierung und Rationalisierung sowie eine verbesserte Ergonomie bietet. Dabei ist er flexibler als ein Roboter und kann direkt mit dem Menschen zusammenarbeiten.
Das intelligente System verfügt über mehrdimensionale Kraftunterstützung für die vertikale und horizontale Verschiebung. Punkte wie das Mitfahren mit der Montagelinie und eventueller Einprogrammierung virtueller Wände stehen dabei durchaus auch zur Diskussion. Der komplexe Arbeitsablauf der Scheibenmontage musste dabei genau untersucht und entsprechend mit Hilfe der Möglichkeiten, die der Kobot bietet, optimiert werden. Dazu kommt die Integration spezieller Greiferfunktionen zur Handhabung der Scheiben.
Vollautomatische Roboter sind kostenintensiv und langwierig umzurüsten. Der Trend geht zu hochflexiblen Produktionsstätten, in denen ein großes Spektrum an Produkten hergestellt werden kann. Um diese Flexibilität zu erreichen, ist die Fähigkeit hochqualifizierter Mitarbeiter gefordert. Im Gegensatz zu programmierten Robotern können sie sich sehr schnell auf neue Gegebenheiten anpassen und sind in der Lage, komplexe Arbeiten zu übernehmen. Die Ergebnisse werden beim PISA-Workshop am 2. Juli in Berlin präsentiert. bw









