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Artikel und Hintergründe zum Thema

PFAS-freie Lacke

Jürgen Fürst/as,

Welcher PFAS-Ersatz für welchen Einsatz?

Die Zahl PFAS-freier Lacke nimmt zu, doch ein universell einsetzbarer Allrounder fehlt und nicht jeder eignet sich für jede Anwendung. Umso wichtiger sind eine sorgfältige Auswahl geeigneter Systeme und fundierte Anwendungstests für den jeweiligen Einsatzzweck.

OVE Plasmatec verfügt über sieben PFAS-freie Lacke. © OVE Plasmatec

Seit Ende letzten Jahres ist eine zunehmende Zahl PFAS-freier Lacke auf dem Markt zu beobachten. Dabei wird mitunter übersehen, dass einige Anbieter bereits seit Jahren entsprechende Produkte im Einsatz haben. Es handelt sich also nicht ausschließlich um neue Entwicklungen. Die wachsende Vielfalt an Alternativen ist dennoch bemerkenswert. Ein universell einsetzbarer Beschichtungslack existiert allerdings nicht, umso entscheidender ist es, dass Beschichtungsunternehmen über ein breites Portfolio geeigneter Lacke sowie die entsprechende Anwendungskompetenz verfügen.

Vorab sollten Beschichter wichtige Fragen klären können

Das Beschichtungsunternehmen OVE Plasmatec aus Weil im Schönbuch bietet beispielsweise sieben PFAS-freie Lacke an und hat Erfahrung in der Veredelung von elastomeren Oberflächen. Dabei geht es keineswegs immer um Großserien ab Stückzahlen von einer Million aufwärts. So haben die Schwaben auch schon einen einzelnen Dichtungsring mit zwei Meter Durchmesser beschichtet. Entscheidend sind aber stets die passen­den Lacke für die anwendungsspezifische Beschichtung von Elastomeren, vorwiegend von Dichtungen.

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Um das herauszufinden, sollten im Vorfeld wichtige Fragen gestellt und beantwortet werden: Handelt es sich um eine statische oder eine dynamische Anwendung? Lässt sich der Lack einfärben? Für welche Einsatztemperaturen ist der geeignet? Mit welchen niedrigen Reibwerten kann er aufwarten? Reduziert er Steckkräfte? Erleichtert er die Montage und die Vereinzelung? All dies sind elementare Fragen. Genauso wichtig ist häufig, ob die Automobilbranche die Lacke freigegeben hat, ob sie LABS-konform sind, oder ob eine FDA- oder Trinkwasserzulassung vorliegt.

Nicht immer lässt sich sofort sagen, welcher Lack für die Beschichtung des speziellen Anwendungsfalls der richtige ist. © OVE Plasmatec

Lacke renommierter Hersteller im eigenen Technikum testen

Nicht immer lässt sich sofort sagen, welcher Lack für die Beschichtung des speziellen Anwendungsfalls der richtige ist. Hierfür hat OVE Plasmatec seit Anfang 2024 ein eigenes Technikum im Einsatz. In verschiedenen Versuchsanordnungen begleiten die Experten einen möglichen Testprozess bis zur passenden Beschichtung.

Für Beschichtungen setzen die Spezialisten in Weil im Schönbuch vorwiegend Lacke von großen und namhaften Herstellern ein. Das sorgt für eine hohe und andauernde Liefersicherheit. Je nach Anwendungsfall sind die Lacke auch frei konfigurierbar. Für viele Kunden ist das ein wichtiger Punkt in ihrer Entscheidung für eine Zwei-Lieferanten-Strategie. Aktuell kann OVE Plasmatec sechs PFAS-freie Lacke einsetzen. Ein siebter wird im zweiten Halbjahr verfügbar sein.

