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Digitalisierung

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Der spezifische virtuelle Zwilling setzt neue Maßstäbe

Um das volle Potenzial der Aftermarket-Aktivitäten zu nutzen, sollte der komplette Produktlebenszyklus betrachtet werden. Unternehmen, die den Schritt in Richtung Digitalisierung gehen und diese konsequent in allen Bereichen fördern, können hier zahlreiche Vorteile erzielen – von der Entwicklung über die Installation bis hin zum Service.

© Dassault Systèmes

Der spezifische virtuelle Zwilling ist ein wichtiger Eckpfeiler des künftigen After-Sales-Service: Durch ihn erhalten Kunden ein individuelles virtuelles Abbild, das genau auf die jeweiligen Anlagen und Maschinen zugeschnitten ist. Für Hersteller eröffnen sich hierdurch neue, potenziell lukrative Geschäftsmodelle, während Kunden im gleichen Zuge von einer effizienteren Wartung und Reparatur profitieren.

Innovation und Wandel: Herausforderungen im Service

Obwohl das Bewusstsein der Hersteller für die Relevanz des Servicegeschäfts mit seinem steigenden Umsatz wächst, bleibt dieser Bereich für viele noch eine Herausforderung. Grund hierfür ist häufig eine Kommunikationsbarriere. Wenn sich beispielsweise das Installations- und das Serviceteam nicht ausreichend miteinander abstimmen und gezwungen sind, mit unterschiedlichen, isolierten Daten zu arbeiten, bleiben Erkenntnisse aus dem Service schnell ungenutzt. Zudem verlangsamt dies viele Arbeitsschritte und führt zu Redundanz. Der Einsatz von Virtual-Twin-Lösungen auf einer durchgängigen digitalen Datenplattform wie der 3DExperience-Plattform von Dassault Systèmes kann solchen

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Situationen entgegenwirken. Sie ermöglicht es Teams, nahtlos und auf derselben, stets aktuellen Arbeitsgrundlage zusammenzuarbeiten. Dadurch herrscht jederzeit vollständige Transparenz über den aktuellen Status von Projekten. Parallel fördert die Plattform den Austausch in Echtzeit, sodass Feedback aus dem Serviceteam direkt in die Entwicklung und Installation einfließen kann.

Vorteile für das Serviceteam

Einige Unternehmen haben die Vorteile eines spezifischen virtuellen Zwillings bereits erkannt, nutzen jedoch häufig noch generische Versionen, die nicht aktualisiert werden können, wenn sich in der Praxis Anpassungen ergeben. Dem Serviceteam bleibt zur Vorbereitung auf einen Wartungs- oder Reparatureinsatz beim Kunden deshalb lediglich das statische virtuelle Modell der Maschine oder Anlage. Nach zahlreichen Modifizierungen bildet dieses allerdings in vielen Fällen nicht mehr die Realität ab. Das hat drei entscheidende Nachteile: Zum einen kann es sein, dass sich das Serviceteam vor Ort mit unerwarteten Problemen konfrontiert sieht und deshalb improvisieren muss. Zum anderen lassen sich Ausfälle mangels aktueller Daten zumeist lediglich ungenau prognostizieren und präventiv verhindern. Zudem lässt sich ein vorausschauendes Ersatzteilmanagement oft nur schwer umsetzen. Auch die Wahrscheinlichkeit von Fehlern und Verzögerungen steigt, wenn Arbeitskräfte auf einen nicht aktuellen virtuellen Zwilling als Orientierungshilfe zurückgreifen müssen. All diese Punkte zehren an zwei essenziellen Ressourcen: Zeit und Geld.

