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40 Jahre: Von den Anfängen der Elektronik zum Rohstoff der Wissensgesellschaft
Im Zentrum der technologischen Entwicklung in den letzten vier Jahrzehnten steht die Elektronik. Von der Entwicklung der integrierten Schaltungen zu Beginn der 60er über den ersten Mikroprozessor Anfang der 70er Jahre bis zu den hochintegrierten aktuellen Prozessoren mit über 40 Millionen Transistoren beobachten wir eine immer schneller steigende Komplexität der Bauelemente und einen daraus resultierenden Leistungszuwachs. Alle Prognosen, die ein Ende des ¿Moore¿schen Gesetzes¿ voraussagten, haben sich bisher als falsch erwiesen. Erst kürzlich stellte ein namhafter Hersteller Labormuster von Transistoren mit einer Strukturgröße von 30 Nanometern vor. Andere Forschungen zu optischen und biologischen Chips sowie zu Quantenrechnern zeigen völlig neue Perspektiven auf. Mit der Mikrosystemtechnik beginnt eine neue Ära ¿ die der Miniaturisierung; eine Disziplin, die nun auch die Mechanik revolutionieren wird.
Die Errungenschaften der Elektronik durchdringen immer mehr Bereiche der Industrie und führen zu einem tiefgreifenden Wandel unserer Arbeitswelt und damit des täglichen Lebens. Die Entwicklung und der Einsatz neuer Technologien schafft damit die Basis für die Idee einer Informations- oder Wissensgesellschaft. Mobilfunk, E-Mail und Internet verändern unser Kommunikationsverhalten und machen die Welt zum globalen Dorf. Traditionelle Handelsbeziehungen erhalten durch die netzgestützte Globalisierung eine neue Qualität. So entstehen neue Fakten, die eine schnelle Anpassung der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen erfordern.
Die Entwicklungen der Elektronik bestimmen aber auch die Innovationen in vielen anderen Branchen: In der Automobiltechnik ebenso wie im Maschinen- und Anlagenbau, in der Gebäudetechnik oder der Medizintechnik wie in der Telekommunikation. Der Anteil der Wertschöpfung der Elektrotechnik und Elektronik steigt kontinuierlich. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an die Produkte und damit an ihre Hersteller. Systemaspekte und integrierte Lösungen werden immer wichtiger. Damit eng verbunden ist die stark gestiegene Nachfrage nach komplementären Dienstleistungen, deren Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der ¿nackten¿ Technik auf den Weltmärkten steigt; das Produkt UND seine Dienstleistungen ermöglicht den Markterfolg. Gerade in diesen Bereichen entstehen neue Berufsbilder und ein wachsender Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften. Hier gilt es, eine der großen Herausforderungen unserer Zeit zu meistern. Wir müssen lernen umzudenken und unser traditionelles Ausbildungswesen auf den Prüfstand stellen. Ein Leitbild wie das ¿Lebenslange Lernen¿ erfordert den Mut, über Jahrzehnte gewachsene Strukturen und Gewohnheiten im Dienste einer neuen, strukturellen Flexibilität zu hinterfragen.
40 Jahre ¿SCOPE¿ stehen daher nicht ausschließlich für die Begleitung technischer Produktinnovationen. Gerade in den letzten Jahren zeigen sie auch die technikgetriebenen Veränderungen der Produktions- und Arbeitsprozesse auf. Medien, in einem umfassenden Verständnis, werden auch in Zukunft wichtiger ¿Matchmaker¿ der Kommunikation sein. Sie sind ebenso wie unsere Industrie ¿Frontrunner¿ der Informationsgesellschaft. Dafür, dass es auch zukünftig gelingt, mit einem weiten ¿SCOPE¿ erfolgreich zu arbeiten, wünsche ich der Redaktion und dem Verlag gutes Gelingen.