Seit Herbst 2024 ergänzen drei Neuentwicklungen das Portfolio. So gibt es mit OVE20T eine PFAS-freie Wachsmischung, mit OVE25T einen PFAS-freien Polymerfestschmierstoff und mit OVE26T eine transparente PFAS-freie Silikonbeschichtung. Als OVE25X und OVE26X sind diese auch in den acht Farben gelb, orange, rot, grün, blau, weiß, violett und grau verfügbar. Für Differenzierungen, Identifizierungen oder die Erkennung durch Kameras in automatisierten Prozessen ist dies oft ein entscheidender Aspekt. Seit Jahren kommen darüber hinaus die beiden PFAS-freien Beschichtungen OVE13T auf Schmierstoffbasis Silikon und OVE95T, auf Schmierstoffbasis Kunstharzsilikon zum Einsatz.

Leistungsfähige Beschichtungen für spezifische Fälle

Alle diese PFAS-freien Lacke zeichnen sich durch besondere Einsatzzwecke aus. So kann mit OVE20T ein universeller, wasserbasierter Gleitlack mit organischem Binder für die Beschichtung in einfachen Anwendungen eingesetzt werden. Er reduziert Reibung und Störgeräusche, sorgt für dauerhafte Vereinzelung bei automatischer Zuführung, erleichtert die Montage und haftet gut auf Metallen, Kunststoffen und Elastomeren. Wenn keine unterschiedlichen Farben benötigt werden, ist dies eine preiswerte Basisbeschichtung.

Als ebenfalls neuer wasserbasierter Gleitlack mit organischem Binder erhöht OVE25T die Leistungsfähigkeit vieler Dichtungen. Als Basismaterial dienen polymere Festschmierstoffe. So entsteht eine hochwertige elastische Oberfläche, die sehr gut auf Metall, Kunststoff und Elastomeren haftet, Reibung reduziert und über einen UV-Indikator für einfache Prüfungen verfügt. Damit erleichtert die PFAS-freie Neuentwicklung die Montage und findet vielfach Verwendung in automatischen Zuführungen.

Erfüllt strenge Anforderungen von OEMs

OVE Plasmatec verfügt über eine breite Palette an Lacken und die Expertise, wofür sie am besten geeignet sind. © OVE Plasmatec

Dagegen ist OVE13T ein geradezu alter Hase. Seit über 15 Jahren bietet dieser wasserbasierte PFAS-freie Gleitlack mit Graphit eine geschmeidige Oberfläche. Die ist sehr beständig gegen Chemikalien, reduziert Reibung, vereinzelt Dichtungsringe dauerhaft und verhindert Anhaftungen. Dadurch ist er für dynamische Anwendungen genauso geeignet wie für statische. Deshalb wird er seit Jahren für eine leichtere Montage und für automatische Zuführungen eingesetzt.

In der Automobilindustrie mit ihren besonders hohen Anforderungen wird vielfach der bewährte OVE95T eingesetzt. Der lösemittelbasierte 3-Komponenten-Gleitlack mit Kunstharzsilikon bildet eine transparente, trockene und dünne Gleitschicht mit sehr niedrigen Reibwerten. Sie reduziert Steckkräfte und erleichtert die Montage. Darüber hinaus ist sie weitgehend beständig gegen Wasser, Kraftstoffe und Mineralöle. Das prädestiniert sie für Anwendungen im automotiven Umfeld. So lässt sich mit OVE95T beispielsweise auch die VW-Anforderung nach LABS- Konformität erfüllen.

Trotz aller Vielfalt, die es inzwischen bei PFAS-freien Lacken gibt, sollte dennoch jeder Einsatzbereich und Anwendungsfall ganz konkret geprüft und ein möglicher Lack getestet werden. Außerdem sollten Unternehmen bei ihrer Suche nach der passenden Beschichtung Beschichtungspartner möglichst frühzeitig kontaktieren. Denn je früher noch wichtige Weichen gestellt werden können, desto besser für den Dichtungsanbieter, den Anwendungsfall und die nachhaltige, langlebige Funktionalität von Geräten, Aggregaten und Maschinen. Und das alles umwelt- und lebensfreundlich ohne PFAS.

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