Software
Auf Knopfdruck zur Hüllgeometrie
In CAD-Daten steckt inzwischen weit mehr als nur die Geometrieinformation, beispielsweise Angaben zur Fertigung (Product Manufacturing Information – PMI). Seitens der CAD-Hersteller arbeitet man daran, immer mehr Detailwissen zu hinterlegen, denn auf diese Weise lässt sich das Know-how beziehungsweise das geistige Eigentum eines Unternehmens sichern. Genau das aber wird zum Problem, wenn CAD-Daten an Kunden oder Zulieferer weitergegeben werden müssen.
An dieser Stelle setzt die CT CoreTechnologie GmbH aus Mömbris mit der Software ‚Simplifier‘ aus der 3D_Evolution-Produktfamilie an. „Mit diesem Tool zur schnellen und einfachen Erzeugung von Hüllgeometrie haben wir den Wunsch vieler CAD-Anwender erfüllt, CAD-Modelle der gängigen Formate zum Know-how-Schutz auf Knopfdruck zu vereinfachen“, berichtet CT-Geschäftsführer Armin Brüning. Zudem ließen sich die vereinfachten Modelle auch für Folgeprozesse innerhalb des eigenen Unternehmens nutzen – etwa VR (virtuelle Realität), FEM-Berechnungen oder Digital MockUp. „So können viele Performanceprobleme elegant gelöst werden.“
Mittlerweile ist die Simplifier-Software nicht nur bei Fahrzeug- und Motorenherstellern im Einsatz – für die sie ursprünglich entwickelt wurde –, sondern sie findet in der gesamten Industrie Anwendung. „Zur Visualisierung im Bereich Robotik und digitaler Fabrik genauso wie bei Herstellern von Maschinen und Anlagen sowie im Bereich verfahrenstechnischer Anlagen – um nur einige der Einsatzgebiete zu nennen“, fährt Brüning fort.
Im Prinzip könne das Tool immer dann eingesetzt werden, wenn die Ausgangsdaten auf Volumeninformationen basieren, betont CT, wobei diese qualitativ nicht perfekt sein müssten. Denn hier greifen dann die Healingfunktionen von 3D_Evolution, um die Datenqualität der vereinfachten Modelle zu gewährleisten, bevor diese in eines der verfügbaren B-REP- oder ein tesseliertes Zielformat konvertiert werden. Bei der Vereinfachung entstünden so ‚wasserdichte‘ Solids hoher Qualität, die sich zusätzlich mittels leistungsfähiger Boolescher Funktionen verschmelzen ließen.
Modelle automatisch vereinfachen
Der Simplifier kann interaktiv oder im Batchmodus ausgeführt werden. Details, die bei der Vereinfachung erhalten bleiben sollen, kann der Anwender im interaktiven Modus markieren. Von außen nicht sichtbare Körper im Innern einer Baugruppe werden dann automatisch entfernt. In der Version 2012 wurden zudem Zusatzfunktionen zum Löschen von Körpern integriert, etwa über die minimale Größe des Volumens oder über Textdateien, mit der sich Teile definieren lassen, die entweder vollständig gelöscht oder auch von der Vereinfachung ausgenommen werden sollen. So ließen sich auch ‚Wildcards‘ einsetzen, beispielsweise ‚*M8*‘, um alle Teile mit M8 im Namen zu löschen, betont der CT-Chef. „Die Löschautomatik wurde zusätzlich um eine Funktion erweitert, die bei bestimmten Komponenten wie etwa Wellen nur den von außen sichtbaren Teil übrig lässt.“ Eine weitere Neuerung in der aktuellen 3D_Evolution-Version ist, dass sich Details beziehungsweise Features, die bei der automatischen Vereinfachung erhalten werden sollen, vorher markieren lassen.
Jüngst hat sich beispielsweise der amerikanische Baumaschinenhersteller Caterpillar für den konzernweiten Einsatz des Simplifiers entschieden. „Hierbei hat sich die Simplifier-Methodik in einem breit angelegten Benchmark durchgesetzt“, berichtet Armin Brüning. „Motoren, Hydraulik und Antriebseinheiten sowie komplette Spezialfahrzeuge werden durch einen Batchprozess in einem Rutsch vereinfacht.“ Dabei erlaubt die Software nun auch die getrennte Verarbeitung von Zusammenbau und Einzelteilen über die Verteilung der Berechnung auf mehrere Prozessoren. „Das sorgt für einen extrem robusten Prozess!“ -co-
CT CoreTechnologie GmbH, Mömbris Tel. 06029/99438-6, http://www.coretechnologie.de