Chancen erkennen und nutzen

Der spezifische virtuelle Zwilling setzt genau an dieser Stelle an und hilft Unternehmen, den After-Sales-Service zu optimieren und effizienter umzusetzen. Schon heute sehen viele Experten den Einsatz eines virtuellen Zwillings und vergleichbarer digitaler Lösungen als unverzichtbar für die Industrie an. Seit Jahren gewinnt diese Technologie an Relevanz. Eine Bitkom-Studie hat gezeigt: Die Industrie ist gewillt, den nächsten Schritt in Richtung Digitalisierung zu gehen. So können sich lediglich 10 Prozent der Industrieunternehmen den Einsatz eines virtuellen Zwillings in der Zukunft noch nicht vorstellen. Außerdem sind knapp die Hälfte der Befragten der Meinung, dass virtuelle Zwillinge die Basis für neue Geschäftsmodelle sind. Dieses Potenzial gilt gerade im Servicebereich: Hier bieten Virtual-Twin-Lösungen viele Möglich- keiten und Chancen dafür, Hersteller auf ihrem Weg zu neuen Geschäftsmodellen, zum Beispiel Equipment-as-a-Service (EaaS), zu unterstützen.

Ein weiterer wichtiger Faktor: Der spezifische virtuelle Zwilling trägt dazu bei, Datensilos aufzulösen und verschiedene Unternehmensbereiche zu vernetzen. Ob Konstruktions- oder Serviceteam – mit einem individuellen 3D-Modell der Maschine sprechen alle dieselbe "Sprache" und können effizient und einfach zusammenarbeiten. Spezifische Abbilder bieten Arbeitskräften außerdem die Möglichkeit, anstehende Wartungsarbeiten oder auftretende Probleme zum Teil vorab in der virtuellen Welt zu identifizieren. So lassen sich Lösungsansätze frühzeitig erarbeiten, wodurch Probleme vor Ort oft innerhalb kurzer Zeit gelöst und die Ausfallzeiten von Maschinen reduziert werden. Hinzu kommt eine deutlich bessere Planbarkeit des Produktverschleißes, die es Unternehmen ermöglicht, Ersatzteile rechtzeitig nachzubestellen. Dank eines spezifischen virtuellen Zwillings haben Kunden üblicherweise seltener mit unvorhergesehenen Ausfällen und anderweitigen Verzögerungen zu kämpfen, wodurch sich die Gesamtanlageneffektivität (OEE) erhöht.

Virtueller Zwilling auch in der Ausbildung

Auch zur Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitenden können Unternehmen den spezifischen virtuellen Zwilling ihrer Maschinen und Anlagen nutzen: Das spezifische 3D-Modell kann unkompliziert zur Schulung von (angehenden) technischen Fachkräften verwendet werden. Dadurch erhalten sie einen vollständigen Überblick über die Funktionsweisen – noch vor dem ersten Einsatz in der realen Welt.

Fest steht: Der Verkauf einer Maschine oder Anlage ist für Hersteller nur der Anfang einer langjährigen Beziehung zum Kunden. Der Einsatz eines spezifischen virtuellen Zwillings im After-Sales-Service bietet bedeutende Chancen, die bislang noch häufig unterschätzt werden. Auf dieser Basis wird es möglich, den Kunden über die vollständige Lebensdauer der Maschinen zu unterstützen, Serviceeinsätze zu optimieren und im Idealfall hilfreiche Erkenntnisse aus dem Betrieb auch langfristig, beispielsweise für die weitere Produktentwicklung, zu nutzen. Im Zuge des anhaltenden technologischen Fortschritts eröffnen sich kontinuierlich neue Anwendungsfelder für den spezifischen virtuellen Zwilling: Der Einsatz neuer Technologien wie Virtual Reality und Augmented Reality bieten für die Industrie ein enormes Potenzial. Sie helfen dabei, die reale und virtuelle Welt künftig noch weiter miteinander zu verschmelzen. Dadurch kann eine unbegrenzte Zahl von "Was-wäre-wenn"-Szenarien bewertet werden, um die besten Optionen im realen Leben zu realisieren. Es zeichnet sich ab, dass sich die vermeintlichen Grenzen des Möglichen in den nächsten Jahren weiter verschieben werden. Unternehmen, die das Potenzial des spezifischen virtuellen Zwillings bereits heute erkennen, haben die Chance, ebenso frühzeitig von den Vorteilen des digitalen Service-Sektors zu profitieren.

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