Udo Tartler

„Ein großer Wurf gelungen“

Seitdem Anlagenbauer Tartler 2013 mit der Inbetriebnahme seines neuen Werks in Michelstadt den Grundstein für die weitere Expansion des Unternehmens legte, hat sich einiges bewegt. SCOPE-Redakteur Michael Stöcker sprach mit Firmenchef Udo Tartler über seine ersten Schritte zur Bildung einer Firmengruppe und Innovationen auf dem Gebiet der Kunstharz-Dosier- und Mischtechnik.

Udo Tartler

SCOPE: Für eine Investitionssumme von über drei Millionen Euro haben Sie 2013 Ihr neues Werk zur Herstellung von Dosier- und Mischanlagen für die Kunststoffverarbeitung errichtet. Was steht denn als nächstes auf dem Programm?

Udo Tartler: Wir wollen weiter an technologischer Unabhängigkeit gewinnen und erhöhen daher schrittweise unsere Fertigungstiefe. Vor einigen Wochen konnten wir beispielsweise die Ausstattung unserer neuen Abteilung Zerspanungstechnik abschließen – vorläufig jedenfalls. Wir haben hier unter anderem in ein neues Bearbeitungszentrum von Kunzmann investiert. In der Zerspanungstechnik werden der Großteil der für die Herstellung unserer Dosier- und Mischanlagen erforderlichen Dreh- und Frästeile gefertigt. Diesen Bereich werden wir weiter ausbauen, damit wir hier die gleiche Unabhängigkeit und Innovationskraft entfalten können, wie wir sie schon mit unserer eigenen Spritzgießfertigung realisiert haben.

SCOPE: Zu Beginn des Jahres haben Sie ihren ehemaligen Elektrotechnik-Zulieferer ETP Walther übernommen. Planen Sie noch weitere Übernahmen?

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Tartler: Zunächst mal sind wir sehr zufrieden mit der gelungenen Eingliederung unserer ersten Tochtergesellschaft. Wir haben alle Mitarbeiter übernommen, und durch den Wechsel der Tartler-Programmierer in die neu geschaffene Programmier-Abteilung von ETP Walther sind wir personell eng zusammengewachsen. Die mit der Übernahme realisierte Erweiterung unseres Leistungsspektrums wurde übrigens auch seitens der Kunden von ETP Walther sehr positiv aufgenommen, was wir unter anderem an der wachsenden Nachfrage an die neue Programmier-Abteilung ablesen können.

SCOPE: Neues Werk, neue Maschinen, neues Personal und eine Übernahme – ist das nicht ein ziemlicher Kraftakt?

Tartler: Es war ja alles vorher gut durchdacht und von langer Hand vorbereitet. Viele der umgesetzten Maßnahmen sind das Resultat einer zwar sehr dynamischen, gleichzeitg aber auch sehr organischen Unternehmensentwicklung. Außerdem vereinen wir in unserem Handeln eigentlich alle guten Eigenschaften des deutschen Mittelstands. Wir sind immer nah dran an unseren Kunden, können sehr schnell reagieren, haben eine gut ausgebildete Belegschaft, sind ein vertrauensvoller und verlässlicher Geschäftspartner, und wir liefern nur qualitativ hochwertige Lösungen. Ein ganz entscheidender, unverzichtbarer Faktor ist aber unsere Innovationskraft.

SCOPE: Können Sie dafür einige konkrete Beispiele nennen?

Tartler: Zum einen haben wir in den letzten Monaten viele innovative Detaillösungen im Bereich der Auftragsdüsen, Druckschläuche und Verbindungselemente eingeführt, die einen großen Beitrag leisten zur Verbesserung der Sicherheit und Wirtschaftlichkeit bei der Kunstharz-Applikation. Zum anderen ist uns mit unserem vollautomatischen Fasswechsel-System für die prozesssichere Förderung pastöser, hochviskoser Medien aus Deckelfässern ein richtig großer Wurf gelungen. Diese vakuumtechnische Neuentwicklung vereinfacht nicht nur das Handling unserer Dosier- und Mischanlagen vom Typ Nodopox und Tardosil für die Herstellung von Toolingpasten, Klebstoffpasten und Spachtelmassen, sondern eignet sich auch zur Nachrüstung älterer Anlagen. Vor allem aber stoßen wir damit derzeit in viele Anwendungsgebiete außerhalb der Kunststoffverabeitung vor. Schließlich stehen ja Anwender in vielen Branchen vor dem Problem der sicheren und wirtschaftlichen Medienförderung aus 50- oder 200-Liter-Spannring-Deckelfässern.

SCOPE: Mit welchen Erwartungen blicken Sie denn in die nähere Zukunft?

Tartler: Die Prognosen für dieses und das kommende Jahr würde ich als alles andere als schlecht bezeichnen – um es vorsichtig zu sagen. Wir müssen dabei in Betracht ziehen, dass wir durch die ganzen Maßnahmen der letzten Monate nun auch viel einfacher in der Lage sind, größere Aufträge problemlos abzuwickeln. Die neue Montage ist beispielsweise so angelegt, dass wir neben den modular angelegten Anlagen der Baureihen Nodopox, Nodopur und MDM nun zunehmend auch Großanlagen, komplette Automationslösungen mit Robotereinsatz sowie Inhouse-Prepreg-Anlagen zur Produktion kunstharzgetränkter Faserverbund-Matrixmatten für Leichtbau-Konstruktionen realisieren können.

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